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Der Angriff auf Pearl Harbor

Pearl Harbor: Vor 75 Jahren stürzten sich 400 japanische Flugzeuge auf die US-Flotte

04.12.16, 10:40 04.12.16, 11:06


Vor «Ground Zero» war «Pearl Harbor»: Der Angriff der Japaner auf die US-Pazifikflotte am 7. Dezember 1941 war ein schwerer Schlag gegen die USA. Er war zugleich der Anfang vom Ende des Zweiten Weltkrieges.

Eine Zeitschrift hatte Hawaii gerade «eine Welt des Glücks in einem Meer des Friedens» genannt, als zwei Soldaten etwas Seltsames bemerkten. Eigentlich hatten George Elliott und Joseph Lockard ihre brandneue Radaranlage nur zur Übung eingeschaltet, doch solche Ausschläge hatten sie noch nie gesehen. Die Vorgesetzten beschwichtigten, dass es wohl eigene Maschinen seien.

Hunderte japanische Flugzeuge

Doch auf der Rückfahrt zu ihrem Stützpunkt wurden Lockard und Elliott Augenzeugen eines der berühmtesten Angriffe der Kriegsgeschichte: Hunderte japanische Flugzeuge stürzten sich in Pearl Harbor auf Hawaii auf die amerikanische Pazifikflotte und vernichteten ein gewaltiges Schlachtschiff nach dem anderen.

Mit dem «Tag der Schande» (Präsident Franklin D. Roosevelt) wurden die USA vor 75 Jahren in den Zweiten Weltkrieg gezogen.

Japan im Siegesrausch

Dabei wurde auch in Asien schon seit Jahren gekämpft. Die Japaner eilten von Sieg zu Sieg, besetzten weite Teile Chinas – und begingen entsetzliche Kriegsverbrechen. Washington verhängte daraufhin ein Öl-Embargo. Tokio sah nur zwei Möglichkeiten: Entweder klein beigeben – oder Krieg. Dabei war klar, dass man gegen den Riesen nur mit einem Überraschungsschlag eine Chance hatte.

Der Mann der Stunde hiess Yamamoto Isoroku. Klein, dick, Brille, brillant. Der Admiral kannte die Amerikaner gut und bewunderte nicht nur ihren früheren Präsidenten Abraham Lincoln, sondern auch ihre Wirtschaftskraft.

Alles auf eine Karte gesetzt

Er soll selbst überzeugt gewesen sein, dass Japan einen Krieg gegen die mächtige Nation nie gewinnen könne. Isoroku, dem Glücksspiel verfallen, setzte auch im Pazifik alles auf eine Karte. Er selbst schätzte die Erfolgschancen auf 50:50.

Sechs Flugzeugträger machten sich auf den 5000 Kilometer langen Weg. Weil jeder Funker auch beim Morsen seine eigene Handschrift hat, blieben sie in der Heimat und funkten sich gegenseitig Belanglosigkeiten zu, als würden sich die japanischen Matrosen in den Häfen langweilen.

In den Morgenstunden eines Sonntags in Friedenszeiten überraschten dann fast 400 Flugzeuge die Amerikaner. Die Gegenwehr organisierte sich schneller als oft behauptet wurde. Dennoch war es ein ungleicher Kampf. Mit Bomben und Torpedos wurden die Schlachtschiffe, der Stolz einer Nation, auf Grund gesetzt.

Gegenschlag folgt rasch

Während Japans siegreiche Piloten auf den Flugzeugträgern mit Sake empfangen wurden, war Amerika gelähmt. 2400 Menschen waren tot, die Schlachtschiffe versenkt und die Japaner besetzten ohne ernsthafte Gegenwehr weite Teile Asiens.

Doch die Monopolstellung währte nur ein halbes Jahr. Denn die US-Flugzeugträger waren auf hoher See dem Angriff entkommen. In der Schlacht von Midway, dem Stalingrad Asiens, versenkten sie gleich vier Flugzeugträger der Japaner.

