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Ulrich Tilgner: «Saudi-Arabien ist weltweit einer der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen»

16.12.15, 14:44 06.01.16, 08:14

Saudi-Arabien hat angekündigt, zusammen mit 33 weiteren islamischen Staaten ein Bündnis gegen den Terror zu schliessen. Was davon zu halten ist, weiss Ulrich Tilgner, den Herr und Frau Schweizer als SRF-Korrespondenten für den Nahen Osten kennen.

Eigentlich ist die islamische Anti-Terror-Allianz ja eher ein exklusiv sunnitischer Club. Ist das Tischtuch zwischen Sunniten und Schiiten zerschnitten?
Ulrich Tilgner: Das von Saudi-Arabien geführte Bündnis wurde gegen den «IS»-Terror, nicht gegen radikal-sunnitische Organisationen gebildet, die ebenfalls Terror ausüben – auch wenn der Kronprinz Saudi-Arabiens etwas anderes behauptet. Es richtet sich also nicht gegen pakistanische Taliban-Gruppen. Auch Al Kaida nahstehende Gruppen wie Al-Nusra in Syrien und andere bleiben ausgespart. Es stimmt: Saudi-Arabien hat nicht das Tischtuch zwischen sich und salafistischem Terror zerschnitten, sehr wohl aber die Kluft zwischen Sunniten und Schiiten vertieft. Das Bündnis leistet damit keinen Beitrag zur Befriedung des Mittleren Ostens, sondern verstärkt Konfrontationen und vertieft Gräben.

In Bahrain unterstützt Saudi-Arabien die Unterdrückung der schiitischen Mehrheit durch das sunnitische Herrscherhaus, im Jemen bekämpft Riad zusammen mit der Regierung schiitische Rebellen: Droht der Anti-Terror-Kampf zum Deckmantel für eine Abrechnung mit der Bruderreligion zu werden?  
Dieser Bruderkrieg existiert bereits und wird nur weiter angefacht. Es ist ein weiterer Schritt, den Wahhabismus zur dominanten Strömung unter den Sunniten auszubauen. Seit Jahrzehnten finanziert Saudi-Arabien die Ausbreitung dieses Wahhabismus: In den 80er Jahren waren Pakistan und Afghanistan die Hauptziele, später wurde unter den Muslimen auf dem Balkan und in Westeuropa missioniert. In den vergangenen Jahren standen Irak, Nordafrika und Syrien im Zentrum der saudischen       Bemühungen. Die neue Allianz ist das Ergebnis einer langjährigen Politik, die nur im Schatten der US-Aussenpolitik so erfolgreich sein konnte.

Protest in Bahrain im Oktober 2014: Die Frau hält ein Bild des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr hoch, der nach Demonstrationen in Bahrain in saudische Gefangenschaft kam.
Bild: Hasan Jamali/AP/KEYSTONE

Rücken wir den Fokus auf Saudi-Arabien selbst: Welche Bevölkerungsgruppen fallen dort – ausser Schiiten – unter den Begriff «Terrorist»?  
Schiiten gelten als Abtrünnige, die ihr Leben verwirkt haben. Das erklärt auch das brutale Vorgehen von Polizei und Justiz in Saudi-Arabien. Dort gelten Schiiten offiziell als Staatsbürger, sind aber letztlich Bürger zweiter Klasse. Wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden Oppositionelle, die für westliche, demokratische Rechte und bürgerliche Freiheit eintreten, immer wieder als Terroristen gebrandmarkt.

Ist Riad denn überhaupt gegen den «IS»?
Sicherlich ist Saudi-Arabien auch gegen den «IS»-Terror. Das liegt daran, dass dieser Wurzeln im Wahhabismus hat, jedoch die Monarchie in Saudi-Arabien nicht akzeptiert. Die religiösen «IS»-Führer stehen eher in der Tradition der Eiferer, die die Grosse Moschee in Mekka 1979 besetzt hatten, was erst durch den Einsatz französischer Elitesoldaten beendet wurde. Die damalige öffentliche Enthauptung von 63 der Täter zeigt, wo Saudi-Arabien steht. Der «IS» steht in der Tradition der Moscheebesetzer.

