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Sie lebten nur eine Staffel lang. Um diese 3 Netflix-Serien ist es leider nicht schade

Noch nie hat Netflix so viele eigene Serien so schnell in den Orkus geschickt wie 2017.



Und zack, ist wieder eine weg. Netflix macht jetzt enorm kurzen Prozess. Was nicht läuft und obendrein mager bis mies rezensiert wird, wird abserviert. Nach nur einer Staffel. Soeben geschehen mit den Serien «Gypsy», «Girlboss» und «The Get Up».

Früheren erfolglosen Eigenproduktionen liess Netflix wenigstens noch drei («Hemlock Grove») oder zwei («Sense8») Staffeln Zeit zum Sterben, jetzt scheint die Geduld des Streaming-Dienstes sehr zügig an ihrem Ende anzulangen. Fehlt Netflix das Geld für anspruchsvolle kreative Experimente? Nicht unbedingt. Die radikal eigensinnige Mystery-Serie «The OA» von Multitalent Brit Marling spricht vehement dagegen.

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Fucking brilliant und mit einem tollen Twist in der letzten Folge: «The OA» von und mit Brit Marling. Bild: netflix

Netflix-CEO Reed Hastings sagte neulich in einem Talk mit dem «Independent»:

«Unser Output an Hits ist gerade viel zu gross. Deshalb streichen wir viel zu wenig aus dem Programm. Ich versuche ständig, unser Content-Team zu pushen: Wir müssen grössere Risiken eingehen, ihr müsst verrücktere Dinge ausprobieren ... Wir müssten viel mehr rausschmeissen!»

Und so weiter. Ist dem Mann zu trauen oder ist das nur die nett ambitionierte Fassade vor der knallharten Wahrheit der Zahlen? Sagen wir so: Im Fall der folgenden drei Eigenproduktionen hat er recht. Leider sind sie – überhaupt nicht grandios – gescheitert.

«Gypsy»

Oje, oje. Dabei hätte das «psychosexuelle» Drama Potential gehabt: Naomi Watts spielt nämlich eine Therapeutin, die in ihrer Freizeit ihre eigenen Klienten stalkt, ihren Mann betrügt und allgemein für viele Menschen viele Therapiestunden unabdingbar macht. Zudem ist Watts – wie parallel dazu in «Twin Peaks» zu sehen – eine Zierde ihrer Zunft. Das wäre jedenfalls die Theorie.

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Hot? Not. Auch wenn Naomi Watts ihren netten Mann mit einer heissen Musikerin betrügt. Bild: netflix

Doch dann kommt's noch schlechter als in einem Schweizer «Tatort», und die Dialoge (von Lisa Rubin) treten restlos jedes Geheimnis gnadenlos und mindestens dreimal breit. Spannung, Erotik, jegliche Ambition versinken so in einem drögen Brei aus Banalitäten und zäher Langeweile. Und Sam Taylor-Johnson beweist noch dramatischer als schon in «Fifty Shades», dass sie als Regisseurin ganz einfach sackschlecht ist.

Das Ende von «Gypsy» wird Mitte August verkündet.

«Girlboss»

Auch hier war die Ausgangslage interessant: Das Leben einer real existierende Frau mit Internetkarriere wird zur Serie. Die Frau hatte eine beschissene Jugend, lebte eine Weile von den Dingen, die sie in New Yorks Mülltonnen fand, und wurde schliesslich zur Betreiberin eines Online-Shops für Vintage-Mode. Bevor ihr Shop bankrott ging. 

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Dass Sophia (Britt Robertson) diese Jacke findet, ist der absolute Höhepunkt der ersten und einzigen Staffel von «Girlboss». Bild: netflix

Leider wurde die Frau zum nervigsten und plattesten aller Serien-Mädchen umgebaut und ihre Geschichte zu einer Comedy-Nummer verflacht. Die überdies nicht vom Fleck kommt. Kein bisschen. Der Erfolg? Blieb aus. 

«Girlboss» stirbt Ende Juni. 

