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Elton John: Erfolgreich, schwul und engagiert.
Bild: Efrem Lukatsky/AP/KEYSTONE

Elton John würde gerne mit Putin über Schwulenrechte reden, weil dieser doch nicht so «dummes» Zeug sagen kann

Der Popstar Elton John möchte mit Wladimir Putin über die Rechte von Homosexuellen diskutieren. Als Präsident von Russland könne man nicht einfach solche «dummen Sachen» sagen.

13.09.15, 11:19 13.09.15, 11:30


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Elton John ist nicht nur ein weltbekannter Sänger, der Schwule setzt sich auch aktiv für die Rechte von Homosexuellen ein. In einem Interview mit der BBC sagte der Popstar jetzt, er würde gerne mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über dessen Haltung zu Homosexuellenrechten sprechen.

Hat lieber Katzen als Homosexuelle: Wladimir Putin.
Bild: AP/POOL RIA NOVOSTI KREMLIN

Putins Haltung gegenüber Homosexuellen sei «vorurteilsbehaftet und lächerlich» und sie isoliere den russischen Präsidenten, sagte Elton John der BBC. Er würde Putin gerne treffen, auch wenn das wahrscheinlich unrealistisch sei. «Er würde mich wohl hinter meinem Rücken auslachen und mich hinterher einen kompletten Idioten nennen», sagte John. «Aber immerhin habe ich es dann wenigstens versucht.»

Im Sommer 2013 hatte Russland ein «Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda» verabschiedet, das positive Äusserungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldbussen bis zu 100'000 Rubel (etwa 2300 Euro).

«Er würde mich wohl hinter meinem Rücken auslachen und mich hinterher einen kompletten Idioten nennen»

Elton John

Das Gesetz schliesst auch Ausländer mit ein, die nach Russland reisen, um Kundgebungen von Homosexuellen zu unterstützen, also etwa Schwulen- und Lesben-Paraden am Christopher Street Day oder Demonstrationen gegen die in der russischen Gesellschaft weit verbreitete Schwulenfeindlichkeit. Zudem dürfen die russischen Behörden Ausländer bei einem Verstoss gegen das Gesetz bis zu 15 Tage in Gewahrsam nehmen und danach des Landes verweisen.

Auf Werbetour für Toleranz in der Ukraine

In dem BBC-Interview kritisierte Elton John auch Putins Äusserung kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. An Homosexuelle gewandt sagte der russische Präsident Anfang 2014: «Wir verbieten nichts, und wir sperren niemanden ein. Deshalb können Sie ruhig und entspannt sein, aber lassen Sie bitte die Kinder in Ruhe.» Der Musiker zeigte sich fassungslos: «Sie sind Präsident von Russland, und Sie sagen einfach solche dummen Sachen?»

Poroschenko zusammen mit Sir Elton John.
Bild: EPA/PRESIDENTIAL PRESS SERVICE POOL

Der Popstar befindet sich derzeit in der Ukraine, um sich bei Präsident Petro Poroschenko und bei führenden Geschäftsleuten für die LGBT-Bewegung einzusetzen, also für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Er appellierte an Unternehmenschefs, Homosexuelle in ihren Firmen zu akzeptieren, weil Regelungen, «die die Rechte von LGBT-Bürgern beschneiden, auch die wirtschaftliche Entwicklung behindern».

Der Sänger spielte damit auf Studien an, denen zufolge Schwellenländer, die LGBT-Rechte schützen, ein höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben als andere. «Tolerant zu sein ist also nicht nur moralisch gut, sondern für die neue Ukraine wäre es auch klug.»

nck/AP

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Brikne, 20.7.2017
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