Tilgners Buch zur politischen Situation im Orient – erhältlich bei Amazon. Aus der Beschreibung: «Die Konflikte in der Region sind nicht gelöst. Statt den Aufbau moderner Zivilgesellschaften zu fördern, zieht sich der Westen zurück. Die USA heizen Bürgerkriege an und verteidigen ihre strategischen Interessen in der Region mit neuen militärischen Mitteln – mit Drohneneinsätzen, Kommando-Aktionen und Cyberkrieg. Die Folgen für die Menschen treten zunehmend in den Hintergrund – politische Interessen haben Vorrang.»

Von Riad gefangen genommene Besetzer anno 1980.
bild: wikicommmons

Immer wieder wird Riad unterstellt, es unterstütze radikale islamische Strömungen – auch in Europa: Was ist da dran?
Saudi-Arabien ist neben den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Kuwait weltweit der Hauptunterstützer radikal-islamischer Strömungen. Diese Staaten und Geldgeber aus diesen Staaten haben auch alles daran gesetzt, die demokratischen Prozesse des «Arabischen Frühlings» abzuwürgen und in den betroffenen Staaten Bürgerkriege anzuzetteln.

Saudi-Arabien und Anti-Terror-Kampf – wird da nicht der Bock zum Gärtner gemacht?  
Das trifft den Nagel auf den Kopf. Saudi-Arabien nutzt die Gunst der Stunde, um sich dem Westen als Bündnispartner anzubieten. Inzwischen werden jedoch vor allem in den Beziehungen zwischen dem Königshaus und der US-Regierung Spannungen deutlich. Leider versuchen Staaten Westeuropas das entstehende politische Vakuum zu füllen und wirtschaftlich zu nutzen. Das gilt insbesondere für Frankreich, aber auch für Russland.

Im September 2014 empfing Frankreichs Präsident Hollande den saudischen Prinzen Salman Bin Abdulaziz Al Saud in Paris.
Bild: EPA

Unter den 34 Staaten der Koalition befindet sich auch Pakistan, wo Osama bin Laden, selbst ein Saudi, Unterschlupf gefunden hatte. Was kann Islamabad zu einem Anti-Terror-Kampf beitragen?
Pakistan muss erst einmal die Terroristen im eigenen Lande ernsthaft bekämpfen und Versuche unterbinden, afghanische Terrororganisationen zu unterstützen oder aufzubauen, um das Nachbarland zu destabilisieren. Weil Pakistan die Taliban nicht mehr völlig kontrollieren kann, werden jetzt von Pakistans militärischem Geheimdienst ISI in den Provinzen Kunar, Nangahar und Kost «IS»-Gruppen aufgebaut.

Wie wichtig ist Ägypten? Besteht die Gefahr, dass Kairo die Koalition nutzt, um mit der ungeliebten islamischen Opposition im eigenen Land aufzuräumen?
Die Militärdikatur in Ägypten ist in enger Kooperation mit den ölreichen Golfstaaten aufgebaut worden – und hängt an deren Subventionstropf. Auch in Ägypten droht langfristig ein Bürgerkrieg, weil islamistische Kräfte immer stärker werden. Saudi-Arabien ist ein erklärter Gegner der ägyptischen Muslimbrüder, die demokratische Prinzipien zu einem grossen Teil akzeptiert haben – im Gegensatz zu pro-saudisch-salafistischen Kräften, die den Militärputsch unterstützt haben und deren radikale Teile sich langfristig den Aufständischen anschliessen dürften.