«The Get Down»

Die Erwartungen waren irr: Regiegott Baz Luhrmann («Romeo + Juliet», «Moulin Rouge», «The Great Gatsby») macht eine Serie! Über die Anfänge von HipHop in New York! Netflix gibt Luhrmann 120 Millionen Dollar, das bis dahin höchste Budget (wir befinden uns noch vor dem «The Crown»-Dreh und seinen 200 Millionen Dollar). Luhrmann überzieht, finanziell und zeitlich und kommt schliesslich zur Erkenntnis, dass er doch viel lieber Filme macht. Alle sind total abgenervt.

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Wenn es um eine Serie ganz still bleibt wie bei «The Get Down», ist dies ein richtig schlechtes Zeichen. bild: netflix

Und dann? Will das Ding einfach niemand sehen. Emily Nussbaum, die komplett seriensüchtige Kritikerin des «New Yorker», die jedem hinterletzten neuen Mehrteiler noch etwas Nettes abzugewinnen vermag, schreibt: «Der Pilot ist wirklich schrecklich. Aufgeblasen und selbstgefällig, abwechselnd verworren und allzu deutlich. Die nächsten drei Folgen sind auch nicht grossartig ...» Und so weiter und so fertig. 

«The Get Down» geht Ende Mai für immer unter.

