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MI6-Büro in London: Neu wird Boris Johnson dort das letzte Wort haben.
Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Gestern im MI6: Der Moment, wenn du merkst, dass Boris Johnson dein neuer Chef ist

Boris Johnson wurde gestern zum neuen Aussenminister Grossbritanniens ernannt. Damit wird er auch Chef des legendären Geheimdienstes MI6. Das Internet hat dies gemerkt – und das ist ziemlich lustig.

14.07.16, 05:06 14.07.16, 09:19


So, zunächst kommen wir zu den News aus London, damit wir auch alle wissen, was gestern geschehen ist. Denn wir sind ein Newsportal und haben nicht nur Quatsch im Kopf. Wenn du das anders siehst, dann scrolle nach unten, dort wird's lustig. Und James Bond wartet auf dich. 

News:

Er war das Gesicht der Brexit-Kampagne und der Wortführer der Europagegner in Grossbritannien. Doch nach seinem Triumph beim Brexit-Votum der Briten verschwand Boris Johnson erst einmal von der Bildfläche, statt sich strahlend dem Land zu präsentieren. Und plötzlich kommt er am Mittwoch als Aussenminister zurück.

Das Amt des Premierministers, für das Johnson im Gespräch war, schnappte ihm die zielstrebige Theresa May weg. Manchem überzeugten Europäer dürfte mit der Ernennung Johnsons zum britischen Aussenminister nun nichts Gutes schwanen.

Dass sich die Briten am 23. Juni tatsächlich mit knapper Mehrheit für den EU-Austritt entschieden, lag nicht zuletzt an Johnson – dem populären einstigen Bürgermeister von London mit seinem charakteristischen blonden Haarschopf. Mit seinem schelmischen Lachen, seiner Intelligenz und Schlagfertigkeit überzeugte der 52-Jährige viele Briten, denen der Rechtspopulist Nigel Farage zu radikal war.

Seinen Anhängern versprach Johnson, das Brexit-Referendum werde zum «Unabhängigkeitstag» Grossbritanniens werden. Einmal ging Johnson sogar so weit, die EU mit Hitler zu vergleichen – aber auch das schadete seinem Rückhalt nicht.

Kritiker warfen Johnson vor, sich aus reinem Opportunismus an die Spitze des Brexit-Lagers gestellt und aus persönlichen Motiven die Zukunft des Königreichs aufs Spiel gesetzt zu haben.

Boris Johnson: Schien sich zunächst von der grossen Bühne zu verabschieden, jetzt ist er der höchste Diplomant Grossbritanniens. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Lügengeschichten über EU verbreitet

Der frühere Journalist hatte einst als Korrespondent in Brüssel mit – teils erfundenen – Geschichten über den Regulierungswahn der EU-Bürokraten dazu beigetragen, Europa bei seinen Landsleuten in Verruf zu bringen.

Nach dem kurz nach dem Brexit-Votum angekündigten Rücktritt seines innerparteilichen Rivalen David Cameron als Premierminister galt Johnson zunächst als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge. Doch dann tauchte Johnson tagelang ab, enttäuschte EU-Anhänger wüteten gegen ihn, er brauchte Polizeischutz und in einer Zeitungskolumne erklärt er dann auch noch, der Austritt aus der EU habe «keine Eile».

Am Ende verzichtete Johnson darauf, für das Amt des Tory-Chefs und damit auch den Posten des Premierministers zu kandidieren. Einstige Brexit-Weggefährten hatten ihm zuvor die Eignung zum Regierungschef schlicht abgesprochen.

Kein Plan für nach dem Brexit

In Brüssel machte sich daraufhin Erleichterung breit, trotz des Entsetzens über das Brexit-Votum und trotz der Kritik an Johnsons Abtauchen. «Ich dachte, das Brexit-Lager habe einen Plan», stichelte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Anfang Juli. Stattdessen würden dessen Anführer das «sinkende Schiff» verlassen.

Nun ist Johnson aber auf einem äusserst einflussreichen Posten zurück – jener Mann, der die EU für überholt hält. Nach dem Brexit-Votum hatte er gesagt, die EU sei «eine noble Idee für ihre Zeit» gewesen, doch «nicht länger richtig für dieses Land».

Lustig:

Gestern im MI6 so: 

Ab nach Hause!

Diese News ist schlechter als «Quantum of Solace».

Vielleicht wird Johnny English jetzt Realität.

Oder ist vielleicht doch alles ganz anders?

Zuvor wurde ja gemunkelt, Boris Johnson möchte Daniel Craig ersetzen.

Wie dem auch sei: Die «Daily Mirror» entschuldigt sich schon mal beim Rest der Welt für den britischen Personalentscheid.

Nicht schlecht. Aber hey, Breel Embolo ist imfall ein Guter!

Apropos Personalentscheidungen.

Könnt ihr euch eigentlich noch an diese Geschichte erinnern? Au weia!

Wortspiele, wir lieben sie.

Vielleicht verfolgen die Briten aber auch einen ganz anderen Plan.

Und dieses Video des neuen Top-Diplomaten darf natürlich auch nicht fehlen.

