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Supporters of French hard-left presidential candidate Jean-Luc Melenchon gather in Marseille's Old Port, southern France, to attend a campaign rally, Sunday, April 9, 2017. The two-round presidential election is set for April 23 and May 7. (AP Photo/Claude Paris)

Blick auf den Hafen von Marseille gestern Sonntag: Vorne auf der Bühne steht Überraschungsmann Jean-Luc Mélenchon, der vor rund 70'000 Menschen einen Wahlkampfauftritt absolviert.  Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Trauerst du immer noch Bernie Sanders nach? Dann gibt's jetzt guten Grund zur Hoffnung

Der Wahlkampf in Frankreich weist deutliche Parallelen zu jenem in den USA auf. Linksaussenpolitiker Jean-Luc Mélenchon befindet sich auf der Überholspur, es liegt eine dicke Überraschung in der Luft.



Was wäre passiert, wenn nicht Hillary Clinton, sondern Bernie Sanders gegen Donald Trump angetreten wäre? 

Eine Frage, die sich nach der historischen US-Wahl von vergangenem November viele stellten. Hätte Sanders Trump schlagen können? Verkörperte der rüstige Senator aus Vermont nicht ebenso einen grossen «Change», wie Donald Trump es tat? Hätte er die Leute mitreissen können, welche genug vom Establishment hatten? 

Gut möglich.

Hillary Clinton scheiterte jedenfalls kläglich daran, die Leute zu mobilisieren. Sie versprach keinen Wandel, konnte keine Bewegung kreieren – und ermöglichte so, dass ein gefährlicher Demagoge nun der mächtigste Mann der westlichen Welt ist.

epaselect epa05231389 Democratic Presidential Candidate Bernie Sanders speaks to supporters during a campaign rally at Safeco Field in Seattle, Washington, USA, 25 March 2016.  EPA/MATT MILLS MCKNIGHT

Bernie Sanders scheiterte in den Vorwahlen an Hillary Clinton: In einer Stichwahl gegen Trump hätte er aber vielleicht eine Chance gehabt.  Bild: MATT MILLS MCKNIGHT/EPA/KEYSTONE

Melénchon holt rasant auf

Nun bahnt sich auf der anderen Seite des Atlantiks ein ähnliches Szenario an. Und zwar In Frankreich. In gut zwei Wochen wird in der «Grande Nation» gewählt. Und plötzlich liegt eine faustdicke Überraschung in der Luft. 

Gemäss einer am Sonntagabend publizierten Umfrage liegt Linksaussenpolitiker Jean-Luc Mélenchon zum ersten Mal vor dem konservativen Kandidaten François Fillon. Somit hat der 65-jährige Mélenchon seit Mitte März um satte acht Punkte zugelegt. Nur noch Marine Le Pen und Emmanuel Macron liegen vor dem Überraschungsmann. Noch beträgt der Vorsprung der beiden Top-Kandidaten sechs Punkte, doch Mélenchon Kurve steigt steil nach oben. 

Auch in Frankreich herrscht wie in den USA viel Unmut gegenüber der herrschenden Elite. Während Obama zum Ende seiner Amtszeit trotzdem gute Beliebtheitswerte vorweisen konnte, sind jene von François Hollande derart im Keller, dass er gar nicht mehr antritt.

Die Franzosen sind mit der Arbeit der vergangenen Regierungen äusserst unzufrieden. Die gestern veröffentlichten Umfragewerte wiederspiegeln dies deutlich. Benoît Hamon, der für die gleiche Partei wie Hollande antritt, kommt gerade mal auf neun Punkte. 

Auch für Fillon, der als Minister für die Regierung von Hollandes Vorgänger Sarkozy arbeitete, ist der Wahlkampf ein Desaster. Er startete als Favorit ins Rennen, liegt nun aber fast schon hoffnungslos zurück. Der Konservative nagt vor allem am Vorwurf, er habe Familienmitglieder scheinbeschäftigt. 

Bleiben also noch drei Kandidaten, die eine realistische Chance haben, den ersten Cut am 23. April zu überstehen und den Sprung in die Stichwahl vom 7. Mai zu schaffen. Marine Le Pen, Emmanuel Macron und neuerdings auch Jean-Luc Mélenchon.