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Video: srf

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Michael Heldner 23.08.2017 18:51
    Highlight Highlight der erste Teil von The get down war grandios. Leider merkte man am 2. Teil, dass das Budget bereits überzogen wurde. So gut wie die erste Hälfte anfing, so mies war die zweite Hälfte mit ihren Zeichentrickszenen
  • rundumeli 22.08.2017 19:55
    Highlight Highlight meier schreibt über serien ... und das hat sie im griff ... gäng das
  • Hugo Wottaupott 22.08.2017 17:02
    Highlight Highlight The Get Down: kann ja nichts werden mit einem der Moulin Rouge gemacht hat - der wohl schlechteste Film den ich je gesehen habe.
  • Simon 22.08.2017 15:41
    Highlight Highlight The Get Down - mit einer fetten Soundanlage geschaut - fantastisch! Und Sense8 hat mir sehr gefallen, auch wenns zwischendurch chli simpel und absehbar war.
    • hogan 22.08.2017 19:26
      Highlight Highlight sense8 mochte ich auch
  • Pana 22.08.2017 15:12
    Highlight Highlight Ach ne. Ich dachte noch während dem Gypsy gucken, dass es sich eher wie eine Mini-Serie anfühlt, und war über die Cliffhanger am Ende überrascht. Trotzdem schade, gute Schauspieler und eine durchaus spannende Story mit Potenzial.
  • Grins 22.08.2017 14:45
    Highlight Highlight Also ich fand the Get Down grossartig! Ich denke die Serie war einfach weniger in den Medien und deshalb wussten wenige davon. Auch denken viele wohl, dass es sich um ein HipHop-Gangster-Drama handelt. Dabei sind die historischen Fakten für jedermann interessant. Auch die Schauspieler sind super und die Musik sowieso... schade, ich hoffte sehr auf einen 3.Teil :(
    • redeye70 23.08.2017 19:38
      Highlight Highlight Kann da nicht ganz in den Lobgesang einstimmen. Schauspieler topp! Filmtechnische Umsetzung der Serie topp! Musik ausserirdisch! Der Plot mit NY Ende der 70er in der Bronx und Entstehung des Hip-Hop, geht es noch geiler? Aber die Story … viel zu viele Protagonisten, völlig überladener Erzählungsstrang, unrealistische Wendungen, dramaturgisch vollgekleistert. Was will die Serie sein? Zeitgenössische Docutainment, dann ein Liebesfilm, dann ein Musical, gesellschaftskritische Doku? Ich konnte die zweite Staffel nicht mehr schauen. Der Regisseur hat es voll verhauen!
  • Walti Rüdisüli 22.08.2017 13:53
    Highlight Highlight Entschuldigung bitte, aber The Get Down ist nach wie vor eine geniale Serie. Sie hat, obwohl es auf den ersten Blick nicht so scheint, einen gewissen Anspruch. #grandmasterflash
  • zoidberg 22.08.2017 13:29
    Highlight Highlight oohh FU*K und ich dachte schon The OA wird jetzt doch abgesetzt und keine 2te Staffel kommt xD
  • Score 22.08.2017 13:20
    Highlight Highlight Schade, mir hat "The Get Down" gefallen. Es war zwar ziemlich speziell zu Beginn, aber je länger desto mehr hat es mich gepackt und am Ende war ich wirklich gespannt ob und wie es weitergeht. Allerdings weiss ich nicht ob es die zweite Staffel nun gibt oder nicht. Muss gleich mal abchecken :-)
    • Elfranone 22.08.2017 15:06
      Highlight Highlight die zweite staffel ist anfangs jahr doch aufgeschaltet worden auf netflix ..
  • Hugeyun 22.08.2017 13:07
    Highlight Highlight War nicht anders zu erwarten, dass die Manager von Netflix nur Geld scheffeln wollen statt Kunst(werke) zu schaffen
    • #bringhansiback 22.08.2017 13:16
      Highlight Highlight Netflix ist eine Firma. Was erwartest du denn?
    • fischbrot 22.08.2017 13:49
      Highlight Highlight Stimmt. Unsere Welt ist schlecht. Wegen Netflix. Und natürlich den Chemtrails. VERFLUCHTE CHEMTRAILS!!1!
    • Freddie 22.08.2017 18:30
      Highlight Highlight Mit kunstwerken kann netflix auch kein geld verdienen. Es soll viele ansprechen, damit viele es kaufen. Es hat aber durchaus sehr gute filme drauf, ein paar auch selber produziert.
  • W wie Wambo 22.08.2017 12:46
    Highlight Highlight Fands schade, dass Marco Polo keine dritte Staffel bekam. Serien mit spannendem historischem Setting sind leider viel zu selten.
  • DerHans 22.08.2017 12:33
    Highlight Highlight Ich fand The Get Down richtig gut. Setzt vielleicht vorraus dass man sich für die Hip Hop Kultur und für diese Zeit interessiert.
    Da finde ich all diese gefühlten 1000 Comics-Verfilmungs-Serien um Welten schlechter.
  • Chesus80 22.08.2017 12:25
    Highlight Highlight The Get Down lebte von der Musik...und die ist grossartig...nur deswegen lohnte sich die Serie bereits
    • Darth Unicorn #Häschtäg 22.08.2017 12:43
      Highlight Highlight Ohja *.* Die BattleSzene find ich so genial Musikalisch
  • Sauäschnörrli 22.08.2017 12:22
    Highlight Highlight Ich mochte Good Girls Revolt, hätte noch spannend werden können, jedoch wurde es nach einer Staffel abgesetzt. Während einem Cliffhanger. 😒
  • fischbrot 22.08.2017 12:21
    Highlight Highlight War Sense8 tatsächlich nicht erfolgreich, oder wurde es nur wegen der horrenden Produktionskosten abgesetzt?
    • Simone M. 22.08.2017 12:27
      Highlight Highlight Netflix sagt: «Zu wenige Zuschauer für die hohen Kosten.» Also beides.
    • dysfunctional 22.08.2017 12:35
      Highlight Highlight Anhand des riesigen Aufschreis durch die Fangemeinde hat man gemerkt, dass es eigentlich schon extrem viele Zuschauer hat. Aber ich denke die Produktionskosten liegen nun wirklich WEIT über dem, was Netflix dafür ausgeben will. Immerhin sind sie durch den Aufschrei nun fast gezwungen wurden, der Serie einen würdigen Abschied zu finanzieren.
    • Ted Mosby, Architect 22.08.2017 12:55
      Highlight Highlight Spendiert Netflix zum Abschluss nicht noch zweistündiger Abschlussfilm? Endete ja scheinbar mit einem Cliffhanger. Auch war der (grosse) Fan Lager gar nicht entzückt über den Entscheid.
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