Wende in der Kriegsführung

Es war auch eine Wende in der Kriegsführung: Nicht eines der Schiffe hatte in Midway ein gegnerisches gesehen, die Schlacht wurde ausschliesslich mit Trägerflugzeugen geführt. Japan baute bis Kriegsende noch sieben dieser gewaltigen Schiffe. Die USA 90.

Die USA führten den Pazifikkrieg fast allein – die Russen griffen erst im August 1945 ein, nur Tage vor der Kapitulation des Kaiserreichs. Entsprechend lebendig ist die Erinnerung noch in den USA und «Remember Pearl Harbor» wurde erst 60 Jahre später von «Nine Eleven» als Begriff für Wachsamkeit und Entschlossenheit abgelöst.

FILE - This Dec. 7, 2012 file photo shows The USS Arizona Memorial at Pearl Harbor, Hawaii. The Navy has investigated the case of a sailor who didn't salute as the national anthem played during a morning flag-raising at Pearl Harbor on Monday, Sept. 19, 2016. (AP Photo/Eugene Tanner, File)

Täglich setzen Dutzende Boote zu dem weissen Mahnmal über. Bild: AP

Mahnmal im Hafen

Beim Wort «Pearl Harbor» fällt vielen gleich das Wort «USS Arizona» ein. Das Schlachtschiff war nach einem Volltreffer in sieben Minuten gesunken und wurde das Grab für mehr als 1100 Menschen.

Täglich setzen Dutzende Boote zu dem weissen Mahnmal über. «Sie weint noch immer», heisst es, weil das nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche liegende Wrack auch nach 75 Jahren noch Öl verliert. Angehörige und Touristen werfen hier Blüten ins Wasser und schweigen einfach.

Japaner machen Selfies

Nicht alle. Manche japanische Touristen nutzen das Mahnmal für Selfies, mit breitem Grinsen und Victory-Zeichen. Die Ordner gucken ein bisschen gequält. «Andere Touristen sind bei diesem Anblick meistens sprachlos», sagt einer.

