International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Soldatenbordelle: Japan will sich endlich für die «Sexsklaverei» entschuldigen

28.12.15, 09:19 28.12.15, 09:34


Südkorea und Japan haben im Konflikt um die Versklavung von Frauen in den Soldatenbordellen der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg eine Einigung erzielt. Das sagte Südkoreas Aussenminister Yun Byung Se in Seoul nach dem Treffen mit Amtskollege Fumio Kishida.

Man habe ein «endgültiges und unwiderrufliches Abkommen», sollte Tokio seiner Verantwortung gerecht werden, sagte Yun Byung Se am Montag. Beide Seiten einigten sich zudem auf die Einrichtung eines neuen Fonds zur Unterstützung der Opfer.

Der japanische Aussenminister Fumio Kishida (links) und sein südkoreanischer Kollege Yun Byung Se beim versöhnlichen Händedruck. 
Bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

200'000 Frauen betroffen 

Der Streit um die euphemistisch «Trostfrauen» genannten Frauen ist bislang das grösste Hindernis für eine Verbesserung der Beziehungen beider ostasiatischer Staaten gewesen. Japan erkenne seine Verantwortung an, Regierungschef Shinzo Abe werde sich bei den Frauen aufrichtig entschuldigen, hiess es.

Nach Schätzungen von Historikern wurden im Zweiten Weltkrieg 200'000 Frauen aus Korea, China, Indonesien, den Philippinen und Taiwan gezwungen, japanischen Soldaten in Militärbordellen zu Diensten zu sein. Bislang weigerte sich Tokio, sich für die sexuelle Ausbeutung der Frauen zu entschuldigen und die Opfer zu entschädigen. (sda/dpa)

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 28.12.2015 21:53
    Highlight 70 Jahre nach Kriegsende hört sich Reue nicht glaubhaft an. Sie ist aber kalkuliert. Die meisten Opfer leben nicht mehr oder sind zu alt, die "Angebote" Japans in Anspruch nehmen zu können. Dafür verbessert Japan aber die Beziehungen zu Korea und auch China und damit auch seine eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten in diesen beiden Ländern. Echte Reue hätte anders ausgesehen. Aber die gab es nie.
    Heute ist das Bekenntnis nur ein Lippenbekenntnis, zugunsten wirtschaftlicher Beziehungen und Vorteile.
    2 0 Melden
    • Luca Brasi 28.12.2015 22:28
      Highlight Dafür werden dann Schulbücher der Geschichte für die eigene politische Agenda genutzt. Dort wird extrem viel vom Territorium Japans samt umstrittenen Inseln gesprochen und wenig über "Trostfrauen". Die jetzige südkoreanische konservative Regierung unter Präsidentin Park, der Tochter des ehemaligen Diktators von Südkorea, steht dem jedoch in nichts nach und versucht in Schulbüchern die Regierungszeit ihres Vaters zu verherrlichen, was u.a. zu Protesten letzten Monat geführt hat, die in vielen westlichen Medien keine Erwähnung fanden.
      0 0 Melden
  • Luca Brasi 28.12.2015 20:15
    Highlight Das scheint mir ein halbherziges Eingeständnis der Schuld seitens Japans. Wieso keine öffentliche Entschuldigung? Und was ist mit den Opfern in Nordkorea, der VR China, auf Taiwan, Indonesien oder den Philippinen? So späte Wiedergutmachung? Wahrscheinlich damit die Reparationen nicht zu hoch ausfallen. Japan macht immer nur das Allernötigste und wahrscheinlich nur auf Druck der USA, die eine starke Achse Seoul-Tokio wollen.
    1 0 Melden

Trumps Brexit-Tipps für May: «Er wollte, dass ich die EU verklage»

Mit seinen Äusserungen, die Brexit-Politik Theresa Mays sei gescheitert, weil sie seine Ratschläge ignorierte, stiftete Donald Trump jede Menge Unruhe. Jetzt weiss man, was genau er ihr geraten hatte.

Theresa May kann wieder lächeln: Während Donald Trump zwei freie Tage als Werbepause für sein Golfhotel in Schottland nutzt, hat die Aufarbeitung seiner Auftritte in Grossbritannien begonnen. Und dazu gehört, dass die Welt nun auch erfährt, wovon er eigentlich sprach, als er auf seine Ratschläge für Theresa May verwies: Die hätte May ausgeschlagen, und darum sei ihre Brexit-Politik gescheitert.

Viel zu lachen hatte die britische Premierministerin nicht mit ihrem Gast. Kurz vor ihrem Treffen hatte …

Artikel lesen