International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Gekauft sind die schnell und günstig obendrauf: Gefälschte Follower und Likes.  bild: shutterstock

Die Story der grössten Fake-Follower-Firma der Welt und warum sie jetzt Ärger kriegt

29.01.18, 10:33 29.01.18, 11:05

In der Welt der sozialen Medien ist nicht immer alles Gold, was glänzt. Viele Promis, Stars und Influencer schmücken sich mit fremden Federn – mit Fake-Followern. Woher diese gefälschten Profile kommen, weiss niemand so genau.

Die New York Times kommt in einer Reportage nun erstmals einer amerikanischen Firma auf die Schliche, die rund 3,5 Millionen Fake-Accounts erstellte, betreut und damit Geld verdient haben soll. 

Doch das ist noch nicht alles. Mindestens 55'000 der 3,5 Millionen Fake-Accounts basieren laut der Zeitung auf gestohlenen Identitäten. Geklaut und zusammenkopiert von der US-Firma namens «Devumi». So zum Beispiel die von Jessica Rychly. Während der Teenager aus Minnesota auf Facebook Witze mit Freunden teilte und ab und zu ein Duckface-Selfie postete, sah es auf ihrem Twitter-Account ganz anders aus. Dort teilte Jessica Meldungen über Kryptowährungen und pornografisches Material. Das Twitter-Profil wurde von Devumi gefakt. 

Mit ihrem zweiten, falschen Profil konfrontiert, reagiert Jessica geschockt. «Ich will nicht, dass mein Bild mit diesem Account in Verbindung gebracht wird, auch nicht mein Name. Ich kann nicht glauben, dass jemand dafür bezahlt. Das ist einfach schrecklich», sagte sie gegenüber der «New York Times». 

German Calas, Gründer von Devumi, stritt gegenüber der Zeitung ab, dass seine Firma gefälschte Follower verkaufe. Zu den Kunden von Devumi zählen Politiker, Firmen, Promis, Schauspieler und Sportler. Sogar US-Unternehmer und PC-Hersteller Michael Dell soll bei Devumi Follower bestellt haben. 

Auch die Reporter der «New York Times» kaufen bei Devumi im April 25'000 Follower für einen Test-Account ein. Kostenpunkt: läppische 225 Dollar. 

Devumi soll nicht nur in der Promibranche mitmischen, sondern auch in politischen Schlachten. Die US-Firma verkauft auf Wunsch auch Fusssoldaten für politische Kampagnen, die dann brav die eigenen Tweets retweeten. 

Doch der US-Firma könnte es nun bald an den Kragen gehen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet. Wie der zuständige Staatsanwalt mitteilte, seien solche Betrugsmethoden eine Gefahr für die Demokratie. (ohe)

Rash Junior, der erfolgreiche Berner «Influencer», der wegen watson fast aus seiner Berufslehre geflogen wäre:

Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

Entsteht in Italien das Modell eines modernen Faschismus?

Diese 15 Orte darfst du nicht besuchen. Und das ist besser so für dich

Ein schamloser Kuhhandel: Der AHV-Steuer-Deal ist eine schlaue und heikle Idee

11 Gründe, weshalb du den Sommer in der Schweiz verbringen solltest

präsentiert von

Züri-Hools gingen nach Basel zum Prügeln – das hätten sie besser sein lassen

Fact oder Fake? Experte hält Rätsel um MH370-Verschwinden für gelöst

Trump gräbt Nordkorea eine Atom-Grube und fällt nun selbst hinein

Diese 9 Influencer-Fails beweisen, wie «real» Instagram ist – nämlich gar nicht

Dieser kleine Trick hat mich von meiner Handy-Sucht befreit

Die Rebellion der ungefickten Männer kommt aus dem Internet! Ein Experte erklärt «Incel»

Der grosse Lohn-Check: So viel verdient die Schweizer Bevölkerung

«Die Angriffe sind real» – Experten warnen vor «unrettbar kaputter» E-Mail-Verschlüsselung

Der Bikini-Trend, auf den wirklich niemand gewartet hat: Nude

21 Markenlogos, in denen sich geheime Botschaften verstecken

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Französin wählt wegen Schmerzen den Notruf und wird ausgelacht – wenig später ist sie tot

Dieses Rätsel wurde für Superhirne mit IQ 131 oder mehr entworfen? Schaffst dus trotzdem?

