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Britisches Magazin vergibt 1000 Pfund für den bösesten Erdogan-Limerick

Die Debatte um Jan Böhmermann geht im Ausland weiter: Das englische Magazin «The Spectator» hat nun einen Preis für das beste Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdogan ausgelobt.

20.04.16, 11:47


Ein Artikel von

Irgendwie passt es ja, dass in Deutschland als eine der ersten Medien die Lyrikzeitung über diesen Wettkampf berichtet hat – geht es doch darum, ein gelungenes Gedicht auszuzeichnen. Doch es ist nicht irgendein Lyrikwettbewerb, den das Londoner Wochenblatt «The Spectator» da ausgerufen hat – gesucht wird beleidigende Poesie, und zwar den türkischen Präsidenten Recip Tayyip Erdogan beleidigende.

Der Autor Douglas Murray, 36, bekannt für seine neokonservativen und islamkritischen Positionen, ärgerte sich – wie viele andere internationale Beobachter – darüber, dass die Bundesregierung dem Strafverlangen Erdogans nach §103 StGB gegen Jan Böhmermann wegen dessen Schmähgedicht nachgegeben hat.

So sieht «The Spectator» aus.

Als «frei geborener britischer Mann», der nicht «unter den Blasphemiegesetzen» von Despoten wie Erdogan lebe, habe er übers Wochenende beleidigende Limericks auf den türkischen Präsidenten verfasst, schreibt Murray im Spectator, und lädt all seine Leser ein, es ihm gleich zu tun.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan listens to Iran's President Hassan Rouhani during a joint news conference in Ankara, Turkey, Saturday, April 16, 2016. Rouhani is in Turkish capital for a one-day official visit.( AP Photo/Burhan Ozbilici)

So sieht Recep Tayyib Erdogan aus.
Bild: Burhan Ozbilici/AP/KEYSTONE

Ziel des Wettbewerbs sei es, «so schmutzig und beleidigend wie möglich» zu sein, heisst es in der Ausschreibung. Formale Grenzen setzt der «Spectator» nicht, auch jambische Fünfheber seien gestattet – allerdings empfiehlt Douglas Murray Limericks, da «fast alles beleidigende, das es wert ist gesagt zu werden, üblicherweise in die fünf Zeilen dieser schönen und zierlichen Form passt.»

Einen Preis für das siegreiche Gedicht sollte es zunächst nicht geben, doch nach Veröffentlichung des Aufrufes meldete sich ein Leser bei Douglas Murray, der bereit ist, 1000 Pfund für den am schärfsten beleidigenden Limerick auszuloben.

«The Spectator» ist ein konservatives Wochenblatt, das im selben Verlag wie die Tageszeitung «Daily Telegraph» erscheint. Das traditionsreiche Magazin wurde erstmals 1828 veröffentlicht. Zu seinen früheren Chefredakteuren gehört der heutige Londoner Bürgermeister Boris Johnson.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Citation Needed 20.04.2016 12:45
    Highlight Ich liebe die Briten!
    23 1 Melden
  • Kibar Feyzo 20.04.2016 12:35
    Highlight Kindergarten
    5 33 Melden
    • stiberium 20.04.2016 16:57
      Highlight Take it easy!
      17 2 Melden
    • TanookiStormtrooper 20.04.2016 17:16
      Highlight So funktioniert der Westen nun mal. Wenn ein autokratischer Herrscher was verbieten will, macht man es gleich extra. Hätte dem Erdogan mal einer erklären sollen, dann wäre die Geschichte schon vorbei. Jetzt gibt es eine Extrarunde bescheuerter Gedichte und Witze. Die Engländer werden wohl nicht den Bückling machen, da kann der Erdogan noch so lange das Rumpelstilzchen machen.
      26 0 Melden
    • Hoppla! 20.04.2016 17:18
      Highlight Genau, Erodgan benimmt sich wirklich wie ein verzogener Kindergartenjunge!
      18 0 Melden
  • pamayer 20.04.2016 12:22
    Highlight i love it
    i love it
    i love it

    just great!!
    22 1 Melden

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