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Auf dem Weg in eine religiös-konservative Gesellschaft: Türkischer Präsident Erdogan und First Lady Ermine.
Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

Harem als Lebensschule: Türkische First Lady irritiert mit Aussage 

«Im Harem wurden Frauen auf das Leben vorbereitet», sagt Emine Erdogan, die Ehefrau des türkischen Präsidenten. Ihren Worten folgen wütende und verständnislose Kommentare.

10.03.16, 00:57 10.03.16, 06:39

Ein Artikel von

Die türkische Präsidentengattin Emine Erdogan hat mit Äusserungen über die Vorzüge des Harems im Osmanischen Reich für Irritationen gesorgt. «Der Harem war eine Schule für Mitglieder der osmanischen Dynastie und eine Lehreinrichtung, in der Frauen auf das Leben vorbereitet wurden», sagte die Frau von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Sätze fielen nach Angaben von Fernsehsendern bei einem offiziellen Termin in Ankara.

Im Harem galten während der osmanischen Herrschaft strenge Regeln, an die sich auch der Sultan halten musste. Zudem gab es genaue Vorschriften für die Auswahl und Ausbildung der Haremsfrauen: Je nach ihren Talenten wurden sie beispielsweise in Literatur, Musik, Kalligrafie oder Fremdsprachen geschult – allerdings nur zur Unterhaltung des Sultans. Ihm mussten einige der Frauen auch sexuell zu Diensten sein.

In den sozialen Netzwerken wurden die Äusserungen der First Lady teils wütend kommentiert. In der Zeit von Murad III, im 16. Jahrhundert Sultan des Osmanischen Reiches, seien Bücher das einzige gewesen, was nie in einen Harem gelangt sei, zitiert der Guardian Ozlem Kurumlar von der Universität Istanbul.

Präsident Erdogan selbst hatte mit einem Kommentar am internationalen Frauentag vergangenen Dienstag Proteste hervorgerufen. Für ihn sei eine Frau «in erster Linie eine Mutter», sagte er. Dem Staatschef wird seit langem vorgeworfen, die Gesellschaft stärker entlang islamischer Werte ausrichten zu wollen. Dass er die Gleichberechtigung von Mann und Frau für keine gute Idee hält, hat er bereits mehrfach kundgetan.

aar/AFP

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Billy the Kid 10.03.2016 13:53
    Highlight Was uns Frau Erdogan sagen will: Der Mann ist der Pascha, der Patriarch, der Herr im Haus, der auch mal ne Angestellte anbummsen kann ohne dass man als Ehefrau sich darüber beklagen sollte - sind halt "Herrenlaunen". Die Frau hingegen ist eine "zarte", "verletztliche" Blume, die sich mit den "schönen Künsten" wie Kochen, Putzen, sich um die Kinder kümmern, "Literatur" auskennen und ansonsten dem Gatten als willige Sexsklavin dienen sollte.
    4 4 Melden
  • Dä Brändon 10.03.2016 08:56
    Highlight Auf der einen Seite bekämpft man Diktatoren und auf der anderen Seite lässt man solche Terroristen wie Erdogan und König Abd al-Aziz gewähren. Wäre das perfekte Exempel für den Eintrag im Duden unter "Heuchelei".
    23 6 Melden
  • Vater der Blume 10.03.2016 08:12
    Highlight Regt euch über den Harem des Sultans von damals auf aber stören tuts nicht wenn es Puffhäuser fast in jedem Dorf gibt... Das skandalöse ist das keiner Merkt das irgendwo eine Schraube locker ist.
    12 38 Melden
    • R&B 10.03.2016 13:04
      Highlight @urban hillbilly: "versaut"? eher "erotisch"!
      2 3 Melden
  • Zeit_Genosse 10.03.2016 07:48
    Highlight Alle Herrscher haben Angst vor dem Volk und wollen es für den Machterhalt züchtigen. Es liegt am Volk das zuzulassen.
    40 0 Melden
    • Wilhelm Dingo 10.03.2016 10:21
      Highlight Extrem treffend formuliert! Eine Ergänzung noch: Eines der effektivsten Züchtigungsmittel sind Religionen.
      8 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 10.03.2016 06:31
    Highlight Es gibt immer Spinner und Extremisten aber Erdogan wurde vom Volk gewählt. Daher ist die rückständige Einstellung einem grossen Teil des Volkes genehm. Das finde ich eigentlich das Skandalöse.
    61 4 Melden
    • Wilhelm Dingo 10.03.2016 10:27
      Highlight @Rhabarber: verstehe ich jetzt nicht ganz. Der Türkei geht es wirtschaftlich ja nicht so schlecht wenn auch nicht rosig.
      1 0 Melden
    • satyros 10.03.2016 13:06
      Highlight Die letzten Wahlen hat seine Partei ja eigentlich verloren. Er hat dann einfach das Resultat nicht anerkannt, liess im Herbst nochmals wählen und hat dazwischen einen Bürgerkrieg losgetreten, um eine Stimmung der nationalen Einheit zu erzeugen. Die Zeitung der einen Oppositionspartei hat er enteignet und die Mitglieder der anderen Oppositionspartei will er wegen untürkischer Umtriebe ins Gefängnis stecken. In der Türkei ist definitv nich das Volk daran schuld, dass der machen kann, was er will.
      4 2 Melden
    • Wilhelm Dingo 10.03.2016 13:23
      Highlight @Rhabarber: ok, sieht schelchter aus wenn man nur das BIP Wachstum anschaut. Das mit dem Diktator gilt aus meiner Sicht aber nicht, es fanden (2014 erstmals) Wahlen statt. Es gab eine demokratische Wahl zwischen 3 Kandidaten.
      1 0 Melden

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