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Frankreich will Verantwortung für die Folgen seiner Atomtests im Pazifik übernehmen



ZUR WIEDERAUFNAHME DER FRANZOESISCHEN ATOMTESTS AUF DEM MURUROA ATOLL IN FRANZOESISCH POLYNESIEN AM SAMSTAG, 5. SEPTEMBER 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - The scene from above Mururoa Atoll in the South Pacific on Friday October 27, 1995 at about 22:00 GMT shows a white shockwave as an underground nuclear test is detonated by French authorities. Defiant of international condemnation, France conducted the test at its French Polynesia test site, with a yield of about 60,000 tons of TNT. (KEYSTONE/AP Photo/French Military)

Das Mururoa-Atoll im Süd-Pazifik: Am 27. Oktober 1995 wird eine Atombombe gezündet, die eine Sprengkraft von 60'000 Tonnen TNT hat.
Bild: AP FRENCH MILITARY NY

Frankreich hat die «Auswirkungen» seiner Atomtests in Französisch-Polynesien anerkannt. In einer Rede in der Hauptstadt Papeete sagte Präsident François Hollande, die Tests zwischen 1966 und 1996 hätten einen Einfluss auf die Umwelt und gesundheitliche Folgen gehabt.

Die Bewohner von Französisch-Polynesien klagen seit Jahren über gesundheitliche Folgen wie Leukämie und andere Krebsarten. Das Verteidigungsministerium listet mehr als ein Dutzend Zwischenfälle während der Atomwaffentests auf, bei denen Radioaktivität freigesetzt wurde.

Die Behandlung der Forderungen der Opfer würden überprüft, versprach Hollande am Montag bei seiner Rede im Regierungsgebäude. Er wolle einen Strich unter das Nuklear-Kapitel ziehen.

ZUR WIEDERAUFNAHME DER FRANZOESISCHEN ATOMTESTS AUF DEM MURUROA ATOLL IN FRANZOESISCH POLYNESIEN AM SAMSTAG, 5. SEPTEMBER 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - The sea close to the shore of Fangataufa Atoll, about 750 miles from the French Polynesian capital of Papeete, in the South Pacific turns white following the detonation of an underground French nuclear test in this image taken from French Military footage Sunday October 1, 1995. The test, the second detonated by France in a month, measured more than five times stronger than the 20 kiloton earlier test, carried out on Sept. 5 on the neighbouring Atoll of Mururoa. (KEYSTONE/AP Photo/TV)

Beim Fangataufa Atoll  wurde am 1. Oktober 1995 ein Test durchgeführt.
Bild: AP, APTV/FRENCH MILITARY TELEVIS

Die Behörden des Überseegebiets kritisieren, das sogenannte «Morin-Gesetz» aus dem Jahr 2010 werde zu zögerlich angewandt. Darin ist die Entschädigung für jene geregelt, welche wegen der Nukleartest gesundheitliche Schäden erlitten haben. Bis heute hätten bloss 19 Personen davon profitiert, darunter seien nur fünf Polynesier.

Was die Umweltbelastung angeht, die durch die Versuche entstand, so sollen Untersuchungen zur radiologischen Messung auf den Atollen und Lagunen bei Mururoa und Fangataufa fortgesetzt und ausgeweitet werden, betonte Hollande. Zudem soll ein Kredit über 5,86 Millionen Euro freigegeben werden. Nutzniesserin ist die Onkologieabteilung des örtlichen Spitals.

Keine Entschuldigung

Weiter wies Hollande darauf hin, dass Rückstellungen zur Wiedergutmachung der «Nuklear-Schuld» über 90 Millionen Euro getätigt würden für den wirtschaftlichen Verlust, den das Überseegebiet gegen Ende der Atomtests erlitten habe.

Eine Entschuldigung für das Vorgehen Frankreichs sprach der Präsident bei seinem Besuch allerdings nicht aus. Eine solche hatten verschiedene Kreise gefordert.

(sda/afp)

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