Le Pen als Trump Macron als Clinton

Die Parallelen zur Wahl in den USA sind unverkennbar. Marine Le Pen vom rechten Front National erinnert mit ihrem nationalistischen Wahlprogramm stark an Donald Trump. Sie kann getrost als französisches Pendant des neuen US-Präsidenten bezeichnet werden.

Würde die 48-jährige gewählt, kein Stein bliebe in der französischen Politik auf dem anderen. Ein Ausstieg aus der EU wäre quasi beschlossene Sache. Für viele Franzosen ein langersehnter Richtungswechsel.

epa05888727 French presidential election candidate for the far-right National Front (FN) party Marine Le Pen gestures as she speaks during a debate organized by French private TV channels BFM TV and CNews, between the eleven candidates for the French presidential election, in La Plaine-Saint-Denis, France, 04 April 2017. The French presidential election is scheduled for 23 April and 07 May 2017.  EPA/LIONEL BONAVENTURE / POOL MAXPPP OUT

Fremdenhass und Nationalismus: Die aktuelle Erfolgswelle der Marine Le Pen war vor ein paar Jahren noch undenkbar.  Bild: EPA/AFP POOL

Macron als Clinton

Kommen wir zu Macron. Der erst 39-Jährige legte eine beispiellose Karriere hin. Als Sohn eines Ärzte-Ehepaars besuchte er ein Elite-Gymnasium und studierte später an der renommierten «Sciences-Po» in Paris. Mit 31 Jahren arbeitete er als Investmentbanker bei der Pariser Investmentbank Rothschild. 2012 gab er diesen Job auf und diente in der Folge für die Regierung Hollande, wobei er zum Wirtschaftsminister aufstieg. 

Ein Kandidat mit Regierungserfahrung und tadellosem Lebenslauf. Das erinnert stark an Hillary Clinton. Obschon sich Macron 2016 von Hollandes «Parti Socialiste» lossagte und seine eigene Partei gründete, haftet dem Ex-Banker ein strenger Geruch des Establishments an.

Obwohl sich viele gemässigte Franzosen Macron als Präsidenten vorstellen könnten, der seine Rolle ganz ordentlich spielen würde, fehlt auch bei ihm das gewisse etwas. Viele zweifeln daran, dass sich mit Macron im Élysée-Palast wirklich etwas ändern würde. 

Die Chancen, dass Macron in einer Stichwahl gegen Le Pen gewählt würde, stehen gut. Sagen zumindest die Umfragen. Aber das taten sie bei Hillary Clinton auch.

epa05888874 French presidential election candidate for the En Marche! movement Emmanuel Macron gestures as he speaks  during a debate organised by the French private TV channels BFM TV and CNews, between the eleven candidates for the French presidential election, in La Plaine-Saint-Denis, France, 04 April 2017. The French presidential election is scheduled for 23 April and 07 May 2017.  EPA/LIONEL BONAVENTURE / POOL MAXPPP OUT

Emmanuel Macron gilt für viele Franzosen als ein Vertreter der Elite. Bild: EPA/AFP POOL

Mélenchon als Sanders

Bleibt also noch Jean-Luc Mélenchon. Oder besser gesagt die Bewegung, die der 65-Jährige ins Leben gerufen hat. «Hört auf meinen Namen zu skandieren», rief er gestern den rund 70'000 Menschen zu, die an seine Wahlkampfveranstaltung im Hafen von Marseille gepilgert waren. «Ihr seid keine Untergebenen, ihr seid es, die diese Bewegung tragen.» 

Immer wieder beschwörte der Anführer der linken Bewegung «La France Insoumise» (das aufständische Frankreich) gestern «unsere Liebe für die anderen» und legte eine Schweigeminute für die Flüchtlinge ein, welche im Mittelmeer ihr Leben lassen mussten. 

Mélenchon verspricht ein radikales Programm. Er möchte unter anderem:

Diese Punkte erinnern stark an das Programm von Bernie Sanders, der sich ebenfalls für eine Umverteilung stark macht, den Klimawandel bekämpfen will und eine Gesundheitsversorgung für alle fordert. 

«Ein Sieg ist in Reichweite»

Die von Jean-Luc Mélenchon angepeilten Reformen wären wohl um einiges extremer als jene, die Bernie Sanders versprach. Mélenchon gilt als scharfer Kritiker der EU-Austeritätspolitik und wurde in Vergangenheit gegenüber Angela Merkel auch schon mal ausfällig. Der Politiker, der 2008 mit der «Parti Socialiste» brach, wünscht sich für Frankreich sogar eine Verfassungsänderung.