Konflikt im Jemen: Saudische Artillerie schiesst im April 2015 auf schiitische Stellungen.
Bild: Hasan Jamali/AP/KEYSTONE

Welche Rolle spielt die Türkei?
Ohne die Unterstützung durch diesen Brückenkopf der NATO hätte der «IS» gar nicht aufsteigen können. Die türkische Politik ist durch und durch verlogen und doppelbödig – deshalb passt die Türkei genau in dieses Bündnis. Sie möchte die syrische Opposition weiter beeinflussen und für ihre eigene Politik nutzen.

Syrien mit dem offenkundigsten Problem mit Islamisten ist nicht an Bord. Ein Fehler im System?  
Saudi-Arabien arbeitet auf den Sturz Assads hin – auch wenn dieser islamistische Kräfte aus den Gefängnissen entlassen hat, um die demokratische Opposition zu schwächen und zu diskreditieren. Assad ist ein nichtreligiöser Diktator, der vor allem von Alawiten, also Schiiten, und Christen unterstützt wird, die von Saudi-Arabien abgelehnt werden.

Wie eng wird Riad mit seiner Koalition Ihrer Meinung nach mit den USA zusammenarbeiten?
Saudi-Arabien versucht den schleichenden Rückzug der USA aus dem Mittleren Osten zum eigenen Vorteil zu nutzen. Dabei geht es dem Königshaus vor allem darum, die eigene Machtposition zu festigen und auch aussenpolitisch abzusichern. Im Vordergrund der neuen Koalition steht nicht der Kampf gegen den Terror, sondern die Bildung einer von Saudi-Arabien dominierten neuen sunnitischen Staatengruppe mit zum Teil von Riad finanzierten Regimen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2016 16:01
    Highlight Saudi Arabiens Königsfamilie ist die mit Abstand grösste und verleugnerischte Herrscherfamilie die es gibt. Sie unterstützen Terror, verbreiten einen konservativen Islam, in Saudi Arabien gibt es die härtesten Strafen gleich wie der IS sie anwendet. Bringt die Region immer wieder in Konflikte. Die Royals im gegensatz reisen durch die Welt, drinken Alkohol, leben verschwenderisch, besuchen Bordelle für die gilt kein Koran, kein Gesetzt. Man sollte die Herrscherfamilie umgehend Boykotieren bis sie endlich Frauenrechte und Menschenrechte respektieren.
    1 0 Melden
  • kiawase 17.12.2015 11:00
    Highlight nicht viel neues ... dass die Saudis so gschirren wissen wir. Macht die Tatsache umso schlimmer dass der Westen Waffen dorthin liefert.
    13 0 Melden
  • fiodra 17.12.2015 06:55
    Highlight Leider ist der Westen zu stark an Saudi Arabien als Geschäftspartner interessiert. Deshalb hat man Jahrzehnte lang über dessen finanzkräftigen Export des Wahabismus hinweg gesehen und tut es heute noch. Doch die schreckliche und lebensfeindliche Saat ist mittlerweile aufgegangen. Doch noch immer will man den Zusammenhang von unserem Öldurst mit dem islamistischen Terror nicht sehen. Unser Materialismus verursacht diesen religiös fundamentalistischen Aufstand. Osama bin Laden kam aus einer reichen Familie, er hielt den Zwiespalt zwischen Materialismus und Wahabismus in seiner Familie nicht aus.
    21 0 Melden
  • Mok2nd 16.12.2015 23:39
    Highlight Ganz schwierig da den Durchblick zu behalten bzw. nicht zu verlieren.
    Erinnert mich stark an die verworrenen und ewigen Religionsbruderkriegsjahren in Europa.
    Eine Aufklärungszeit wird bestimmt kommen, aber vorher wird noch viel Blut vergossen.
