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The entrance  with the inscription

Der Eingang zum grössten Vernichtungslager der Nazis in Auschwitz mit der seither infamen Losung «Arbeit macht frei». Bild: AP

Auschwitz: Sprinkleranlage sorgt für Empörung – weil sie aussieht wie eine Gasdusche

Eine Sprinkleranlage vor der Gedenkstätte Auschwitz hat einen Eklat verursacht: Das Wasser sollte bei der Hitze für Erfrischung sorgen – doch viele Besucher sind entsetzt.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Sprinkleranlage sollte bei den heissen Temperaturen für Abkühlung für die Besucher sorgen – doch am Eingang zur Gedenkstätte Auschwitz bot sich ein seltsames Bild: Aus einem langen, waagerechten Rohr sprühte es Wassertropfen. Viele Beobachter fühlten sich dadurch aber nicht erfrischt, sondern an die Gaskammern von Auschwitz erinnert – wo Duschanlagen eingebaut waren, die den Häftlingen vorgaukelten, sich in einem Raum für Körperpflege zu befinden. In Wahrheit wurde dann tödliches Gas eingeleitet.

Verstörte Reaktionen

In den sozialen Netzwerken ist jetzt die Rede von einer makabren Pietätlosigkeit, im Kurznachrichtendienst Twitter kritisierte etwa Rabbi Steven Burg die «Duschen» als «bizarr, verletzend und geschmacklos».

«Die Menschen stehen in der prallen Sonne und ohne Möglichkeit, im Schatten Schutz zu suchen. Wir hatten schon Fälle von Ohnmachten unter den Wartenden. Das Museum muss daher alles tun, um Gesundheitsrisiken zu minimieren.»

Pawel Sawicki, Sprecher der Gedenkstätte Auschwitz

In israelischen Medien wurde über verstörte Reaktionen älterer Besucher berichtet, die beim Anblick von «Duschköpfen» als erstes an die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau dachten. In dem Konzentrations- und Vernichtungslager ermordeten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen.

«Menschliche Geste an die Besucher»

Gedenkstätten-Sprecher Pawel Sawicki kann die Empörung nicht nachvollziehen. Er begründete die Sprinkleranlage vor dem Eingang zu der Gedenkstätte mit der anhaltenden Hitzeperiode und Temperaturen um 35 Grad. «Die Menschen stehen in der prallen Sonne und ohne Möglichkeit, im Schatten Schutz zu suchen. Wir hatten schon Fälle von Ohnmachten unter den Wartenden», sagte er. Das Museum müsse daher «alles tun, um Gesundheitsrisiken zu minimieren».

«Ich kann daran nichts Missverständliches finden. Für mich ist das eine menschliche Geste an die Besucher, die auch bei dieser Hitze die Gedenkstätte besuchen», sagte Christoph Heubner, Exekutivpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, der am Montag selbst das Museum besuchte. «Wer sich abkühlen will, geht da mal rüber. Da gibt es keine respektlose Hampelei», sagte er über das Verhalten der Besucher.

In den Sommermonaten ist der Besucherandrang besonders gross. Nachdem zu Jahresbeginn verstärkte Sicherheitsmassnahmen eingeführt worden waren, bilden sich vor dem Eingang oft lange Schlangen. Auschwitz-Birkenau war zur NS-Zeit das grösste der deutschen Vernichtungslager und gilt als Symbol für den Holocaust. Mehr als eine Million Menschen wurden in dem auf polnischem Gebiet liegenden Lager systematisch umgebracht.(kis/dpa)

Auschwitz

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