Für Aufsehen und Verwunderung sorgten auch Aussagen Mélenchon, in denen er Putins Syrien- und Ukraine-Politik punktuell verteidigte. Allerdings sagte Mélenchon kürzlich: «Wenn ich Russe wäre, würde ich nie Putins Partei wählen, sondern meinen linken Kameraden, der im Gefängnis sitzt.» 

French hard-left presidential candidate, Jean-Luc Melenchon, speaks during a campaign rally in Marseille's Old Port, southern France, Sunday, April 9, 2017. The two-round presidential election is set for April 23 and May 7. (AP Photo/Claude Paris)

Jean-Luc Mélenchon träumt in Marseille vom grossen Coup. Bild: Claude Paris/AP/KEYSTONE

Freilich, eine Wahl Mélenchons würde den Politik-Betrieb in Frankreich und Europa gehörig durchschütteln. Die Folgen wären unabsehbar. Doch vielleicht ist es genau das, was der französische Wähler nach Jahren der Enttäuschungen jetzt will.

Im Vergleich zur Situation in den USA nach Obamas Amtszeit, ist die allgemeine Politik-Zufriedenheit in Frankreich deutlich tiefer. Bernie Sanders musste nicht alles in Frage stellen, was Obama getan hat und hatte dennoch beachtlichen Erfolg. Jean-Luc Mélenchon tut derweil gut daran, sich deutlich von Hollande zu distanzieren und sich als grosser Reformator zu präsentieren.

Noch ist Mélenchon Rückstand auf Le Pen und Macron beträchtlich, doch zwei Wochen vor der Wahl ist ein drittel der Franzosen noch immer unentschlossen. Und so träumte der Revoluzzer gestern Sonntag in Marseille: «Wir können es hören. Wir können es fühlen. Ein Sieg ist in Reichweite.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • seventhinkingsteps 11.04.2017 01:43
    Highlight Highlight Bernie Sanders ist kein Sozialist, an seinen Händen klebt immer noch das Blut Rosa Luxemburg's
  • ThePower 10.04.2017 22:56
    Highlight Highlight Danke für den Tipp, ist mir glatt 5.- wert. Mélenchon gibt aktuell das 11-fache des Einsatzes bei meinem Buchmacher des Vertrauens🤑
  • Herbert Anneler 10.04.2017 12:16
    Highlight Highlight Käme Mélenchon in die 2. Runde und nicht Macron, wäre Le Pen gewählt - die Bürgerlichen würden sich mehrheitlich auf ihre Seite schlagen. DAS wäre das Horrorszenario nicht nur für Frankreich, sondern für ganz Europa. Zudem habe ich eine gewisse Distanz zu Umfragen, von denen ich nicht weiss, wie sue zustande gekommen sind.
    • Neruda 10.04.2017 22:08
      Highlight Highlight Immerhin würden dann die Bürgerlichen ihr wahres Gesicht zeigen...
  • Boerig 10.04.2017 10:48
    Highlight Highlight Also irgendwie hat's ein paar meines erachtens falsche Prämissen in diesem Artikel. 1. Macron lässt sich gar nicht mit Hillary vergleichen. Er hat keine etablierte Partei hinter sich - was sich im Falle eines Wahlsieges noch rächen wird - und schon gar keine Maschinerie wie die US-Demokraten es haben. Somit verkörpert er sehr wohl einen Wechsel für viele Wähler.
    Ebenso ist LePen nicht mit Trump zu vergleichen. Sie ist kein unbeschriebenes Blatt in der F-Politik und hat keine rechts-konservative Lobby, wie die US-Reps. welche sie unterstützt (zum Glück! Mit mehr Geld wäre sie noch stärker).
  • Luca Brasi 10.04.2017 09:58
    Highlight Highlight Zunächst einmal danke für den Artikel.