    Wie verhielten sich die muslimischen Ländern eigentlich zu dieser Zeit? War das nicht die Hochblüte der Wissenschaft dazumal?
    10 2 Melden
  • klugundweise 16.12.2015 23:16
    Highlight Wer sich für die Entwicklung seit den 50er-Jahren und die traurige Rolle der USA in Nahost und dem mittleren Orient interessiert lese:
    Michael Lüders: Wer den Wind sät.
    Hätten die USA die hunderte von Milliarden in die Entwicklung der Länder anstatt in machtpolitische bedingte Kriege investiert hätten die Menschen dort Perspektiven und keinen Grund zum Terrorismus. Würde der Westen Saudiarabien, Katar und auch Israel endlich für ihre Gräueltaten sanktionieren und ihnen Geld und Waffen vorenthalten, wäre die Region zu befrieden.
    19 5 Melden
    • _kokolorix 17.12.2015 08:35
      Highlight dann wären die billionen von dollar aber verteilt worden. etwas was die reichen amerikaner auf keinen fall wollten. die rüstungsausgaben der usa sind die goldgrube für reiche schlechthin. damit eignen sie sich etwa die hälfte der steuereinnahmen an. für soviel geld ist kein opfer (von anderen) zu gross
      7 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.12.2015 18:58
    Highlight Das Buch ist übrigens nicht nur bei Amazon (wie im Artikel verlinkt) erhältlich, sondern auch bei Buchhändlern, denen Arbeitsrechte noch etwas bedeuten. Also, bitte nicht Amazon unterstützen, ein Unternehen, dem der Begriff Arbeitnehmerrechte fremd ist.
    62 3 Melden
  • DerWeise 16.12.2015 18:08
    Highlight Wer mehr über die Herkunft der "Wahabidioten" wissen will, kann ich diese Doku ans Herz legen:
    7 1 Melden
  • Super 16.12.2015 16:47
    Highlight Mich würde interessieren wie sich die schweizer Parteien zu diesen Leuten positionieren, das würde mir bei den nächsten Wahlen helfen...
    31 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.12.2015 18:22
      Highlight Fragen Sie besser wer Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien noch vor nicht allzulanger Zeit zugestimmt hat. Geld stinkt ja bekanntlich nicht.
      58 3 Melden
    • Miss_Ann_Thropist 16.12.2015 19:34
      Highlight SVP, FDP, vereinzelte BDPler und gut die Hälfte der CVP stimmten dafür, wenn ich mich nicht täusche sogar ein paar Grünliberale
      31 3 Melden
    • demokrit 16.12.2015 22:11
      Highlight Von Grünliberalen wüsste ich nichts, aber auch die Mehrheit der Stimmbevölkerung hat Waffenexporten zugestimmt.
      16 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.12.2015 22:33
      Highlight @demokrit: Wann hat die Stimmbevölkerung das gemacht? Waffenexporte in demokratische Länder sind meiner Meinung nach ok. Waffenexporte in Länder wie Saudi Arabien und ähnliche jedoch nicht.
      4 4 Melden
    • _kokolorix 17.12.2015 08:41
      Highlight da kommen ausschliesslich die grünen und die sp in frage.
      alle anderen sind nur am (persönlichen) profit interessiert.
      vor allem die cvp zeigt deutlich was das christentum ausmacht.
      in tat und wahrheit sind die paar arbeitsplätze in unserer rüstungsindustrie absolut bedeutungslos
      7 0 Melden
    • demokrit 17.12.2015 12:29
      Highlight _kokolorix: Stimmt nicht ganz. Die SP war damals teilweise auch gegen Kriegsmaterialexporte. Habe selber mit einem gewerkschaftlich Orientierten diskutiert, der Arbeitsplätze für wichtiger hielt..
      2 0 Melden
