International

Für die Einreise nach Grossbritannien ist wohl schon bald ein Pass obligatorisch.  Bild: X02954

So wollen die Briten nach dem Brexit die Einwanderung stoppen

Grossbritannien plant, die Einwanderung niedrigqualifizierter EU-Arbeitnehmer nach einem Brexit massiv zu beschränken. Zudem soll eine Einreise nur noch mit einem Pass möglich sein. 

06.09.17, 01:11 06.09.17, 06:48

«Britains first»: Unter diesem Motto steht das «hochsensitive» Pappier, dass der Guardian am Dienstagabend veröffentlicht hat. Das 82-seitige Dokument aus dem Innenministerium zeigt erstmals, wie Grossbritannien nach dem Brexit die Einwanderung regeln will 

Den Plänen zufolge müssen sich EU-Bürger, die nach dem Brexit nach Grossbritannien einwandern wollen, um eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Als hochqualifiziert eingestufte Zuwanderer können sich dagegen um eine bis zu fünfjährige Genehmigung bewerben.

Beim Familiennachzug plant das Innenministerium demnach strengere Kriterien: Dieser soll auf Lebenspartner, Kinder unter 18 Jahren und erwachsene Unterhaltsberechtigte beschränkt werden. 

Einreise nur noch mit Pass

Auch für den Grenzübertritt sind Änderungen geplant: Künftig soll es auch für EU-Bürger verpflichtend sein, bei der Einreise nach Grossbritannien einen Reisepass mit sich zu führen. Bislang reichte der Personalausweis.

Für die vollständige Umsetzung der Neuregelungen soll es demnach eine Frist von mindestens zwei Jahren nach dem Brexit im März 2019 geben.

In vielen Bereichen der britischen Wirtschaft gibt es einen hohen Anteil von Migranten, etwa in der Landwirtschaft, der Gastronomie oder im Gesundheitswesen. 2016 lebten etwa 3.6 Millionen EU-Bürger in Grossbritannien, davon ein Drittel in London. Die Polen machen mit einer Million Menschen das grösste Kontingent aus. (sda/afp)

Die Briten schulden der EU Milliarden

1m 31s

Die Briten schulden der EU Milliarden

Video: srf

Brexit

Der Brexit wird zum Zug-Unglück

Jetzt wird's hart: Grossbritannien verzichtet auf den soften Brexit

Ohrfeige für Brexit-Plan von Theresa May: EU-Botschafter tritt zornig zurück

Nach Brexit soll Grossbritannien (fast) nichts mehr mit der EU am Hut haben

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Saraina 06.09.2017 08:38
    Highlight Schnell noch mal Ferien im UK vor der Neuregelung! Es ist jetzt schon mühsam genug, in Heathrow einzureisen, nachher heisst es wieder stundenlang Schlange stehen für einen Trip nach London....
    6 8 Melden
  • Telomerase 06.09.2017 08:18
    Highlight Eine Beschränkung der Zuwanderung und ein Fokus auf Arbeitskräfte, die wirklich benötigt werden, ist eigentlich logisch und richtig.
    Nur hier in Kontinentaleuropa sperrt man sich unverständlicherweise noch dagegen.
    11 12 Melden
    • Saraina 06.09.2017 10:13
      Highlight Time will tell welche Arbeitskräfte wirklich benötigt werden. Ich bin nicht so sicher, ob die Briten, die teilweise seit Jahren arbeitslos in den Pubs herumhängen, wirklich in Scharen und hochmotiviert heranströmen um die schlecht bezahlten Arbeitsplätze der Polen und Rumänen zu übernehmen...
      11 5 Melden
  • M@ Di11on (亚光狄龙) 06.09.2017 06:23
    Highlight Vernünftig und durchdacht!!
    29 24 Melden
    • DonDude 06.09.2017 07:42
      Highlight Würde ich in der Schweiz auch begrüssen. 😎👍
      25 23 Melden

Wahl-Debakel hin oder her: Hier sind 50 Gründe, warum Britain immer Great sein wird

Hung Parliament! Keine absolute Mehrheit. Ja was jetzt nun? Eine Minderheitsregierung? Macht May mit den Nordiren eine Koalition? Oder Corbyn eine Regenbogenkoalition? Beides ist letztlich suboptimal.

Nun, dieser Artikel ist nicht dazu da, die grossen Analysen zu präsentieren und Hintergründe zu durchleuchten (Blunschi, over to you), hier geht es kurz um die Erkenntnis, dass, egal wie's rauskommt, Grossbritannien weiterhin ein grossartiges Land voller liebevoller, wunderbarer Menschen bleiben …

Artikel lesen