    Könntet ihr vielleicht noch Mélenchon mit é schreiben?
    Und die Partei, die er damals verlassen hat, heißt nicht "Parti Social" sondern Parti Socialiste, die übrigens momentan an der Macht ist.
    Das wäre nett.
    • Helene Obrist 10.04.2017 10:45
      Highlight Highlight ... und danke dir für die Hinweise!
    • Luca Brasi 10.04.2017 11:09
      Highlight Highlight Besten Dank, Frau Obrist. Beim ganzen Abschnitt "Mélenchon holt rasant auf" ist dann aber das é an der falschen Stelle.
      Pardon, dass ich hier wie ein pedantischer Franz-Lehrer rüberkomme. Ist nicht böse gemeint. ;)
      (Wenn noch "Drittel" im Schlussabschnitt gross geschrieben wird, dann ist auch der pedantische Deutschlehrer in mir befriedigt ;))
  • ThomasHiller 10.04.2017 09:42
    Highlight Highlight Sanders ist der feuchte Traum aller Linken, mehr nicht. Er unterlag in den Vorwahlen Clinton, seine Chancen gegen Trump stehen somit allenfalls in den Sternen, vermutlich aber nicht die besten, denn für die insgesamt sehr konservativen Amis ist er zu links.
    Macron ist nicht Clinton, auch hier allenfalls in den Wunschträumen der Ultralinken, bei denen sowieso alle rechts von ihnen Nazis oder Erzkapitalisten oder wahlweise beides sind.
    • DerWeise 10.04.2017 10:58
      Highlight Highlight looool. Sanders ist der beliebteste Politiker Amerikas, hatte in Umfragen über 10% Punkte Vorsprung gegenüber Trump (clinton nur 1-2%) und wurde in den Vorwahlen mit Clinton auf übelste betrogen
    • ThomasHiller 10.04.2017 13:52
      Highlight Highlight "Beliebtheit" und "Wahlerfolg" sind durchaus zwei verschiedene Angelegenheiten ... ;)
    • MaskedGaijin 10.04.2017 19:52
      Highlight Highlight Die Umfragen sahen auch Clinton als Präsidentin...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Richu 10.04.2017 09:42
    Highlight Highlight Wenn jemand behauptet, Melenchon hätte eine Chance, "in's Finale" der franz. Präsidentschaftswahlen zu kommen, so fehlt es wirklich an Kenntnissen der franz. Politik!
  • Ohniznachtisbett 10.04.2017 08:52
    Highlight Highlight Ich glaube die Franzosen haben das Sozialistische Experiment nach 5 Jahren Hollande gesehen. Le Pen wäre wohl eine ziemlich üble Sache, Macron und Fillon wären wohl beide OK, wobei Fillon wohl durch die Skandale um seine Frau von Beginn weg geschwächt wäre. Melonchon wäre wohl kein Deut besser als Le Pen. Ein Klassenkämpfer, er wäre genau so unfähig die Franzosen zu einen. Alles was er fordert kostet unsummen, die Frankreich zur Zeit schlicht nicht hat...
    • Neruda 10.04.2017 22:14
      Highlight Highlight Haha welches sozialistische Experiment? Die Austeritätspolitik à la Merkel? Wenn man bürgerliche Lösungen als sozialistisch bezeichnet, ist eh Hopfen und Malz verloren 🙈
    • Emperor 10.04.2017 22:59
      Highlight Highlight Hollande ist etwa so sozialistisch wie das gleichnamige Land...
  • tinmar 10.04.2017 08:49
