International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Migranten klettern auf Lastwagen in Calais. Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

Gegen 600 Flüchtlinge stürmen Lastwagen bei Calais und wollen als blinde Passagiere nach Grossbritannien

17.06.15, 19:32 17.06.15, 19:43

Am Hafen der nordfranzösischen Stadt Calais ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen hunderten Flüchtlingen und der Polizei gekommen. 500 bis 600 Flüchtlinge hätten versucht, auf der Zufahrtsstrasse zum Hafen in Lastwagen auf dem Weg nach Grossbritannien zu klettern, sagte ein Vertreter einer Polizeigewerkschaft.

Einige Migranten hätten zunächst Säcke mit Steinen und andere Hindernisse auf die Strasse geworfen, um die Lastwagen zum Bremsen oder Anhalten zu zwingen. «Dann sind hunderte Flüchtlinge auf die Lastwagen zugestürmt.» Polizisten versuchten, die Migranten von den Lastwagen fernzuhalten oder sie aus den Anhängern zu ziehen.

Räuber und Poli mit der Polizei in Calais. Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wie Flüchtlinge in grossen Gruppen in Lkw-Anhänger stiegen und teilweise auf die Dächer der Fahrzeuge. «Das war apokalyptisch», sagte der Gewerkschaftsvertreter. Ein Polizist sprach von einer «Stadtguerilla».

Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

In Calais befinden sich rund 3000 Flüchtlinge unter anderem aus Afrika und dem Bürgerkriegsland Syrien, viele von ihnen leben in einem selbst errichten Lager nahe des Hafens. Ihr Ziel ist Grossbritannien, wo sie auf ein besseres Leben hoffen.

«Gefährlicher Job» für die Polizei in Calais YouTube/ePluse@news

Die Flüchtlinge versuchen regelmässig, auf Lastwagen zu gelangen, die dann mit Fähren über den Ärmelkanal nach Grossbritannien gebracht werden. Mit der Polizei liefern sie sich ein wahres Katz-und-Maus-Spiel.

Weil sich die Flüchtlingsproblematik nicht nur in Calais, sondern auch an anderen Orten Frankreichs immer weiter zuspitzt, kündigte die französische Regierung am Mittwoch die Schaffung von 10'500 neuen Plätzen in Unterkünften für die Migranten an. (sda/afp)

Polizei vertreibt Flüchtlinge von Ventimiglias Felsen

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 18.06.2015 09:06
    Highlight Der Break Even Point
    Er wird kommen! Die weltweite Lücke zwischen Arm und Reich steht kurz vor dem Break Even Point. Die reichen Länder der Welt werden immer mehr Teile ihres Reichtums hergeben müssen, um den Rest ihres Reichtums zu schützen. Irgendwann wird der Aufwand dazu höher sein als der Nutzen. Spätestens dann wird entweder Vernunft oder Krieg den Zustand beenden.
    4 1 Melden

Warum die britischen Eisenbahnen jetzt den Deutschen gehören

Margaret Thatcher hat mit der Privatisierung der Staatsbetriebe die neoliberale Revolution angestossen. Jetzt will eine Mehrheit der Briten wieder zurück in die Zukunft und plädiert für eine Renationalisierung.

Als Jeremy Corbyn vor drei Jahren Chef der Labourpartei wurde, machte er aus seinen Prioritäten kein Hehl: Die öffentlichen Dienste müssten wieder in Staatsbesitz überführt werden, verkündete er. Dafür erntete er Hohn und Spott. Das sei ein Rückfall in den Steinzeit-Sozialismus, wurde ihm vorgehalten.

Immer noch will Corbyn Eisenbahnen, Wasserversorgung, Energieunternehmen und die Post wieder in Staatsbesitz überführen. Doch heute lacht keiner mehr. Corbyn hat gute Chancen, nächster …

Artikel lesen