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«No second chance»: Cameron droht ein bisschen.
Bild: FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA/KEYSTONE

Cameron zum Brexit-Referendum: Da gibt es keine zweite Chance!

19.06.16, 08:59 19.06.16, 10:36

Grossbritanniens Premierminister David Cameron sieht keine Möglichkeit einer Rückkehr seines Landes in die EU, sollten die Briten am Donnerstag für einen Austritt stimmen. Es werde keine zweite Chance geben, über die Rolle Grossbritanniens in der EU zu entscheiden.

«Das ist eine unumkehrbare Entscheidung mit sehr schlechten Konsequenzen für die britische Wirtschaft», sagte Cameron der Sunday Times. Cameron machte zudem klar, dass er auch im Falle eines Brexit nicht zurücktreten wolle. «Es wird kein Urteil über mich sein, wie auch immer der Ausgang ist.»

Die «Sunday Times» empfahl ihren Lesern in einem Leitartikel, zunächst für einen Austritt aus der EU zu stimmen. So solle der Druck erhöht werden, um eine tiefergehende Reform der EU zu erzielen. Diese würde es den Briten dann leichter machen, nach einem zweiten Referendum letztendlich doch in der Gemeinschaft zu bleiben.

Die «Sunday Times» griff damit einen Vorschlag des ehemaligen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson auf, einem der prominentesten Verfechter eines Nein zur EU.

EU-Befürworter vorn

Die Zeitung veröffentlichte auch eine am Donnerstag und Freitag erstellte YouGov-Umfrage, wonach die EU-Befürworter wieder leicht vorne liegen. Sie kommen auf 44 Prozent, die zuletzt führenden EU-Gegner auf 43 Prozent. Auch andere am Samstag veröffentlichte Umfragen zeigen, dass die EU-Befürworter wieder mehr Zulauf bekommen.

«Das ist eine unumkehrbare Entscheidung mit sehr schlechten Konsequenzen für die britische Wirtschaft.»

Cameron zum Brexit

Der Umschwung habe aber nichts mit dem tödlichen Attentat auf die Abgeordnete Jo Cox zu tun, erläuterte die «Sunday Times». Vielmehr spiegelten sich in der Erhebung wachsende Sorgen wegen möglicher wirtschaftlicher Folgen eines sogenannten Brexit wider.

Wahlkampf läuft wieder

Nach dem Attentat auf Cox war der Abstimmungskampf vorübergehend ausgesetzt worden. Am Sonntag soll er weitergehen: Premierminister Cameron stellt sich am Abend (19.45 MESZ) im BBC-Fernsehen Fragen von Zuschauern. Auch Justizminister Michael Gove, ein Austritts-Wortführer, tritt öffentlich auf.

Boris Johnson: Cameron soll Premierminister bleiben

Der Londoner Ex-Bürgermeister und Brexit-Befürworter Boris Johnson hat sich dafür ausgesprochen, dass Premierminister David Cameron selbst im Fall eines Brexits im Amt bleibt. Dagegen könnten Verpflichtungen durch die EU-Mitgliedschaft «innerhalb weniger Tage» aufgelöst werden, sollten sich die Briten für einen EU-Austritt entscheiden, sagte Johnson der Tageszeitung «The Sun». «Das Wichtigste ist vor allem, dass David Cameron Premierminister bleibt, und ich bin mir sicher, dass er das wird», sagte Johnson. Cameron müsse «sehr bald» ein kraftvolles Signal aussenden, dass «wir der Partnerschaft und Freundschaft mit unseren Freunden verpflichtet bleiben». (sda)

Mit Spannung wird erwartet, ob die Wortführer beider Lager ihren Ton im Wahlkampf mässigen. Kritiker hatten moniert, die Debatte sei zuletzt immer giftiger geführt worden. Sowohl Cameron als auch Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn plädierten nach dem Attentat dafür, Hass und Intoleranz in der Politik zu überwinden.

Die getötete Abgeordnete Cox hatte seit Beginn der Kampagne für einen Verbleib Grossbritanniens in der EU geworben. Sie hatte sich zudem für Flüchtlinge eingesetzt.