    Highlight Highlight Frankreich brauch Reformen. Gefühlte 35 Wochen Ferien im Jahr und eine Rente ab .. wann? .. 44? .. egal .. Frankreich fährt im internationalen Vergleich gegen die Wand .. und Europa sitzt auf dem Beifahrersitz. Es gibt viel Platz für sinnvolle Reformen, da muss man nicht gleich den Sozialismus ausrufen.
    • Richu 10.04.2017 12:56
      Highlight Highlight @tinmar: Bin mit Ihrer Analyse vollumfänglich einverstanden. Tatsachen ist aber, dass in Frankreich gewünschte und notwendige Reformen mit "wochenlangen" Streiks beantwortet werden!
    • Neruda 10.04.2017 22:18
      Highlight Highlight Wäre doch mal interessant zu sehen wie ein europäisches Land den Sozialismus umsetzt. Gut, die Gefahr einer US-Intervention wäre erheblich. Die CIA hat ja in Chile diesen Versuch auch abgebrochen und einen demokratisch gewählten Präsidenten ermorden lassen.
    • Emperor 10.04.2017 23:00
      Highlight Highlight Stimmt, sie müssen produktiver werden! Ist schliesslich das, was im Leben zählt. Nebenbei, wer zählt dann da sGeld, dass mehr in die Kassen kommt?
  • Brienne von Tarth 10.04.2017 08:48
    Highlight Highlight So wie schon im US Wahlkampf vorausgesagt das Trump gewinnt, wird hier Le Pen gewinnen, geht es nach Google Trends. Jede Umfrage sagte Hillary, nur diese Grafik sagte Trump. Wenn der Französische Wahlkampf wirklich so viele Parallelen hat, wird es sich wohl leider so bewahrheiten, dass das rechte Lager gewinnt.
    User Image
    • Brienne von Tarth 10.04.2017 10:46
      Highlight Highlight Rot: Trump und Le Pen
      Blau: Clinton und Melenchon
    • Crecas 10.04.2017 15:04
      Highlight Highlight Le Pen liegt ja in den Umfragen auch vorne. In der Stichwahl gehen aber sehr viel mehr Leute aller anderen Kandidaten zum Gegner von Le Pen. Darum hinkt dein Vergleich.
  • Beobachter24 10.04.2017 08:42
    Highlight Highlight Falls die bereits abgeschlagenen Kandidaten der französischen "Linken" - insbesondere Benoît Hamon - Melenchon unterstützen würden, dann hätte Jean-Luc M. evtl. eine Chance.
  • Yes. 10.04.2017 08:38
    Highlight Highlight Nur weil die USA einen signifikanten Linksrutsch benötigt, heisst das nicht, dass das selbe für Frankreich zutrifft.
  • Fischra 10.04.2017 08:28
    Highlight Highlight Alles nur nicht Le Pen.
  • Penesanders 10.04.2017 08:27
    Highlight Highlight Hätte die US-Wahl in Frankreich stattgefunden, wäre Clinton Präsidentin. Sie holte deutlich mehr Stimmen als Trump. Deshalb stimmt an diesem Vergleich so gut wie gar nichts.
  • Arutha 10.04.2017 08:22
    Highlight Highlight Den USA hätten wohl einen Linken Präsidenten wie Sanders gut getan. Aber das bereits sehr linke Frankreich braucht keine noch linkere Politik. Sondern mehr Realismus.
    Einen Sanders hätte ich gewählt, einen Melenchon würde ich nie wählen.
  • Crecas 10.04.2017 08:17
    Highlight Highlight Watson: "Die Chancen, dass Macron in einer Stichwahl gegen Le Pen gewählt würde, stehen gut. Sagen zumindest die Umfragen. Aber das taten sie bei Hillary Clinton auch."

