International

Erschöpft, erleichtert, froh: Über Nacht sind erneut 1000 Flüchtlinge in Wien angekommen.

Briten und Franzosen erwägen Militäreinsatz in Syrien

06.09.15, 13:20 06.09.15, 13:32

Nach der Eskalation der Flüchtlingskrise erwägen Länder wie Grossbritannien und Frankreich eine Beteiligung am US-Militäreinsatz in Syrien. Der britische Finanzminister George Osborne sagte, das Problem müsse an seiner Wurzel angegangen werden.

Das seien die Führung um Syriens Präsident Baschar al-Assad sowie die IS-Terrormiliz. Viele der Flüchtlinge in Europa kommen aus Syrien. Dort tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, der sich durch eine Offensive des IS verschärft hat. Frankreichs Präsident François Hollande will sich am Montag zu Berichten äussern, wonach seine Regierung einen Einstieg in den Syrien-Einsatz erwägt.

Offenbar deutet sich in Paris ein Politikwechsel an. Präsident Hollande habe darüber mit seinem Verteidigungsstab beraten, berichtete «Le Monde». Hintergrund seien die syrischen Flüchtlinge, ausbleibende Erfolge im Kampf gegen den IS und die zunehmende Präsenz Russlands in der Region.

Erneuter Vorstoss im Parlament

Der britische Premierminister David Cameron will der «Sunday Times» zufolge Anfang Oktober das Parlament bitten, Luftangriffe auf den IS zu billigen. Dies wäre der zweite Anlauf, denn noch vor zwei Jahren hatten die Abgeordneten einen Syrien-Einsatz abgelehnt.

Chaos im ungarischen Bicske

Die USA führen eine Allianz an, die die islamistischen Terrormilizen sowohl im Irak als auch in Syrien aus der Luft angreift. Als erstes Land hatte sich Frankreich dem Einsatz im Irak angeschlossen, auch Australien ist dabei. Eine Ausdehnung auf Syrien hatten beide Staaten abgelehnt.

Der australische Ministerpräsident Tony Abbott sagte aber am Sonntag, die Krise erfordere nicht nur mehr Engagement für Flüchtlinge, sondern auch eine sicherheitspolitisches Signal in der Region. Die Regierung will binnen einer Woche darüber entscheiden, ob sie sich dem Kampf in Syrien anschliesst.

Stärkeres Engagement Russlands?

US-Aussenminister John Kerry äusserte sich in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow besorgt über Berichte, wonach sich Russland in Syrien militärisch stärker engagiere. Der «New York Times» zufolge hat Russland ein Vorauskommando entsandt.

Zudem seien Wohneinheiten und eine Kontrollstation zu einem syrischen Flugplatz gebracht worden. Dies lege nahe, dass Russland bis zu 1000 Berater oder anderes Militärpersonal abordnen könne. Womöglich werde der Flugplatz für Luftangriffe zur Unterstützung Assads vorbereitet.

Syriens Präsident Assad versucht seit 2011, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Russland ist einer seiner wichtigsten internationalen Unterstützer. Unterdessen halten die Kämpfe unvermindert an. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bei Zusammenstössen zwischen dem IS und rivalisierenden Rebellen nahe der türkischen Grenze seien Dutzende Menschen getötet worden. (sda/reu)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Stratosurfer 06.09.2015 15:18
    Highlight Und wer soll dort genau bekämpft werden? Der Diktator und Schlächter Assad, die mit ihm verbündeten Iranischen Schiitenmilizen oder die gegnerischen Truppen der Nusra Front oder sogar der IS? Die Ansage scheint mir ziemlich kopflos.
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  • Gelöschter Benutzer 06.09.2015 15:10
    Highlight Die Haltung der EU bisher: in Syrien kehrt Friede ein, wenn wir mordende radikale Islamisten der Al Nusra Front unterstützen.

    Die Haltung der EU neu: in Syrien kehrt Friede ein, wenn wir dem Land den Krieg erklären.

    Das ganze könnte aus der Feder der Monthy Python stammen.

    6 5 Melden
  • Crisyscon N. Trueb 06.09.2015 14:45
    Highlight Was heisst hier "erwägen"!?! Das ist schlichtweg einfach Feigheit und Scheinheiligkeit... jetzt wo die EU zu spät feststellt, dass ja die Symptombekämpfung mit dem Weiterschieben der Flüchtlingsströme nicht aufgeht... Kommt man auf einmal auf den Gedanken, dass man halt doch besser die Ursache bekämpft hätte! So was von scheinheiliger und feiger Politik! Halt eben EU. Aber die Türkei hat ja bestens vorgemacht, wie so was getarnt geht auf Kosten der Kurden!
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  • AL:BM 06.09.2015 13:40
    Highlight Na endlich. Habe schon gedacht, man warte bis die Türken alles alleine in Brand gesteckt haben...
    13 3 Melden

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