  • nick_the_greek 16.12.2015 16:38
    Highlight Sehr interessantes Interview, das offenliegt wie die Machtverhältnisse im Orient wirklich stehen. Ohne Geld läuft auch im Terror-Business gar nichts. Allein mit religiösem Eifer lässt sich eine Organisation wie IS nicht aufbauen.
    46 0 Melden
    • Jol Bear 16.12.2015 21:41
      Highlight Man muss allerdings das Interview genau und konzentriert lesen, um den Überblick in diesem Wirrwarr nur schon halbwegs zu behalten... Das Geld eröffnet wohl andere Möglichkeiten und Dimensionen, diese Konflikte auszutragen. Die Wurzeln davon liegen dennoch in alten religiösen Differenzen zwischen den zahlreichen islamischen Strömungen, Rechthaberei, subjektive scheinbare Allwissenheit, Intoleranz. Je verbissener und fundamentalistischer, desto aussichtsloser die Hoffnung auf Besserung. Düstere Perspektiven...
      16 0 Melden
    • _kokolorix 17.12.2015 08:30
      Highlight @jol bear
      da muss ich widersprechen. die wurzeln der probleme liegen in der extremen ungleichheit der lokalen bevölkerung die von sklaverei, herrenrassendenken und frauenunterdrückung beherrscht wird. religiöse unterschiede sind nur vorgeschoben.
      das macht die religionen als solche aber nocht besser, bedienen sie sich doch bedenkenlos jeglicher vorurteile um einen vorteil zu erlangen
      2 1 Melden
    • Jol Bear 17.12.2015 18:34
      Highlight @_kokolorix: gebe ich Ihnen durchaus Recht. Doch sind die eingeschränkten Rechte der Frauen, Vorhandensein gesellschaftlicher Klassen usw. nicht eine Gemeinsamkeit der verschiedenen konservativen und sich gegenseitig bekämpfenden Islamisten unterschiedlichen Ausprägung? Was sind denn die offenbar nicht überwindbaren Differenzen zwischen beispielsweise Sunniten, Schiiten und Wahhabiten und wo sind sie begründet? Da sie sich gegenseitig derart nicht mögen (resp. deren Anführer, welche das ganze zu ihren Zwecken zweifellos instrumentalisieren), offenbar evident. Da hab ich eine Wissenslücke.
      1 0 Melden
    • karl_e 18.12.2015 11:21
      Highlight JolBear: gerade wegen ihrer Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten mögen sie sich nicht; denn wie sagt man so schön? Je verwandter, je verdammter.
      Gilt eigentlich für die Beziehungen aller abrahamitischen Religionen untereinander, also für Juden, Christen und Muslime.
      1 0 Melden
  • WinniePuuh 16.12.2015 16:17
    Highlight Sehr interessantes Interview, was einmal mehr aufzeigt, wie verstrickt die Situation im mittleren Osten ist.
    Es sind ja nicht nur die Sunniten, wo jetzt hier explizit erwähnt werden, auch die Schiiten (gesteuert durch Iranische Kräfte) die ja ebenfalls massiver Einfluss auf die Region ausüben (Hizbollah, Houhtis,). Zu dem "was ist der richtige Islam" Konflikt kommen noch die aussenstehenden Freunde aus Russland, USA, Türkei, Israel, etc. und schon ist der Brandherd perfekt.
    Bezgl. Syrien noch eine sehr empfehlenswerte Doku: http://www.pbs.org/wgbh/frontline/film/inside-assads-syria/
    29 0 Melden
  • Raphael Stein 16.12.2015 16:15
    Highlight Diesen Artikel unbedingt Meister Löpfe vorlesen.
    33 3 Melden
  • karl_e 16.12.2015 16:10
    Highlight Hoffentlich lässt Allah das Oel dieser Bande bald versiegen. Dann ist's vorbei mit den saudischen Sauereien.

