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epa06298907 Activists from the feminist group Femen shout slogans against Polish-French director Roman Polanski (not pictured) as he arrives at La Cinematheque for the launch of his retrospective in Paris, France, 30 October 2017. Polanski is a fugitive in connection with his 1977 guilty plea to unlawful sexual intercourse with a 13-year-old girl. Polanski's victim, Samantha Geimer, was in the court to address the judge and asked him to end the case.  EPA/YOAN VALAT

Barbusiger Protest gegen Polanski in Paris.  Bild: EPA/EPA

«Keine Ehrung für Vergewaltiger» – Nackt-Protest gegen Polanski

31.10.17, 06:19 31.10.17, 07:21


Dutzende Frauen haben in Paris gegen die Eröffnung einer Werkschau des wegen Vergewaltigung beschuldigten polnischen Regisseurs Roman Polanski protestiert. Zwei Aktivistinnen der Organisation Femen drangen «oben ohne» in das Filminstitut Cinémathèque française ein.

Sie wurden aber bei dem Zwischenfall am Montagabend umgehend aus dem Gebäude befördert. Vor der Tür demonstrierten sie zusammen mit den anderen Feministinnen weiter.

epa06298892 An activist (R) from the Ukrainian feminist group Femen shouts slogan as Polish-French director Roman Polanski (C) as he arrives at La Cinematheque for the launch of his retrospective in Paris, France, 30 October 2017. Polanski is a fugitive in connection with his 1977 guilty plea to unlawful sexual intercourse with a 13-year-old girl. Polanski's victim, Samantha Geimer, was in the court to address the judge and asked him to end the case.  EPA/YOAN VALAT

Femen-Aktivistinnen protestieren gegen Polanski. Bild: EPA/EPA

Die Demonstrantinnen riefen «Keine Ehrung für Vergewaltiger», als der 84-jährige Filmemacher an ihnen vorbeiging. Die Organisatoren der Demonstration verlangen die Absage der Retrospektive. Der Präsident der Cinémathèque, der Regisseur Costa-Gavras, sagte am Montagabend, dies stehe nicht zur Debatte. Die Filme Polanskis seien «mehr denn je unentbehrlich für unser Verständnis der Welt und des Kinos».

Auch das Pariser Publikum zollte dem Regisseur von bekannten Filmen wie «Rosemary's Baby», «The Pianist» und «Carnage» am Montagabend Respekt und applaudierte begeistert, als dieser in Begleitung seiner Frau Emmanuelle Seigner auf die Bühne kam. Auf die Proteste gegen ihn ging er in seiner Rede nicht ein.

Wegen Vergewaltigung angeklagt

Polanski wurde 1977 in den USA wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen angeklagt, weil er als damals 43-Jähriger Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer hatte. Im Januar 1978 floh er aus den USA und kehrte nie wieder zurück. Die US-Justiz hält bis heute an ihrer Klage fest.

Im Zuge des Missbrauchs-Skandals um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein sind auch gegen Polanski neue Vorwürfe laut geworden. Die frühere deutsche Schauspielerin Renate Langer warf ihm vor, sie 1972 im Alter von 15 Jahren in der Schweiz vergewaltigt zu haben. Anfang des Jahres hatte Polanski auf Druck von Feministinnen auf die Präsentation der Verleihung des französischen Filmpreises César verzichten müssen. (sda/afp)

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • My Senf 31.10.2017 08:31
    Highlight Ähm irgendwie schätzte ich garvas obwohl ich ihn genauso wenig kenne wie Polanski
    aber
    Die Filme Polanskis seien «mehr denn je unentbehrlich für unser Verständnis der Welt und des Kinos»
    Hä 🤡
    Was genau verstehen denn die Leute die Polanski s Filme gesehen haben besser von dieser 🗺
    Ok beim Kino ist klar, da hilft es zu verstehen wie so Kerle wie er und Weinstein so weit gekommen sind!
    10 5 Melden
    • 4kant 31.10.2017 13:28
      Highlight Ach, diese journalistische Heiligsprechung Polanskis braucht man nicht Ernst zu nehmen. Das soll bloss den Riesenflecken auf seiner Weste reinwaschen, damit die Leute aus der Kinoszene kein schlechtes Gewissen haben müssen, weil sie einen (noch nicht verurteilten) Sexualstraftäter bewundern. Das ist wie mit den Ausreden für Le Corbusier, der als genialer Designer und Architekt und nicht als ein scheusslicher Antisemit gesehen werden soll, der er aber war.
      5 1 Melden
    • Saraina 31.10.2017 20:27
      Highlight Ich habe nicht das geringste Problem damit, einen Film, ein Buch oder Musik eines Straftäters zu geniessen. Straftat ist Straftat und gehört angezeigt, vor Gericht gebracht und verurteilt, und Kunst ist Kunst. Ich würde Polanski nicht meine minderjährige Tochter anvertrauen, aber er hat für seine Übergriffe sicher nicht Berufsverbot im Film verdient. Die Filme sind Spitze. Auch Corbusier kann sowohl genialer Architekt und Antisemit gewesen sein. Diese hyperemotionalisierung ist zum Ko....
      3 0 Melden
  • DerTaran 31.10.2017 08:12
    Highlight Tatsächlich ist es mir unverständlich, dass man Polanski weiterhin so den Hof macht. Die Schweiz hätte ihn in die USA ausliefern sollen.
    23 9 Melden
  • walsi 31.10.2017 06:58
    Highlight Gegen einen Vergewaltiger demonstrieren in dem man die Brüste zeigt, dass muss man nicht verstehen, oder?
    26 14 Melden
    • My Senf 31.10.2017 08:26
      Highlight Kann man aber!
      14 16 Melden
    • 4kant 31.10.2017 08:59
      Highlight Irgendwie macht es Sinn. Das unaufgeforderte präsentieren nackter Brüste ist eine grobe sexuelle Belästigung, ein aggressiver Akt der Verletzung der Privatsphäre und des Schamgefühls des unfreiwilligen Zuschauers.
      Es ist in dem Sinne als Racheakt aufzufassen, ein geistloser, primitiver Racheakt.
      6 8 Melden
    • Judge Dredd 31.10.2017 12:08
      Highlight "Das unaufgeforderte präsentieren nackter Brüste ist eine grobe sexuelle Belästigung,"

      In welchem Universum soll das eine GROBE sexuelle Belästigung sein?

      Und, by the way, auch der Rest des Kommentars ist irgendwie einfach nur wirr.
      6 5 Melden
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