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7 Gründe, die dir beweisen: Es wäre der grösste Fehler, die Oscars 2017 zu unterschätzen

24.02.17, 10:42 24.02.17, 12:03


1. Trümmlig, trunken, Trump

Die «New York Times» ruft unter dem Hashtag #OscarsSoOrange zu einer nationalen Leber-Kollaps-Nacht auf. Beziehungsweise zu einem Trinkspiel. Pro Trump-Erwähnung ein Shot. Also schätzungsweise tausend. Weil dies die politischste Oscarnacht aller bisherigen Zeiten wird. Aber bevor wir uns kollektiv ins Verderben stürzen, betrachten wir mal ein paar der Favoriten aus Trumps Perspektive:

Sie kämpfen um den Oscar für den besten Film

London protestiert am deutlichsten

Der iranische Regisseur und Oscarpreisträger Asghar Farhadi ist mit «The Salesman» in der Kategorie «bester fremdsprachiger Film» nominiert. Wäre Trumps Einreisesperre noch in Kraft, dürfte Farhadi nicht zur Oscar-Verleihung fahren. Er weigert sich deshalb, nach Los Angeles zu reisen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan lädt nun am 26. Februar rund 10'000 Londoner zu einer Gratis-Open-Air-Vorstellung von «The Salesman» an den Trafalger Square ein. «Die Londoner waren schon immer stolz auf ihre Weltoffenheit», sagt Sadiq, «was gibt es da Besseres, als diesen starken Film auf einem der berühmtesten Plätze der Welt gemeinsam anzuschauen.»

Farhadi (hier mit Schauspielerin Taraneh Alidoosti) 2016 in Cannes. Bild: JULIEN WARNAND/EPA/KEYSTONE

2. Die Schweizer Chancen

Wir haben genau zwei: auf den besten Animations- und den besten Kurzfilm. Bleiben wir zweckpessimistisch. Wir schaffen das nicht. Der Kurzfilm über Jane Birkins Liebe zu einem unsichtbaren Zugführer («La femme et le TGV») ist zu idyllisch, das Zucchini-Melodram («Ma vie de Courgette») aus der Romandie bei aller Liebe zu simpel.

Umfrage

Wie schätzt du «unsere» Chancen ein?

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483 Votes zu: Wie schätzt du «unsere» Chancen ein?

  • 19%Wenn wir verlieren, weint Federer sicher. Oder wenn wir gewinnen.
  • 11%Blöde Hollywood-Massenware, ich liebe unsere Filme!
  • 34%Über einen Oscar würde ich mich schon freuen. Ein bisschen.
  • 36%Mir doch egal.

3. #OscarsNotSoWhite!

Endlich! All die Jahre der Frustration sind vorbei (es sei denn «La La Land» räumt schon wieder alles ab)! Jetzt schlägt die Stunde von «Moonlight», diesem klugen, unsentimentalen Film über die erste Liebe eines etwas zu zart geratenen Ghetto-Kids, das zwar zum starken Mann mutiert, innen drin jedoch bedürftig, weich und über Jahre rührend treu bleibt. Es dürfte auch die Stunde von Viola Davis (TV-Zuschauer kennen sie aus «How to Get Away with Murder») und von «Slumdog Millionaire» Dev Patel werden.

Dies sind die wichtigsten #OscarsNotSoWhite-Kandidaten

4. Der Moderator

Wären Jimmy Kimmels Ururgrosseltern väterlicherseits nicht nach Amerika ausgewandert, so wäre er heute ein Deutscher namens Hans Kümmel. Die Familie seiner Mutter kommt aus Italien. Seine berühmteste Ex-Freundin ist die Komikerin Sarah Silverman. Sein liebster Freund und Feind: Matt Damon. In seiner Late-Night-Show «Jimmy Kimmel Live!» gibt es unzählige Nummern wie «Matt und Jimmy bei der Paartherapie» oder «Wer ist der Vater?». Seit elf Jahren.

Der Höhepunkt ihrer lustigen Hassliebe war 2009. Da schlief Matt Damon mit Sarah Silverman und Jimmy Kimmel mit Ben Affleck. Oder so ähnlich:

«Fucking Ben Affleck»

Video: YouTube/Jimmy Kimmel Live

2013 sorgte er für einen Skandal. In einer Kindersendung fragte er, wie Amerika seine Schulden bewältigen könne. «Indem wir alle Chinesen töten», sagte eins der Kinder. «Sollen wir Chinesen überhaupt erlauben zu leben?», fragte Jimmy. Die Kacke dampfte. Aber sie verdampfte auch recht schnell.

5. Wer schaut sich das an?

Diese Oscar-Kandidaten haben auch in der Schweiz viele ins Kino gelockt:

Umfrage

Welchen dieser Filme hast du schon gesehen?

  • Abstimmen

440 Votes zu: Welchen dieser Filme hast du schon gesehen?

  • 15%Den Film, wo Aliens komische Rauchzeichen geben.
  • 20%Den Super Bowl.
  • 21%Ich hasse alle Musicalfilme.
  • 5%Den Gemüsetrickfilm.
  • 18%Den Film, wo Sheldon aus der «Big Bang Theory» mitmacht und gegen eine Frau verliert.
  • 16%Sag ich nicht.
  • 5%Den Film, wo dieser altmodische Hosenstoff im Titel drin vorkommt.

6. Das Affleck-Problem

Einer von den Affleck-Brothers macht immer Probleme. Zuerst geht Ben mit der Nanny fremd und vertreibt die gute Jennifer Garner von seiner Seite. Dann kommen zwei Frauen und sagen, Casey hätte sie 2010 bei Dreharbeiten sexuell belästigt. Nicht missbraucht, aber sich zu ihnen ins Bett geschlichen (beide Seiten waren dabei schwer betrunken), ihnen seinen Penis gezeigt und mit seinen Eroberungen angegeben.