    44 1 Melden
    • Anam.Cara 16.12.2015 19:29
      Highlight @karl_e: das würde wohl bewirken, dass der Brandherd für den Westen nicht mehr interessant ist.

      Wenn die Öl-$ die Völker (und Regimes) nicht mehr ernähren, bekämpfen sich die einzelnen Gruppierungen möglicherwiese noch verbissener.

      Hoffen wir, dass die Islamische Welt selber einen friedlichen Weg findet, der ein Zusammenleben möglich macht.
      11 0 Melden
  • Wilhelm Dingo 16.12.2015 15:58
    Highlight Sehr aufschlussreiches Interview welches unbequeme Fragen aufwirft, auch für den 'Westen'. Ich könnte mit vorstellen, dass sich Watson von diesem Artikel schon bald wieder distanziert.
    34 10 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 16.12.2015 16:36
      Highlight Ne, er ist ja kein Putin Troll aus Watson sicht! :-)
      14 5 Melden
    • Skianto 16.12.2015 20:06
      Highlight Interessanter Seitenhieb ;))
      7 3 Melden
  • Eman Kcin 16.12.2015 15:51
    Highlight Noch eine Anmerkung: Das Reisegeld (~5000$) nach Europa wird Flüchtlingen im Libanon von Saudi Arabien bezahlt 1... Das wäre mal was, wo ein Journalist vor Ort nachhaken sollte.

    (1.Information direkt aus Libanon, aber nur Hörensagen...)
    42 3 Melden
    • Sapere Aude 16.12.2015 19:37
      Highlight Die Aussage ist etwa so genau wie diejenige von der syrischen Beobachterstelle für Menschenrechte.
      11 3 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 16.12.2015 15:49
    Highlight Wir sollten langsam aber sicher ein Europäisches Bündnis bilden das gegen die Saudis und die Türkei gerichtet ist, sowie gegen den Wachsenden Einfluss des Islam in Europa durch Migranten die schon hier sind sowie gegen die jetzige Migration die Läuft.
    31 38 Melden
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 16.12.2015 17:50
      Highlight Und was soll das Bündnis machen ausser peinliche, rechtsgerichtete Parolen johlen?
      19 16 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.12.2015 19:34
      Highlight was ist euch lieber, eine türkisch-saudische allianz, oder eine türkisch-europäische? für mich ist die antwort klar..(...)
      europa darf die sekulären türken nicht im stich lassen, wenn es nicht will dass erdogan seine ziele erreicht.
      19 0 Melden
    • Sapere Aude 16.12.2015 19:41
      Highlight Nenn ein Beispiel für den wachsenden Einfluss des Islams in Europa. Inwiefern können Flüchtlinge, die in einer Notunterkunft beherbergt sind, meist nicht einmal unsere Sprache sprechen, irgend einen Einfluss ausüben?
      10 12 Melden
    • _kokolorix 17.12.2015 08:49
      Highlight mal wieder ein kommentar der aufzeigt wie der dumm die rechtsunterstützer sind.
      was anderes als den aufstieg von faschistisch angehauchten rechtsparteien hat die anwesenheit von migranten nicht beeinflusst. mit der herkunft oder religion der selben hat das nix zu tun. wärens nicht moslems wären es halt andere. hauptsache auf andere einprügeln
      3 4 Melden
    • Beobachter24 18.12.2015 00:25
      Highlight Da ist bereits ein Bündnis: Es heisst NATO. Beherrscht von den Diensten der USA. Frankreich macht Marketing für Dassault-Kampfflieger. Die Familie Erdogan scheffelt Milliarden beim Dealen mit von der IS geklautem Öl. Und die Saudis übernehmen den Ankauf für die ISIS Waffen.
      Das "Bündnis" funktioniert - (fast) alles läuft nach Plan ;-)
      2 0 Melden
  • Rendel 16.12.2015 15:05
    Highlight Danke für dieses Interview, habe schon auf einen Bericht auf Saudi Arabiens Vorhaben gewartet. Wie immer wird von Machthabern die Gunst der Stunde genutzt, ihre Macht möglichst weiter auszubauen und für Ihre Zwecke zu nutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein gutes Ende nimmt, besonders nicht für Menschen die in Frieden und frei leben möchten.
    51 0 Melden
  • frankyfourfingers 16.12.2015 15:02
    Highlight wie schön, dass dieses land im UNO Menschenrechtsrat ist!
    79 1 Melden
    • Rendel 16.12.2015 15:11
      Highlight Ja, das ist schon lange eine Farce.
      48 1 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 16.12.2015 15:57
      Highlight Das ist auch eine Kulturbereicherung wie die ganzen Türken und andere Muslime in Europa.
      17 42 Melden

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