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epa04804712 Greek Prime Minister Alexis Tsipras makes statements with Austrian Chancellor Werner Faymann (not pictured) following a meeting at the Maximos Mansion in Athens, Greece, 17 June 2015. Faymann is on a one-day visit in Athens.  EPA/SIMELA PANTZARTZI

Griechischer Ministerpräsident Tsipras: Doch noch ein Kompromissvorschlag? Bild: EPA/ANA-MPA

Letzte Chance: Athen sagt, man habe den Gläubigern ein Angebot geschickt – doch in Brüssel ist nichts angekommen

21.06.15, 20:31

Nicolai Kwasniewski, Brüssel



Ein Artikel von

Einfach war die Kommunikation zwischen der griechischen Regierung und ihren Gläubigern nie, und auch der Sonntag vor dem Euro-Krisengipfel macht da keine Ausnahme. Über eine Art Telefonkette verbreitete sich die Nachricht, dass Ministerpräsident Alexis Tsipras einen neuen Vorschlag übermitteln wolle.

Tsipras telefonierte mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande. Juncker wieder stimmte sich seinerseits mit Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde ab, seine Mitarbeiter kontaktierten Vertreter der Europäischen Zentralbank.

Ein konkreter Vorschlag aus Griechenland ging aber in Brüssel bis zum späten Sonntagnachmittag nicht ein - dafür offenbar bei Hollande, der in Italien weilte. Angeblich bemühen sich EU-Beamte nun, das Papier von der Pariser Regierung weitergereicht zu bekommen.

Griechenlands Geldgeber, der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission, wollten noch am Sonntag erneut zu Beratungen über eine Lösung der Schuldenkrise zusammengekommen.

Aus Athen erfährt man, wie so oft, am meisten

Aus Athen war - wie so häufig in den vergangenen Monaten - am meisten zu erfahren. Die griechische Regierung hatte am frühen Nachmittag erklärt, Deutschland, Frankreich und die EU-Kommission hätten die Vorschläge erhalten. Finanzminister Gianis Varoufakis zeigte sich zudem optimistisch, dass eine Vereinbarung mit den Kreditgebern möglich sei. Auf die Frage, ob er davon überzeugt sei, sagte Varoufakis: «Immer, wir sind auf dem Weg zu einer Übereinkunft.» Details nannte er allerdings nicht.

Die englische Zeitung «The Guardian» zitierte ohne Angabe von Quellen angebliche Einzelheiten aus dem griechischen Vorschlag. Tsipras biete demnach an, bei den Schlüsselfragen Mehrwertsteuer und Renten Zugeständnisse zu machen. Im Gegenzug bieten die Europäer dagegen eine Art Schuldenerleichterungen an. Selbst wenn diese Details stimmen sollten, sicher ist eins: Die Geldgeber werden keinem Deal zustimmen, der der griechischen Regierung keine Reformen abverlangt.

Die Zeit drängt, denn bevor die Euro-Gruppe, die am Montag um 12.30 Uhr in Brüssel zusammenkommt, über einen Kompromiss entscheiden kann, müssen die Vorschläge möglichst weit ausgearbeitet werden. Die dafür verantwortlichen Mitarbeiter stehen bereit, auch die ganze Nacht durchzuarbeiten, das haben die Gläubiger mehrfach betont.

Erst wenn die Euro-Gruppe ein sogenanntes «Staff-level-agreement» vorliegen hat, könnten die Mitglieder den Deal bewerten und den Staats- und Regierungschefs, die am Montagabend ab 19 Uhr zusammenkommen werden, eine Empfehlung geben.

Vorher gibt es aber noch ein weiteres Treffen: Tsipras wird nach Angaben von EU-Diplomaten noch am Montagvormittag den EU-Kommissionspräsidenten Juncker treffen.

Mit Material von AFP und Reuters

Die traurige Ästhetik der griechischen «Ghost Factories»

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SVARTGARD 21.06.2015 23:24
    Highlight LÜGEN ÜBER LÜGEN!
    4 0 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 21.06.2015 22:49
    Highlight Ist wahrscheinlich im Spam Ordner gelandet! Vielleicht sollte mal jemand der Verantwortlichen da nachschauen, bitte?
    10 0 Melden
  • Baba 21.06.2015 22:30
    Highlight Ein Trauerspiel auf höchster Ebene :-( - und auf dem Buckel der Bevölkerung (sowohl Griechenlands als auch der anderen EU-Staaten). Ausser einem völligen Schuldenerlass für Griechenland kann ich mir mittlerweile echt keine Lösung mehr vorstellen, ansonsten geht's doch immer so weiter - alle paar Monate droht die Staatspleite und dann schiesst die EU wieder Geld ein. Ich möchte um nichts auf der Welt in der Haut derjenigen stecken, die hier verhandeln und Lösungen finden sollten... Bin sehr gespannt, was die Medien morgen Abend zu vermelden haben.
    11 0 Melden

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