Alter, deine Krawatte! Casey hilft Bruder Ben. Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/Invision

Casey zahlte, seither schweigen die Frauen, Casey gewinnt gerade mit «Manchester by the Sea» einen Award um den andern und ziemlich sicher auch seinen Oscar. Der «Guardian» fragte sich, wieso er nicht mehr geächtet wird. Erstens, weil er kein Vergewaltiger sei.

Zweitens, weil Bruder Ben und Kindheitsfreund Matt Damon, die 2017 selbst keine Filme in irgendeinem Award-Rennen haben, sich zu seinen Kampagnenchefs ernannt haben und gemeinsam sämtliche Jurys der Saison für Casey einnehmen. Und das heisst vor allem eins, besonders in Bezug auf die überalterten Teile der Oscar-Jury:  Altersheimbesuche. Viele, viele Altersheimbesuche. So macht man Ruhm.

7. Wie setzt sich die Academy 2017 zusammen?

Bis 2016 war die Academy glattweg zum Verzweifeln alt (im Schnitt 63 Jahre), männlich (zu 76 Prozent) und weiss (94 Prozent). Chris Rock begrüsste uns deshalb zu den «White People's Choice Awards».

Im Juni 2016 fand jedoch der grosse Wandel statt: Die Academy wurde um 683 Mitglieder auf rund 7000 aufgestockt. Von diesen 683 sind 46 Prozent Frauen und 41 Prozent nicht weiss. Zu den neuen gehören Namen wie Mahershala Ali, America Ferrera, Gabrielle Union, «True Detective»-Regisseur Cary Fukunaga oder der Musiker Will.i.am.

Jedes neue Academy-Mitglied brauchte zwei Götti oder Gotten aus der bestehenden Academy und musste an mindestens drei Filmen innerhalb von zehn Jahren mitgewirkt haben. Das Resultat: In den beiden Kategorien «bester Film» und «beste Regie» findet sich keine einzige Regisseurin. Und why the fuck wurde Amy Adams für «Arrival» nicht als beste Hauptdarstellerin nominiert? Ist ihre Rolle nicht eine spektakuläre Weiterentwicklung der Ellen Ripley aus «Alien»? Aber keine Liste ist perfekt. Nie.

Und was macht watson?

Anna Rothenfluh und Simone Meier versuchen, euch in der Nacht auf Montag ab 00:30 Uhr das Gefühl zu geben, so richtig dabei zu sein. Aus Simones Wohnzimmer. Anna hat sich dies zur Verpflegung gewünscht:

bild: sme

Selbstverständlich wird sie es bekommen. Ziemlich sicher braucht sie in dieser Nacht auch ein Red Bull. Simone wird keine Kraft haben, sie davon abzuhalten. Und was dann passiert ...

So süss waren die Stars des Oscar-Jahrgangs 2017

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • theSkywalker 25.02.2017 15:58
    Highlight Bin ich der Einzige, der sich fragt, was zur Hölle will.i.am in der Jury macht?!

    1 0 Melden
  • Luca Brasi 24.02.2017 17:29
    Highlight Und wo sind die Italos, die letztes Jahr so viele Nominationen hatten?

    #oscarswithoutmeatballs

    :(

    ;)
    4 0 Melden
  • Waedliman 24.02.2017 15:31
    Highlight Weder "Arrival" noch "Hidden Figures" sind meiner Meinung nach Oscar-trächtige Filme. Sie sind sauber gemacht, keine Frage, aber "Arrival" ist in sich nicht logisch und "Hidden Figures" ist ein durchschaubares Feel-Good-Movie, das nur so nach Sympathie für seine Figuren hechelt.
    4 8 Melden
    • blobb 24.02.2017 15:50
      Highlight Arrival ist durchaus logisch wenn man ihn versteht ;)
      6 2 Melden
  • FrancesB 24.02.2017 14:31
    Highlight Foie gras klingt sehr gut (ob die in Hollywood so etwas auch haben???)
    Aber bitte bitte kein Red Bull liebe Anna, sei stark!
    6 2 Melden
    • fritteli 24.02.2017 20:19
      Highlight Stopfleber, im Ernst!? Schämt euch. 😢
      1 0 Melden
    • Closchli 24.02.2017 21:09
      Highlight Frau Rothenfluh, bitte nicht schwach werden Entzug von Energy-Drink zum. versuchen einzuhalten. Aber Fois Gras? Vlt. sollten Sie doch Red Bull(shit) trinken, oder werden dafür auch Tiere (DIE KEINE DELFEN SIND) dafür gequält? Wenn ja empfehle ich Hahnewasser mit grünem Zeug um stylish und zeitkonform durch dieses Eitelkeitsmarathon durchzukommen. OK ich gebe es zu, ich bin neidisch, wer wird schon für seine von ihm erwartete Arbeit derart mit Goodies verwöhnt. Bei mir heisst es lapidar: unsere Erwartungen lauten, dass du deine Arbeit sehr gut machst, =Anforderungen erfüllt :-)
      1 0 Melden
  • pamayer 24.02.2017 13:34
    Highlight Zu den Trump'schen Kommentare zu den Favoriten: zum Glück sind es nicht mehr Filme gewesen, sonst hätte er sich wiederholen müssen...


    BELIVE ME, IT'S TRUE.
    1 4 Melden
  • EMkaEL 24.02.2017 12:07
    Highlight I'm ready..! 😤
    0 4 Melden

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