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Theresa May und die Eier ohne Ostern: Eine sehr britische Groteske

04.04.17, 21:01 05.04.17, 07:32


Die britische Premierminister Theresa May hat genügend Probleme. Sie muss den Brexit über die Bühne bringen, den Austritt ihres Landes aus der EU. Am Montag aber fand die konservative Politikerin Zeit, sich einem weiteren weltbewegenden Problem zu widmen. Es geht um Ostern und Eier, also Ostereier. Oder vielmehr Eier ohne Ostern.

Seit zehn Jahren veranstaltet der Süsswarenhersteller Cadbury jeweils am Osterwochenende eine grosse Eiersuche gemeinsam mit dem National Trust, der zahlreiche historische Gebäude, Gartenanlagen und Naturschönheiten im Vereinigten Königreich verwaltet. Bislang wurde der Anlass als «Easter Egg Trail» bezeichnet, als Ostereierpfad. In diesem Jahr wurde er umbenannt in «Cadbury's Great British Egg Hunt» (Cadburys grosse britische Eierjagd).

The Right Rev John Sentamu, 56, poses outside at York Minster in York, England, Friday June 17 2005, after being named as the Archbishop of York designate. The Ugandan-born cleric, who opposes gay priests in the Anglican church and is a foe of the US-led war in Iraq, is the first black archbishop in the nearly 500-year history of the Church of England.(AP Photo/Kirsty Wigglesworth-pa)  ** UNITED KINGDOM OUT: : **

Erzbischof John Sentamu hat keine Freude an osterlosen Eiern. Bild: AP PA

Wer findet den Unterschied? Genau, der Begriff «Ostern» wurde gestrichen. Das war zu viel für John Sentamu, den Erzbischof von York. Er verwies gegenüber dem «Daily Telegraph» auf Firmengründer John Cadbury, einen gläubigen Quäker. Dessen christlicher Glaube habe sich in seiner Arbeit ausgedrückt. Die Entfernung des Wortes «Ostern» aus der Eierjagd komme ihm vor, «also ob man auf das Grab von Cadbury spuckt», schimpfte der Bischof.

Eine Verbündete in dieser Ansicht fand er in – genau – Theresa May. Sie sei nicht nur die Tochter eines Vikars, sagte die Premierministerin dem Fernsehsender ITV, sondern auch Mitglied des National Trust. Dessen Haltung sei «vollkommen lächerlich». Ostern sei «ein sehr wichtiges Fest des christlichen Glaubens für Millionen in aller Welt», sagte May.

Bei den kritisierten Institutionen versteht man die Welt nicht mehr. Der Vorwurf, man spiele die Bedeutung von Ostern herunter, sei «Unsinn», sagte ein Sprecher des National Trust. Auf der Website der Organisation gebe es Dutzende Verweise auf Ostern. Eine Cadbury-Sprecherin meinte, der Vorwurf sei «einfach nicht wahr». Tatsächlich wird Ostern in der Werbekampagne für die Eierjagd unübersehbar erwähnt.

Cadbury Ostereierjagd

Die Cadbury-Werbekampagne.

Theresa May gab das Fernsehinterview übrigens während ihres Besuchs in Saudi-Arabien. Einem Land, in dem es mit der religiösen Toleranz bekanntlich nicht weit her ist und in dem Ostern nicht gefeiert werden darf. (pbl)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 05.04.2017 23:38
    Highlight Nicht vergessen am 14.04.17
    bitte kollektiv Trauern.
    0 0 Melden
  • TheDude10 05.04.2017 05:42
    Highlight Der begriff Oster ists zudem alles andere als christliche. Vielmehr ein entgegenkommen den konvertierendeb "Heiden" gegeüber, welche die fruchtbarkeisgöttin Ostera verehren.
    6 4 Melden
    • DerTaran 05.04.2017 09:51
      Highlight Aus diesem Grund feiern fundamentalistische Christen das heidnische Fruchtbarkeitsfest auch nicht.
      1 0 Melden
  • lilie 05.04.2017 05:04
    Highlight Ich frage mich manchmal ernsthaft, ob die Leute ihre Prioritäten im Leben richtig setzen, wenn schon die Premierministerin sich über solchen Unsinn aufregt.

    #firstworldproblems
    11 6 Melden
  • Majoras Maske 04.04.2017 21:40
    Highlight Was wohl Ostara dazu sagen würde...?
    10 1 Melden
    • Ürsu 04.04.2017 22:51
      Highlight Eine plausible Erklärung für den Begriff Ostern
      6 1 Melden
    • Sophia 05.04.2017 00:20
      Highlight Dem Erzbischof von York und besonders den Saudis zur Freude!
      9 1 Melden

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