Oben ohne auf der Rückbank – 8 Taxifahrer erzählen ihre absurdesten Erlebnisse

Stell dir vor, es ist Masseneinbürgerung und keiner geht hin (ausser ein paar Italiener)

Ach Tagi, was ist aus dir geworden? (K)eine Liebeserklärung zum Jubiläum

Da kocht das Blut, da blüht die Rose in der Hose ... Unsere Basler Bachelorette mal wieder

«Tote Mädchen lügen nicht» kommt wieder – wie gefährlich ist die Serie wirklich?

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Radiochopf 29.01.2018 16:13
    Highlight "Devumi soll nicht nur in der Promibranche mitmischen, sondern auch in politischen Schlachten. Die US-Firma verkauft auf Wunsch auch Fusssoldaten für politische Kampagnen, die dann brav die eigenen Tweets retweeten....." wie bitte? amerikanische Firma verkauft Bots für politische Kampagne? das machen doch nur die Russen + nur ihre Kampagnen sind schädlich/böse. hier sieht man nur wie lächerlich es ist, wenn Facebook und Twitter ihre Zahlen zu russischen Bots melden.. es gab wohl 10x mal mehr US-Bots die jeweils auf beiden Seiten(Clinton/Trump) aktiv waren bei den US-Wahlen auf Facebook/Twitter
    5 5 Melden
  • Madison Pierce 29.01.2018 14:30
    Highlight Kann mir die Schadenfreude nicht ganz verkneifen. Vielleicht lernt auch der letzte Schlipsträger im Marketing nun, dass Follower kein Mass für Qualität oder Seriosität sind.

    Wenn man bei Google für 100'000 Klicks auf eine Anzeige bezahlt und Google selbst drauf klickt, ist das Betrug.

    Wenn man aber einem Hipster 1000 Stutz zahlt, damit er ein bestimmtes Shirt trägt, sollte man nicht erwarten, dass die 1 Mio. Follower alles richtige, kaufkräftige Menschen sind.
    11 0 Melden
  • Don't panic! 29.01.2018 14:30
    Highlight Think big! Social Media Plattformen meiden?
    3 2 Melden
  • reffx 29.01.2018 12:47
    Highlight Dieses Problem wird unterschätzt. Durchs Band auf allen auf Social-Media Plattformen sehe ich ständig Fake-Accounts.
    Meiner Meinung nach müsste man das Erstellen einer Accounts erschweren, indem man beispielsweise eine Telefonnummer, verifiziert durch nationale Anbieter, hinterlegen muss.
    15 3 Melden
  • Simonetta 29.01.2018 12:00
    Highlight Die Werbefritzen zahlen die sozialen Medien für Klicks auf Webseiten, wo ihre Werbung angezeigt wird.
    Es wurde nie versprochen, dass die angezeigte Werbung von Menschen beachtet wird, und noch nicht einmal, dass Menschen diese Webseiten aufrufen und die Klicks tätigen.
    Es ist keinem Menschen verboten gegen Entgelt im WWW herumzuklicken und wie wild Kommentare zu streuen. Es ist nicht verboten, für Klicks und Kommentare Geld zu zahlen. Und es ist auch nicht verboten, dass eine Maschine sich als Mensch ausgibt (z. B. Sprechautomaten am Kundendiensttelefon).
    Wo ist hier, bitte schön, der Betrug?
    6 15 Melden

Liam füdliblutt – wieso Eltern denken müssen, bevor sie ihre Kinder zu Insta-Stars machen

Kinder, ob lustig oder süss, sind ein Hit auf Social-Media. Aber ethisch könnte da was faul dran sein – eine Analyse.

Es tut weh. Das Bild von Liam*; wie die Speckröllchen über seinen aufgeblähten Bauch rugeln, währenddem er das Wasser in der nicht mal halb gefüllten Badewanne zu schlagen versucht. Seine Mutter, die das Bild auf Facebook geladen hat, hat sein «Schnäbeli» mit lasziv anmutendem Emoji verdeckt. Es ist einfach niedlich.

Auch der Insta-Post, der die einjährige Muriel* beim familiären Ausflug ins Fastfood-Restaurant zeigt, klaubt ein Wonnegefühl aus jeder noch so finsteren Magengrube heraus. Wie …

Artikel lesen