Der mutmassliche Attentäter war am Samstag bereits vor Gericht erschienen. Auf die Frage nach seinem Namen sagte er: «Tod den Verrätern, Freiheit für Grossbritannien». Die Richterin plädierte daraufhin für ein psychiatrisches Gutachten. (sda/reu/dpa/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andersen 19.06.2016 10:59
    Highlight Mit ein Nein zu die Verträge mit der EU, wird der Flughafen in London still stehen, EU hat das Monopol für der freie Flugverkehr in Europa.
    6 10 Melden
    • The Destiny 19.06.2016 11:54
      Highlight Für irgendetwas gibt es die Fälle, also bitte auch benutzen
      5 6 Melden
    • JaneSoda 19.06.2016 14:11
      Highlight ....für irgendwas gibt es auch den Verstand. Nicht zuletzt um zu realisieren, dass es hier auch Menschen gibt, deren Muttersprache eine andere ist....
      1 1 Melden
  • Turi 19.06.2016 10:26
    Highlight Es gibt immer eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Ist nicht GB mal in die EU eingetreten, und jetzt besteht die Möglichkeit, wieder auszutreten? Drohende Politiker sind einfach lächerlich.
    14 9 Melden
    • Danyboy 19.06.2016 11:01
      Highlight Das stimmt. Aber auf beiden Seiten... Die Brexit-Befürworter verharmlosen oder negieren jegliche negative Konsequenzen oder stellen unnütze Vergleiche mit Norwegen/Schweiz auf. Und sie stellen die EU als dämonischen Moloch dar, der GB sämtliche Freiheiten nimmt (was auch eine Art "Drohung" ist). Es kommt darauf an, was GB jetzt als wichtig erachtet. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, dass jeder, der jetzt in einer gewissen Unzufriedenheit Ja zum Brexit sagt, auch wirklich bereit ist, dann die Konsequenzen zu tragen...
      18 4 Melden
    • andersen 19.06.2016 11:52
      Highlight Danyboy:

      Wer keinen Zusammenhang mit den 4 Grundfreiheiten in der EU findet, soll nicht in der EU bleiben.
      Man kann nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die im Voraus die EU als ein Feind betrachten.
      Das geht nicht.
      Gute Beziehungen entstehen nur, wenn man darin investieren möchte, nicht, was man nur aus ihnen herausholen kann.

      2 3 Melden
    • wonderwhy 19.06.2016 14:24
      Highlight @andersen das Problem ist dass man für die 4 Grundfreiheiten einen zu grossen Teil seiner Souveränität aufgibt. Was als idealistische und durchaus wünschenswerte Staatengemeinschaft den Anfang nahm, ist zu einem antidemokratischen, repressivem und undurchsichtigen Bürokratiemonster verkommen, mit einem Parlament das faktisch machtlos ist und einer nicht gewählten exekutiven Kommission die uneingeschränkte Befugnis hat.
      1 0 Melden
    • Danyboy 19.06.2016 15:45
      Highlight Dass die EU undemokratisch ist, stimmt nicht, auch nicht durch mantramässige Wiederholung. Man kann diskutieren, ob sie auf eine andere Art demokratisch werden sollte, näher zum Volk im Sinne einer direkteren Demokratie. Nur: Ein Gebilde wie die EU kann man nicht gleich wie die Schweiz regieren. Wenn da bei jedem Unbehagen, politischem Stimmungswechsel ständig aus jedem Land Austrittsgesuche eintreffen, Grundbestimmungen geändert werden sollen etc, dann versinkt das im Chaos. Vielleicht muss man die Grundfreiheiten überdenken, föderaler werden. Aber viele stellen sich das schon sehr simpel vor
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    • wonderwhy 19.06.2016 17:33
      Highlight @dannyboy Du kannst gerne die Definition von Demokratie solange verzerren bis sie auf die EU passt. Der EU fehlt es an demokratischer Legitimation, mal ganz abgesehen davon, dass es schlicht nicht möglich ist eine gemeinsame Identität als europäisches Staatsvolk zu etablieren, da nationale Interessen am Ende überwiegen und die EU sich schlussendlich ungeachtet dessen durchsetzen muss. Am Ende ist die Mehrheit unzufrieden und fühlt sich von oben herab fremd regiert. Wie gesagt, grundsätzlich eine wünschenswerte Institution, doch momentan ein unüberschaubarer Bürokratiedschungel!
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  • Gelöschter Benutzer 19.06.2016 09:40
    Highlight "Der Umschwung habe nichts mit dem tödlichen Attentat zu tun" - wer's glaubt.
    Dieses Ereignis hat den "Wahlkampf" völlig verändert - ist doch klar, jetzt gibt's ein Nein!
    11 10 Melden
  • rodolofo 19.06.2016 09:20
    Highlight Mich stört dieses ständige Drohen mit der totalen Katastrophe, und zwar hüben wie drüben!
    Die EU ist eine Dach-Organisation von mehreren Nationalstaats-Organisationen. So what?
    Wenn ein Mitglied austritt, dann tritt es eben aus und trägt die Konsequenzen. Es wird GewinnerInnen geben und VerliererInnen, wie immer bei Veränderungen.
    Welche Vor- und Nachteile stärker gewichtet werden, muss jede Nation (selber ein multikulturelles Gemisch von Minderheiten) selber entscheiden und dabei "dem Herzen" folgen. EuropäerInnen bleiben wir alle so oder so, denn wir leben ja auf dem Europäischen Kontinent!
    20 6 Melden
    • wonderwhy 19.06.2016 13:43
      Highlight Wenn es nur so einfach wäre. Die EU ist leider weitaus mehr als eine Dachorganisation.
      1 1 Melden

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