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A montage of French national newspaper front pages reporting on the winners of the first round of the French presidential election, centrist candidate Emmanuel Macron and far-right candidate Marine Le Pen, are displayed in Paris, France, Monday, April 24, 2017. French voters shut out the country's political mainstream from the presidency for the first time in the country's modern history, and on Monday found themselves being courted across the spectrum for the runoff election. (AP Photo/Laurent Rebours)

Bild: Laurent Rebours/AP/KEYSTONE

Börse jubelt über Macrons Sieg

24.04.17, 11:51 24.04.17, 14:48


Die Erleichterung an Europas Börsen nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich ist riesig: In der Schweiz kletterte das Barometer der Grosskonzerne (SMI) im Vormittagshandel um 1,5 Prozent. Am grössten war die Freude der Anleger aber an der Börse in Paris.

Dort schoss der Börsenindex CAC 40 um 4,5 Prozent in die Höhe. Auch die italienische Börse sowie die Marktplätze in Wien, Skandinavien oder London reagierten freudig. Der Deutsche Aktienindex (Dax) erklomm gar einen neuen Rekord bei 12'398 Punkten.

Händler sprachen von einer Erleichterungsrally. «Die Märkte waren vor der Wahl ja wie paralysiert. Da hat sich Einiges aufgestaut», sagte ein Händler. Nun werde erwartet, dass Macron auch die Stichwahl im Mai gewinnen werde, schrieb die Credit Suisse in ihrem Tageskommentar. «Und das gibt den Aktienmärkten Auftrieb», sagte ein Börsianer.

Albtraum verhindert

Der Stimmenvorsprung des Euro-Unterstützers Macron sei das «perfekte Szenario» für die Märkte, sagte ein Händler. Das gute Abschneiden habe auch das Albtraum-Szenario einer möglichen Stichwahl zwischen den beiden Euro-Gegnern Le Pen und Jean-Luc Mélenchon verhindert.

Aber auch wenn sich die Meinungsforschungsinstitute weitgehend einig seien, sollte ein Wahlsieg von Emmanuel Macron nicht als in Stein gemeisselt betrachtet werden, warnte ein anderer Kommentator. Denn je mehr es Le Pen gelinge, ihre eigenen Wähler zu mobilisieren, desto besser stünden ihre Siegchancen.

Zudem sei noch noch nicht klar, für wen sich die Wähler des viertplatzierten Linkspopulisten Mélenchon entscheiden würden, gab die Liechtensteiner VP Bank zu bedenken: «Es ist nicht auszuschliessen, dass diese Stimmen an Le Pen gehen.»

Bei diesem Szenario könnte der Front National ebenfalls das Rennen machen. Ein Wahlsieg von Le Pen wäre wohl der Anfang vom Ende der EU und damit der Währungsunion.

Hoffnungen auf Wirtschaftsreformen

Ein Wahlsieg von Macron wecke indes Hoffnungen auf umfangreiche Wirtschaftsreformen, schrieb die VP Bank. Dies würde das Wachstum antreiben, auch wenn Macrons Ziele zur Senkung der hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich sehr ambitioniert seien, hiess es bei der Bank Unicredit.

French centrist presidential candidate Emmanuel Macron thumbs up as he addresses his supporters at his election day headquarters in Paris , Sunday April 23, 2017. Macron and far-right populist Marine Le Pen advanced Sunday to a runoff in France's presidential election, remaking the country's political system and setting up a showdown over its participation in the European Union. (AP Photo/Christophe Ena)

Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

Der Ausgang der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen sei ein sehr positives Ergebnis für Europa und die Stabilität von Realwirtschaft und Finanzmärkten«, sagte ein Analyst von der Bremer Landesbank. »Die politischen Unsicherheiten, die zur Schwäche des Euro und zum Kapitalabzug aus Europa geführt haben, sind zwar noch nicht vollständig bereinigt, aber immerhin zu 90 Prozent."

Gerade die Anleger aus Übersee, die derzeit Europa meiden würden, könnten nach einem klaren «Non» zur ungewissen und nationalistischen Politik von Le Pen wieder zurück an die europäischen Börsen finden, urteilte die VP Bank.

Bankaktien als Nutzniesser

Besonders die Aktien von Banken profitierten von der Erleichterung an den Börsen. Die Titel von UBS und Credit Suisse schossen um rund 5 Prozent in die Höhe, während Julius Bär und Vontobel mit einem Plus von etwa 2 Prozent weniger gefragt waren.

Die Deutsche Bank gewann 6,4 Prozent, Commerzbank 8,5 Prozent. Sie waren mit Abstand die gefragtesten Werte im Dax. Das französische Institut Société Générale kletterte um fast 10 Prozent, Credit Agricole um gut 9 Prozent., BNP Paribas über 8 Prozent. Das Brokerhaus Kepler Cheuvreux stufte französische Banken auf «übergewichten» nach oben. (nfr/sda/reu/awp)

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