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epa06333230 Dutch Foreign Minister Halbe Zijlstra gives a press statement with German Foreign Minister Sigmar Gabriel (not pictured) on their bilateral meeting in Berlin, Germany, 16 November 2017.  EPA/FILIP SINGER

In die Nesseln gesetzt: Halbe Zijlstra. Bild: EPA/EPA

Niederländischer Aussenminister tritt nach Putin-Lüge zurück

13.02.18, 17:29 13.02.18, 18:05


Der niederländische Aussenminister Halbe Zijlstra ist nach einer Lüge über ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückgetreten. Der rechtsliberale Minister teilte seine Entscheidung am Dienstag dem Parlament in Den Haag mit.

«Ich sehe heute keine andere Möglichkeit, als meinen Rücktritt einzureichen», sagte Zijlstra am Dienstag während einer Parlamentssitzung in Den Haag vor den niederländischen Abgeordneten. Der Minister hatte am Montag einräumen müssen, dass er anders als behauptet nicht an einem Treffen mit Putin in dessen Datscha im Jahr 2006 teilgenommen hatte.

Zijlstra hatte erklärt, er habe dort von Putin gehört, wie dieser seine Pläne eines «Gross-Russlands» darlegte. Putin habe gesagt, dass er zu «Gross-Russland» zurück wolle und dass dazu gehöre: «Russland, Weissrussland, die Ukraine und die baltischen Staaten». Auf Grundlage der vermeintlichen Äusserungen von Putin hatte Zijlstra vor der Aggression Russlands gewarnt.

Zijlstra, Mitglied der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) von Ministerpräsident Mark Rutte und ehemals für den Ölriesen Shell tätig, hatte im Mai 2016 auf einer VVD-Konferenz erklärt, an dem Treffen mit Putin und dem ehemaligen Shell-Chef Jeroen van der Veer habe er «im Hintergrund als Assistent» teilgenommen.

Zijlstra musste dann einräumen, «gelogen» zu haben. Die Geschichte habe er von jemandem «geborgt», der im Gegensatz zu ihm tatsächlich in der Datscha zugegen gewesen sei und ihm davon erzählt habe. Zugleich hielt er daran fest, dass er Putins Worte im Grossen und Ganzen richtig wiedergegeben habe.

Die Enthüllung traf Zijlstra zu einem unpassenden Zeitpunkt: Für Dienstag war ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Moskau geplant. (cma/sda/dpa/afp)

Niederlande streiten über Hautfarbe ihres Schmutzlis

Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • laska 13.02.2018 20:22
    Highlight Russland und dessen Präsident werden von westlichen Politikern unter gütiger Mithilfe der Medien seit langem dämonisiert. Das Ganze läuft auf ein militärisches Kräftemessen mit speziell für uns Europäern ungeahnten Folgen hinaus. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass wir einem allfälligen atomaren Holocaust so gelassen entgegen sehen anstatt das ständige Russland-Bashing kritisch zu hinterfragen.
    17 12 Melden
    • JoeyOnewood 13.02.2018 23:44
      Highlight wtf! Russland-Bashing hin oder her, was sie hier labern, ist haarsträubend!
      5 6 Melden
    • dan2016 14.02.2018 00:01
      Highlight Offenbar, wie der Artikel zeigt, gibt es medial die Differenzierungsfähigkeit.
      3 1 Melden
    • Juliet Bravo 14.02.2018 01:03
      Highlight Wenn ein Land einen Teil eines anderen Landes annektiert und andere Teile okkupiert, so kann von dämonisieren wohl nicht die Rede sein.
      4 4 Melden
    • Hoppla! 14.02.2018 06:51
      Highlight Und was sagst du z.B. den Ukrainern oder Georgiern deren Länder bereits zum Teil unter russischer Kontrolle sind? Oder Esten, Letten und Litauer die verbal und militärisch immer wieder provoziert werden?

      Muss man den Anspruch Russlands über andere Völker einfach akzeptieren aus Angst vor einem, ich zitiere, "atomaren Holocaust"?

      Wie siehst du per se die nationalistischen und minderheitenfeindliche (z.B. gegenüber Schwule oder Andersgläubige) Politik Russlands?
      3 5 Melden
    • majortom79 14.02.2018 07:31
      Highlight Russland ist den meisten Europäern durch seine diktatorischen Züge ganz einfach nicht geheuer. Solche Verbündete braucht man echt nicht! Und der russische Staat liefert wirklich viele Aktionen, die ein Bashing durchaus rechtfertigen.
      6 3 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 14.02.2018 11:59
      Highlight @hoppla, also du meinst damals, als der Verbrecher Sakaschwilli die Regionen Abchasien & Südossetien angriff und dann nach Ukraine und mittlerweile nach Polen abgeschoben wurde?

      Sogar die EU sagt, Georgien hat damals den Krieg begonnen.

      http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/untersuchungskommission-georgien-hat-den-krieg-begonnen-1854145.html
      3 3 Melden
    • dan2016 14.02.2018 12:22
      Highlight @Wendelspiess/Iaska... die EU, die niederländischen Medien haben wie die Beispiele zeigen, die Möglichkeit Positionen a) zu beurteilen und b) diese Position auch für die Gegenseite transparent und nachvollziehbar zu beziehen. Ja, Georgien hat den Krieg um das Georgische Territorium begonnen. Nichtsdestotrotz war es Georgisches Territorium (genauso wie Transnistrien zu Moldawien gehört und Tschetschenien zu Russland).
      4 2 Melden

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