    Macron liegt 25% und mehr vor Le Pen in den Umfragen für dich Stichwahl. Clinton lag 1 Tag vor der Wahl knapp 4% vorne (und gewann schliesslich um 2%). Der Vergleich hinkt (oder ist bereits im Rollstuhl)...
  • demian 10.04.2017 07:55
    Highlight Highlight Tolle Überschrift... warum sollen wir Schweizer Bernie Sanders nachtrauern? Geht uns ja wohl nix an, wen die Amis wählen. Genau so wie wir eine Einmischung in unsere Abstimmungen ablehnen.

    • Emperor 10.04.2017 23:05
      Highlight Highlight Wir leben in einer globalisierten Welt, ich weiss nicht wie aktuell diese mein Vorgarten, dein Vorgarten Rethorik hier noch ist... Schlussendlich ist es unsere Welt.
  • rodolofo 10.04.2017 07:29
    Highlight Highlight Dann kommt es auch im bipolaren System Frankreich zu einer Drei-Teilung, mit einer neuen, selbstbewussten Mitte (Macron), einem zwischen Ultraliberalen (Fillon) und Staatskapitalistisch (Le Pen) in sich gespaltenen Rechtsbürgerlich/Rechtsnationalen Block und einer profilierten Linken (Melonchon), die sich als Linkspopulistische Bewegung im Aufwind befindet, wie Syriza damals in Griechenland, oder Podemos in Spanien.
    All diese Nationalen Parteien können aber ihr Programm nur sehr beschränkt verwirklichen, weil die Global Players eindeutig mächtiger sind.
    Enttäuschungen sind also vorprogrammiert
    • FrancoL 10.04.2017 09:38
      Highlight Highlight Die beiden letzten Sätze bringen es auf den Punkt. Die Politik hat gleich welcher Färbung das Machtzepter abgegeben und ist Spielball der Wirtschaft nicht der nationalen sondern der globalisierten. Daran kommt zur Zeit niemand vorbei.
    • NWO Schwanzus Longus 10.04.2017 10:28
      Highlight Highlight Sehr gut beschrieben. Denke das triffts in etwa. Bin selten mit deinen Ausführungen aber hier triffst du den Nagel auf den Kopf.
  • Bruno S. 88 10.04.2017 07:27
    Highlight Highlight Ich kann es immer noch nicht glauben. Die Amerikaner hatten die Möglichkeit den besten Präsidenten zu wählen und haben sich für den schlechtesten aller Zeiten entschieden.
    Vielleicht hat dieses Land keine Demokratie verdient, wenn die grosse Mehrheit auf rassistischen populistischen Müll reinfällt!
    • Butterscotch&hardcandy 10.04.2017 08:07
      Highlight Highlight Ich war auch für Sanders, aber gleich mit Worten wie "besten" und "schlechtesten" um sich zu werfen, ist schon ziemlich gewagt.
    • Triumvir 10.04.2017 08:24
      Highlight Highlight Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Denn erstens, hat die Mehrheit der Demokraten Clinton zur Präsianwärterin gewählt und zweitens wurde Dump Trump bloss wegen dem antiquierten Wahlmännersystem POTUS, Clinton hat schliesslich mehr stimmen als Drumpf geholt.
    • Bruno S. 88 10.04.2017 11:53
      Highlight Highlight @Butter
      Nein, überhaupt nicht gewagt. Ich meine es genau so wie ich es geschrieben habe. Sanders wäre der beste Präsident geworden. Einer der seit Jahrzehnten für die gleichen Prinzipien steht. Nicht mit dem Strom schwimmt und nur das sagt was gerade zur Zeit Populär ist!
      @Triumvir
      Die Demokraten haben dafür gesorgt dass Bernie keine Chance hatte. Das ist allgegenwärtig bekannt. Deswegen ist die Präsidentin der Demokraten Debbie Wassermann-Schultz auch zurück getreten.
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/debbie-wasserman-schultz-parteichefin-der-us-demokraten-tritt-zurueck-a-1104495.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • koks 10.04.2017 07:15
    Highlight Highlight Die etablierten Parteien und das gesamte Establishment müssten sich ja schon mal hinterfragen was sie falsch machen, wenn die Bevölkerung in Scharen Links- und Rechtsextreme wählt.
    • FrancoL 10.04.2017 09:45
      Highlight Highlight Die Gegenfrage wäre; Was bieten denn die Extremen an? Etwa die Macht wieder der globalisierten Wirtschaft entreissen? Wie reell sind ihre Pläne, wieso gehören denn zB der FN nicht zum Establishment? Genügt da einfach mal dass man dies so behauptet und weil es der FN so behauptet ist es denn auch richtig erkannt? Poltern genügt NICHT um nicht zum Establishment zu gehören, man müsste sich von der Wirtschaft die dieses Establishment stützt verabschieden und das tut nun mal der FN nicht. Es genügt nicht auf die Auswüchse dieser Wirtschaft zu zeigen, es müssen neue Lösungen her.
    • seventhinkingsteps 11.04.2017 01:44
      Highlight Highlight Lol, ein demokratischer Sozialist ist linksextrem, is gut
  • Howard271 10.04.2017 07:10
    Highlight Highlight "Hillary Clinton scheiterte jedenfals kläglich daran, die Leute zu mobilisieren" - was für ein Blödsinn! Erstens hatte sie fast 3 Millionen Stimmen mehr als Trump und zweitens waren das mehr als jeder Kanditat zuvor in der Geschichte der USA ausser Obama 2008. Ja, Sanders war bei den Jungen beliebt, aber bekanntlich stimmen diese weniger ab und ob er wirklich den Rest der Stammwähler der Demokraten mobilisiert hätte bleibt offen.
    • Bruno S. 88 10.04.2017 08:00
      Highlight Highlight "Votet für mich, weil ich eine Frau bin" war nicht überzeugend genug für eine poltische Wahl...welch Überraschung, wer hätte das gedacht...
    • Yes. 10.04.2017 08:20
      Highlight Highlight Ja der 0815 Demokrat hätte sich dann doch eher für Trump entschieden.
    • Shin Kami 10.04.2017 08:38
      Highlight Highlight Naja viele haben aus Frust für Trump gestimmt, weil sie in Hillary keine Veränderung gesehen haben, wenigstens ein Teil dieser Stimmen hätten an Sanders gehen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 10.04.2017 07:01
    Highlight Highlight Ich bin nicht überzeugt, das Frankreich, was leider einfach wirtschaftlich Rückständig und daher auf dem absteigenden Ast ist, einen knallsozialen Präsidenten braucht, der noch weniger Arbeitsstunden, noch frühere Rente und noch unkündbarere Jobs will, teure Umverteilungsprogramme starten will und Flüchtlinge willkommen heisst.