(cma/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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19
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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Albi Gabriel 14.07.2016 08:09
    Highlight Alles halb so wild. Wir haben ja die Zeit mit Dimitri, ähh Calmy Rey als Chefin des EDA auch überlebt...
    42 72 Melden
  • Takapuna 14.07.2016 07:47
    Highlight Wirklich lustig.
    Bei "...und haben nicht nur Quatsch im Kopf." musste ich schon laut rauslachen. ;)
    29 1 Melden
  • dnsd 14.07.2016 06:52
    Highlight Unglaublich wie einfältig dieser Artikel ist... Boris Johnson ist ein hochintelligenter Mensch der es weiter gebracht hat als es jeder Watson Journalist und jeder dieser möchtegern witzige auf Twitter je bringen wird. Fragt ihr euch eigentlich nie wie dämlich eure Artikel in 5 Jahren tönen wenn UK die EU im Wirtschaftswachstum bei weitem überflügelt?
    54 115 Melden
    • evo_enthusiast 14.07.2016 08:10
      Highlight Und du bist dir da ganz sicher, dass es in 5 Jahren alles besser sein wird mit UK?? #Hellseher #level3000 #heimscheisser
      71 20 Melden
    • Die Erleuchtung 14.07.2016 08:17
      Highlight Oder wie dämlich die Artikel jetzt schon sind, nachdem's Anfangs Monat nicht genug Häme sein konnte "Johnson wirft das Handtuch" "Johnsen der Feigling" "Brexit Befürworter wollen keine Verantwortung übernehmen.." Jeder halbwegs reflektierende Mensch wusste, dass es darum geht Johnson/Farage fertig zu machen, egal was sie tun (entweder sind sie machtgeile Karrieristen oder feige Drückeberger)

      Herrlich dazu gewisse Kommentare der allweisen Watson Leserschaft:

      30 27 Melden
    • Die Erleuchtung 14.07.2016 08:18
      Highlight Oder das:
      25 23 Melden
    • Die Erleuchtung 14.07.2016 08:19
      Highlight Sehr gut analysiert -.-
      26 21 Melden
    • Die Erleuchtung 14.07.2016 08:19
      Highlight Wirklich gut...
      22 28 Melden
    • chandler 14.07.2016 09:08
      Highlight Willst du nicht die Watson App installieren? ;-)
      41 6 Melden
    • Amadeus 14.07.2016 09:12
      Highlight @dnsd
      Ja, weit gebracht hat er es, der Boris. Er wurde bei der 'Times' entlassen, weil er ein Zitat gefälscht hatte. Was für ein Super-Journalist.
      @Die Erleuchtung
      Boris übernimmt immer noch keine Verantwortung. Theresa May ist PM und war gegen den Brexit und David Davis ist neu Secretary of State for Leaving the European Union und muss die Verhandlungen führen. Und einen Plan, wie es weitergehen soll haben die Tories immer noch nicht präsentiert.
      41 13 Melden
    • zsalizäme 14.07.2016 09:15
      Highlight @dnsd mimimimimi
      19 14 Melden
    • Walter Sahli 14.07.2016 09:15
      Highlight "Den Bock zum Gärtner machen" kennsch?
      23 6 Melden
    • Theor 14.07.2016 09:27
      Highlight Die Grundaussage ist schon wahr. Boris Johnson als Idiot darstellen zu wollen ist disqualifizierend. Alleine seine Schulausbildung überflügelt die von uns allen bei weitem. Vieleicht ist er bessessen - oder ein russischer Doppelagent - aber dumm ist er nicht. Kann er schlichtweg nicht sein, bei dem Lebenslauf. Das sollte man schon auch professioneller rüberbringen.
      20 1 Melden
    • Süffu 14.07.2016 10:43
      Highlight Als PM könnte man keine Opferrolle einnehmen, als Aussenminister gibt es da schon mehr Möglichkeiten. Boris und Konsorten könnten ohne ohne diesen Trick nicht politisieren.

      Iwie hätte man bei der MEI ja auch gerne zugeschaut wie die SVP die dampfende Kacke auslöffelt, wenn nicht soviel davon abhängen würde.

      Finde es süss wieviel Zeit sich einige nehmen um "i ha drs ja gseit" schreiben zu können - wieviel Gewicht ein Kommentar in einer News-App für einige hat ist leicht beängstigend.
      12 9 Melden
    • Die Erleuchtung 14.07.2016 13:07
      Highlight @Süffu
      Es geht nicht um "ein Kommentar in einer News-App" Habe nur ein paar Beispiele gepostet, die stellvertretend für die Herdenmeinung stehen:

      Zuerst: "Mimimi... Johnson der Feigling stiehlt sich aus der Verantwortung..."

      Und jetzt plötzlich "Mimimi...der ist doch nicht fähig.... Bock zum Gärtner...mega schlimm.."

      Es ist eben schon ein beängstigendes Phänomen, wie schnell sich die Herde eine Meinung bildet und wie sie dann zurechtgerückt wird, sobald Onkel Realität das Spiel verdirbt.

      Menschen ihre Aussagen von gestern vorzuhalten kann zu besser reflektierten Aussagen in Zukunft führen
      8 7 Melden
    • exeswiss 14.07.2016 17:18
      Highlight @Die Erleuchtung nur weil er jetzt zum aussenminister "ERNANNT" wurde, täuscht es trotzdem nicht darüber hinweg, das er vor dem amt des premierministers den schwanz eingezogen hat.
      4 6 Melden
    • Maett 15.07.2016 04:32
      Highlight @exeswiss: die Partei hat ihn dazu gedrängt, nicht als PM anzutreten (soweit ich mich erinnere) - wieso soll er als PM-Kandidaten antreten, wenn er nicht den Rückhalt der eigenen Partei hätte?

      @Süffu: es geht nicht um einzelne Kommentare, sondern um den gesamten Tenor in den Artikeln und den (fast) gesamten Kommentarspalten. Beissreflex von A-Z, Reflexionsvermögen gleich Null. Aber wem sage ich das...
      4 0 Melden
    • exeswiss 15.07.2016 16:02
      Highlight @maett quelle? nie was von gelesen.
      0 1 Melden

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