International

Als wir noch das ABC lernten, hat sie mit sieben Jahren ihren ersten Roman veröffentlicht

07.11.16, 11:48 07.11.16, 12:11

Die siebenjährige Michelle Nkamankeng ist kein gewöhnliches Mädchen. Während gleichaltrige Kinder gerade Lesen und Schreiben lernen, hat sie bereits einen Roman veröffentlicht. «Waiting for the Waves» machte sie in ihrer Heimat berühmt.

Mit grünen und violetten Stiften schrieb die Schülerin aus Johannesburg die Geschichte von Titi auf, einem kleinen Mädchen, das fasziniert ist vom Ozean und den grossen Wellen. Das Originalmanuskript besteht aus in der Mitte gefalteten DIN-A4-Seiten, die getackert und mit Tesafilm zusammengeklebt wurden, um wie ein echtes Buch zu wirken.

Vorne stehen der Titel und der Name der Autorin, auf der Rückseite prangt ein selbstgemaltes Herz zu den Worten: «Ich hoffe, du hattest eine schöne Zeit beim Lesen dieses Buches».

«Ich wollte, dass es eine Überraschung wird.»

Michelle Nkamankeng

Das Schreiben an dem Buch hielt Michelle weitgehend geheim. «Mein Bruder und meine Schwester wussten es, weil sie immer in mein Zimmer gekommen sind», berichtet Michelle. «Sie fragten immer, was ich da mache.» Sie habe ihre Geschwister gebeten, den Eltern nichts zu erzählen. «Ich wollte, dass es eine Überraschung wird.»

Das war es – obwohl ihre Eltern wussten, dass Michelle ein Bücherwurm ist. Aber für ihren Traum, das Buch zu veröffentlichen, waren sie nicht sofort Feuer und Flamme. Die Mutter stellte das Manuskript erstmal ins Regal – «zwischen die Bibel, Wörterbücher und ein paar Zeitschriften», wie Lolo Nkamankeng berichtet. Aber Michelle gab nicht auf. Einige Wochen später gab sie ihren Eltern ein zweites, dann ein drittes Buch.

Herausgegeben im Eigenverlag

Ein Jahr später halfen Michelles Eltern dem Kind schliesslich dabei, das Buch «Waiting for the Waves» selbst zu veröffentlichen. Schnell wurden Verlage und Medien darauf aufmerksam und luden Michelle zu Veranstaltungen und Interviews ein. Michelle wurde zu einer Sensation – nicht zuletzt, weil sie ohne Scheu in der Öffentlichkeit steht.

«Wenn wir ehrlich sind, ist es eindeutig ein von einem Kind geschriebenes Buch», sagt Colin Northmore, Direktor des Sacred Heart College in Johannesburg, wo Michelle zur Schule geht. «Es gibt vielleicht eine Million Kinder in der Welt, die so ein Buch schreiben könnten. Mehr als das Buch bin ich stolz auf Michelles Fähigkeit, sich mit so viel Selbstvertrauen auszudrücken.» (gin/sda/afp)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Zum Tod von Charles Manson: Wie man einen Teufel macht

Ein Mann, viel Mythos: Charles Manson galt in den USA als das personifizierte Böse. Nun ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Wie wurde der Kleinkriminelle zum Antichrist?

Mit der Popkultur ist das so eine Sache, eine lustige und eine alberne. Lustig, weil Pop alles grell und einfach macht. Albern, weil Pop stets die Oberfläche dem Inhalt vorzieht und so seine Ikonen bis zur Sinnlosigkeit aufbläst.

Che Guevara ist so eine. Auf T-Shirts, Kaffeebechern, Buttons steht sein Konterfei für die meisten Menschen für «irgendwas mit Rebellion». Warum er gekämpft hat? Und wofür? Egal.

So ist es auch mit Charles Manson. Auf den bekannteren Fotos trägt …

Artikel lesen