    Frankreich ist meiner Meinung nach einfach nur faul.
  • Schlaumüller 10.04.2017 06:58
    Highlight Highlight Der Hauptstolperstein der ideologischen Linken sind denk ich zumindest definitiv die Flüchtlinge und das oft spürbare "Mitgefühl" z.B. mit Kriminaltouristen. Wenn sie die Flüchtlingsfrage laut und deutlich so handhaben würden, wie man es z.B. in Syrien von Anfang an hätte tun können (das Geld in sichere Zonen investieren, jetzt wird ja nun alles teurer und hier in Europa konfliktreicher), dann würden sich vielleicht auch viele aus Verzweiflung Rechte für Melenchons Lager entscheiden.

    Ich wär jedenfalls für Melenchon. Besser als eine Haterin oder ein Investmentbanker aus der Top Liga.


  • elmono 10.04.2017 06:33
    Highlight Highlight Sein Programm klingt nach dem Ende Frankreichs. Ultralinke Utopie.
  • Butterscotch&hardcandy 10.04.2017 06:21
    Highlight Highlight Na gut, aber wenn er den Atomausstieg, neue Jobs für 100 Mia und den Mindestlohn anheben will, wie will er es finanzieren? Tönt sehr nach leeren Versprechen.
    • elmono 10.04.2017 10:01
      Highlight Highlight Spielt doch keine Rolle. Ob ganz links oder ganz rechts, über Finanzierung von Versprechen wird bei den Wählern grosszügig hinweggesehen. Aber so funktioniert die Welt leider nicht. Kein B ohne A. Sachliche Politik, welche einen vernünftigen Kompromiss zwischen wirtschaftlichem Erfolg und fairem sozialem Gefüge verfolgt, existiert heute leider nicht mehr bzw. findet kein Gehör mehr. Jeder ist sich selbst am nächsten. Richtig ekelhaft.
  • crik 10.04.2017 06:13
    Highlight Highlight Die grosse Frage ist dann, wie eine Stichwahl Melenchon gegen Le Pen ausgehen würde. Gibt es dazu Umfragen?
    • bcZcity 10.04.2017 06:38
      Highlight Highlight Ich befürchte ja einen Sieg Le Pens, denn die Leute welche eher braun gepolt wurden (Durch Umstände, Missstände etc) sind immer ruhig und unnauffällig, bis zum Tag der Stimmabgabe.

      Ausserdem galt Hollande schon als links aussen, und am Ende hatte er null Format und Erfolg. Reformen werden von beiden Seiten immer gross angetönt, aber wie der Wunschzettel an den Weihnachtsmann, funktioniert es eben nicht!
    • Boerig 10.04.2017 10:41
      Highlight Highlight @bcZcity: Hollande galt als linksaussen? Das haben sie wohl in der Weltwoche oder der BAZ gelesen - bêtise! Hollande gehörte immer dem pragmatischeren Flügel an und hat sich noch weiter zur Mitte bewegt während seiner Präsidentschaft. - Ihrem ersten Statement schliesse ich mich leider an. Die Wirtschaft wird alles tun um einen Melenchon zu vermeiden, auch einen Pakt mit der Teufelin Marine.
    • bcZcity 10.04.2017 12:46
      Highlight Highlight @Boerig
      Dann habe ich dies falsch in Erinnerung, dachte Hollande sei damals als Sozialist aufgetreten.
  • NacBo 10.04.2017 05:40
    Highlight Highlight Ein guter Start in den Morgen, merci.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

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