International

Aussenminister Frankreichs nimmt an Weltkriegsgedenkfeier in Russland teil

07.05.15, 03:25 07.05.15, 09:33

Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius hat angekündigt, anlässlich des 70. Jahrestages des Sieges über Nazi-Deutschland am Samstag zu den offiziellen Feierlichkeiten nach Moskau zu reisen. Bei der Militärparade am Roten Platz werde er hingegen nicht dabei sein.

Dies sagte Fabius am Mittwoch dem französischen Radiosender Europe 1. Russland hatte für die Gedenkfeier am 9. Mai 68 Staats- und Regierungschefs eingeladen, viele westliche Politiker sagten ihre Teilnahme jedoch wegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt ab.

Laurent Fabius, Aussenminister von Frankreich (Mitte).  Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

«Ich werde nicht bei der Parade sein, aber ich werde einen Kranz niederlegen und anschliessend in den Kreml gehen», sagte Fabius. Frankreichs Präsident François Hollande könne nicht selbst teilnehmen, da er zu dem Zeitpunkt in Kuba sei. 

30 Staatschefs erwartet 

Sein Land wolle aber eine Vertretung auf ministerieller Ebene, fügte Fabius hinzu. «Die Russen haben dutzende Millionen Menschen im Krieg verloren und man kann die Geschichte nicht mehr ändern», ergänzte der Aussenminister. 

Mit Blick auf die Ukraine-Krise sagte Fabius, Frankreich spiele eine wichtige Rolle bei der Suche nach einer Lösung. «Wir führen Gespräche mit den Russen, wir werden nicht an einem miteinander reden und am nächsten nicht da sein», fügte der Minister hinzu.

Russischen Angaben zufolge werden «etwa 30» Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter Chinas Präsident Xi Jinping und Kubas Staatschef Raúl Castro. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat seine Teilnahme an der Gedenkfeier angekündigt.

Aus der EU haben bislang Tschechiens Präsident Milos Zeman, Zyperns Präsident Nikos Anastasiades und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico ihre Teilnahme an der Feier zugesagt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will erst am 10. Mai nach Moskau reisen und mit Putin einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten niederlegen. (feb/sda/afp)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nach Wahldebakel: Hardliner Wauquiez soll Frankreichs Konservative aus Krise führen

Frankreichs Konservative rücken nach ihrem Debakel bei der Präsidentenwahl nach rechts. Die Mitglieder der Republikaner wählten den Hardliner Laurent Wauquiez am Sonntag mit 74,6 Prozent der Stimmen zum neuen Parteichef.

Laut dem am Sonntagabend verkündeten vorläufigen Endergebnis erzielte Wauquiez damit schon im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit und setzte sich gegen seine beiden Mitbewerber durch. Florence Portelli und Maël de Calan waren bereits im Vorfeld kaum Chancen zugeschrieben worden.

Die Beteiligung an der elektronischen Direktwahl lag bei rund 42,5 Prozent der Parteimitglieder. Die Partei von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy ist die grösste Oppositionsfraktion in der Pariser …

Artikel lesen