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In Cannes gab es bis heute 1688 Filme von Männern – und 82 von Frauen

82 Film-Frauen haben am bekannten Filmfestival für Chancengleichheit appelliert.

12.05.18, 21:49

Beim Filmfestival in Cannes hat Jury-Präsidentin Cate Blanchett am Samstag mit rund 80 Mitstreiterinnen einen Appell für Chancengleichheit und gleiche Bezahlung für Frauen in der Filmbranche gestartet.

Im Namen von insgesamt 82 Frauen aus der Filmbranche verlas die Oscar-prämierte Schauspielerin Blanchett mit der französischen Regisseurin Agnès Varda auf dem roten Teppich ihre gemeinsamen Forderungen nach völliger Gleichbehandlung von Frauen in ihrer Branche.

Ava Ava DuVernay, Cate Blanchett und Agnes Varda (von links). Bild: EPA/EPA

Blanchett, die wie ihre Mitstreiterin schwarz gekleidet auftrat, las den Appell auf Englisch vor, Varda auf Französisch. «Wir fordern unsere Regierungen und unsere Staatsgewalten auf, die Gesetze für Einkommensgleichheit anzuwenden», hiess es in dem Appell.

Es sei «an der Zeit», dass alle Positionen in der Filmbranche für Frauen geöffnet werden. Die 82 Frauen forderten zudem «Parität und Transparenz in den Entscheidungsgremien».

Nur 82 Filme von Frauen

Dass sich 82 Frauen an dem Appell beteiligten, ist kein Zufall. Damit wollten sie daran erinnern, dass seit dem ersten Filmfestival in Cannes im Jahr 1946 nur 82 Filme im Wettbewerb von Frauen stammten – gegenüber 1688 Beiträgen ihrer männlichen Kollegen.

Neben 71 Männern seien bislang nur zwei Frauen mit der Goldenen Palme geehrt worden: 1993 die neuseeländische Regisseurin Jane Campion für «Das Piano» sowie Varda im Jahr 2015 mit einer Ehren-Palme.

«Frauen sind nicht in der Minderheit in der Welt und dennoch sagt unsere Branche das Gegenteil», beklagten Blanchett und Varda, die auf dem roten Teppich von Filmgrössen wie Claudia Cardinale und Marion Cotillard umgeben waren.

Die 71. Filmfestspiele in Cannes stehen im Zeichen der #MeToo-Debatte um sexuelle Übergriffe in der Filmbranche. Auch in Frankreich hatte die Affäre um den früheren Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hohe Wellen geschlagen. Rund hundert Frauen werfen dem früheren Filmproduzenten Belästigung oder Vergewaltigung vor. Mehrere der Fälle sollen sich in Cannes ereignet haben.

Für mehr Frauen

Dieses Jahr stammen von 21 Filmen, die um die Goldene Palme konkurrieren, nur drei von Regisseurinnen. In der Jury sind die Frauen dafür mit fünf zu vier in der Mehrheit.

Blanchett hatte das Festival am Dienstag bereits mit einem Appell für Gleichberechtigung in der Filmbranche eröffnet. «Will ich mehr Frauen im Wettbewerb sehen? Natürlich», sagte die australische Schauspielerin. «Wird das bald passieren? Ich hoffe es.» Die Gäste begrüsste sie mit den Worten «Meine Damen, meine Damen, meine Damen, meine Herren...».

(sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 13.05.2018 11:00
    Highlight Vielleicht sind wir Männer auch einfach so gut? 😉
    2 2 Melden
  • Citation Needed 13.05.2018 11:00
    Highlight Filme brauchen Investments. Studien aus der Investment-Branche zeigen, dass Frauen einzig aufgrund ihres Geschlechts signifikant weniger Kapital erhalten, also unabhängig vom Projekt/StartUp/Businessplan, etc. Rationale oder sachliche Begründungen gibt es keine. Was tun? Gäbe es mehr weibliche Erfolgsprojekte, dann würde das unbewusste Misstrauen gegen Frauen als Unternehmerinnen weniger. So gesehen macht Blanchetts Aufruf Sinn.
    Blitzer: Ruhig Blut! Auch Frauen neigen dazu, Männer als kompetenter einzustufen. Ist also keine Kritik an Männern, sondern Fürsprache für Frauen.
    2 0 Melden
  • Pergjo 13.05.2018 09:09
    Highlight Find ich zwar gut, so einen Appell, allerdings muss man fairerweise sagen, dass es halt weitaus mehr männliche als weibliche Regisseure gibt. Wieso auch immer.
    1 1 Melden
  • pamayer 12.05.2018 23:26
    Highlight 5%. Immerhin.

    Alter Macho Haufen.
    8 13 Melden

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