«Und wenn sich doch einer aufregt, zeigen wir einfach da rüber», sagt er lächelnd: Gleich neben dem Mahnmal liegt die «USS Missouri». Auf dem Schlachtschiff unterzeichnete Japan 1945 die bedingungslose Kapitulation – 1365 Tage nach Pearl Harbor. (whr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Senji 04.12.2016 16:26
    Highlight Hier gehts nur um Pearl Harbour. Hört doch auf das mit anderen Kriegsereignissen in ein Verhältnis zu setzen. Zudem war es ein klassischer Erstschlag für den man die Amis nicht auch noch selber verantwortlich machen kann. Auch wenn sie es tatsächlich gewusst haben sollten.
    13 4 Melden
  • Typu 04.12.2016 12:43
    Highlight Der vollständigkeithalber hätte man hier auch die atombombe aufnehmen sollen.
    33 26 Melden
    • Fabio74 04.12.2016 16:41
      Highlight Fiel die im Dezember?
      6 3 Melden
    • Triple 04.12.2016 17:30
      Highlight Aha, und warum, ist da heute auch Jahrestag....
      11 1 Melden
    • HotShot 04.12.2016 18:28
      Highlight ...n, Atombomben😉
      6 6 Melden
  • Tsunami90 04.12.2016 12:22
    Highlight Heute weiss man, das der Angriff für die Anerikanische Führung nicht überraschend war. Rosevelt wollte die Gelegenheit nutzen um die Amerikaner von der Notwendigkeit eines Krieges zu überzeugen. Aus diesem Grund waren auch sämtliche Flugzeugträger auf geheimer Mission unterwegs. Die heftigkeit und das Ausmass der Schäden hat aber alle überrascht. Wie im Artikel erwähnt wurde in der Seekriegsführung bis dahin auf Schlachtschiffe gesetzt.
    29 33 Melden
    • Triple 04.12.2016 17:39
      Highlight Soso, auf geheimer Mission. Wohin denn??
      9 5 Melden
  • WC-Entchen 04.12.2016 12:00
    Highlight Und absolut kein Wort über die zwei Atombomben die von der USA ohne Rücksicht auf Zivilisten über Japan abgeworfen wurden? Das scheint mir ein seeehr einseitiger Artikel zu sein...
    47 34 Melden
    • AJACIED 04.12.2016 15:08
      Highlight @WC-Entchen
      So ist es. Die Japaner bombardieren Pearl Hearbour. Die Amis (wie immer) übertreiben und bombardieren mit Atombomben das Volk.
      Ja da kämpft jemand mit gleichen Waffen!!
      Typisch amerikanische Kriegsführung
      36 30 Melden
    • ostpol76 04.12.2016 15:23
      Highlight Vieleicht weil am 7. Dezember vor 75 Jahren keine Atombombe abgeworfen wurde?
      63 12 Melden
    • manhunt 04.12.2016 17:01
      Highlight dann könnte man hier genauso gut die zivilen opfer der absolut brutalen und rücksichtslosen japanischen kriegsführung erwähnen. die massaker in china. die giftgaseinsätze der japaner gegen chinesische zivilisten. die gräuel in den japanischen gefangenenlager.
      19 2 Melden
    • ConcernedCitizen 04.12.2016 18:09
      Highlight Wer hat denn im 2.Weltkrieg schon Rücksicht auf die Zivilbevölkerung gehabt? Die Japaner hatten nur schon in Nanjing mehr Zivilisten abgeschlachtet als durch die beiden A-Bomben umgekommen sind. Das ewig einseitige Bashing, auf welche Seite auf immer, ist so was von infantil.
      24 2 Melden
  • elivi 04.12.2016 11:13
    Highlight Wieviele zivilisten starben nochmals bei den 2 atombomben von den amis?
    Diesen artikel mit 'blöde touristen die nicht an die toten denken' zu beenden anstatt die atombombe die japan zum kapitulation zwang ist etwas ... Naja schade.
    Als gibts keine ami touristen, die beim denkmal in hiroshima oder nagasaki nicht grinsend ein selfie machen ... Oder wie ein paar amis selbstherrlich sich freuten das tausende japaner beim fukushima tsunami starben weil sie sich bis heut noch persönlich gekränkt fühlen wegen pearl harbor.
    84 72 Melden
    • mister_michael 04.12.2016 11:26
      Highlight Die Amerikaner sind halt oft die guten. Da gehen mal paar Atombomben und Kriegsverbrechen mit Napalm gerne vergessen.
      91 51 Melden
    • Hayek1902 04.12.2016 11:37
      Highlight Hier gehts aber um Pearl Harbor und nichts anderes. Sonst kommt als nächstes einer, welcher die japanischen Kriegsverbrechen erwähnt. Und dann einer, der sagt, dass dies nicht so schlimm gewesen sei im Vergleich zu Deutschland und der UdSSR. Dann bringt der nächste Dresden und der übernächste Verdun und es hört nie auf.
      54 8 Melden
    • 有好的中国老虎 friendly chinese Tiger 04.12.2016 12:11
      Highlight Die Siegermächte schreiben die Geschichte.
      32 13 Melden
    • Fabio74 04.12.2016 13:08
      Highlight Kindergarten Niveau dieses gegenseitige hochrechnen
      25 14 Melden
    • Commander 04.12.2016 18:41
      Highlight Die Japaner haben während des zweiten Weltkrieges in Asien gewütet wie die Einsatzgruppen der Deutschen an der Ostfront. Dies mit einer Ideologie, die Ehre und Kadavergehorsam in den Himmel hob. Da war es klar, dass die Amis damals nicht noch lange rumhampeln wollten und mit der A-Bombe klare Verhältnisse zu schaffen suchten. Und mit collateral damage hatten die ja noch nie gross Probleme...
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