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Migrants and refugees raise their hands as they try to reach life vests distributed by Spanish NGO Proactiva Open Arms workers, after being located out of control sailing on a rubber boat in the Mediterranean Sea, about 18 miles north of Sabratha, Libya on Thursday, June 15, 2017. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Flüchtlinge drängen auf das Boot der spanischen NGO «Proactiva Open Arms». Bild: AP

«Es herrschen chaotische Zustände»: Libyen hindert Schweizer Piloten an Seenotrettung

Die libysche Übergangsregierung ändert internationale Gesetze auf eigene Faust, die EU schickt Geld zur Aufrüstung der Küstenwache, Seenotretter werden verhaftet. Der Pilot Fabio Zgraggen sagt im Interview, er wisse nicht, wie lange er mit seinem Flugzeug noch nach Flüchtlingen auf dem Mittelmeer suchen kann.



Im August dieses Jahres kamen 90 Prozent weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer als im August 2016. Freut Sie das?
Fabio Zgraggen: Natürlich sind wir froh, wenn die Flüchtenden nicht aufs Meer müssen. Aber wenn sie zurück in die libyschen Flüchtlingslager gebracht werden, wo schlimme humanitäre Zustände herrschen, ist das sehr besorgniserregend für uns. Weil wir genau wissen, dass diesen Menschen so nicht geholfen wird. Sondern dass sie zurück in Folter und Ausbeuterei gebracht werden.

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Der Pilot Fabio Zgraggen bei einem Suchflug über das Mittelmeer. Bild: Sarah Serafini

Zur Person

Fabio Zgraggen (32) ist Pilot, Gleitschirmfluglehrer, Grafikdesigner und Gründer der «Humanitären Piloteninitiative». Unterstützt durch sein Team fliegt der Appenzeller in einem Kleinflugzeug von Malta aus über das Mittelmeer, um nach Flüchtlingen zu suchen, die mit ihrem Boot in Seenot geraten sind. Finden sie solche, informieren sie die Seenotrettungsleitstelle in Rom.

Was hat sich in den letzten Monaten an der Situation auf dem Mittelmeer verändert?
Die libysche Küstenwache erhält finanzielle Unterstützung von der EU. Auch an Land wird dafür gesorgt, dass libysche Milizen Flüchtlinge davon abhalten, in die Boote zu steigen. Den Milizen wird für diesen Dienst viel Geld bezahlt. Weiter gibt es in Libyen immer wieder Gefechte und damit verbundene Machtverschiebungen, die dazu führen, dass sich Schlepper logistisch umorganisieren müssen. All dies führte dazu, dass die Zahl der Flüchtlinge im Sommer zurückgegangen ist.

Das Image der NGO, die auf hoher See Flüchtlinge retten, leidet. Es laufen Ermittlungen gegen diverse Organisationen wegen Verdachts auf Schlepperei. Sind die Vorwürfe berechtigt?
Nein! Bisher hat sich noch kein einziger Verdacht erhärtet. Ich erinnere mich an den allerersten Fall, wo ein Seenotretter der Schlepperei verdächtigt wurde. 2004 wurden die Mitglieder der Hilfsorganisation «Cap Anamur» verhaftet. Fünf Jahre später wurden sie alle freigesprochen. 

Libyen hat vor kurzem sein Hoheitsgewässer ausgedehnt. Was heisst das?
Sie haben ihre Such- und Rettungszone auf dem Meer erweitert. NGO-Rettungsschiffe dürfen dort nicht mehr hineinfahren. Unilateral eine neue Hoheitsgewässer-Zone festzulegen ist rechtswidrig. Skandalös ist auch, dass sich die neue Grenze des Hoheitsgewässers weit im internationalen Gewässer befindet. Dort gilt eigentlich: Wer in Seenot ist, muss gerettet und in einen sicheren Hafen gebracht werden.

Was Libyen nicht ist.
Nein, weil Libyen noch immer ein Kriegsland ist. 

Migrants and refugees stand on the deck of the vessel Golfo Azzurro after being rescued by Spanish NGO Proactiva Open Arms workers on the Mediterranean Sea, Friday, June 16, 2017. A Spanish aid organization Thursday rescued more than 600 migrants who were attempting the perilous crossing of the Mediterranean Sea to Europe in packed boats from Libya. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Gerettete Flüchtlinge auf dem Schiff der spanischen NGO «Proactive Openarms». Bild: AP

Was bedeutet diese Änderung für Sie?
Unsere Partnerorganisationen, die auf hoher See Flüchtlinge retten, tasten sich jetzt langsam an diese neue Grenze heran. Sie halten einen Abstand von etwa fünfzig Seemeilen zur libyschen Küste. Vorher konnten sie bis zwölf Seemeilen vor die Küste fahren. Das hat das Suchgebiet von der Luft aus massiv vergrössert.

Es gab mehrere Auseinandersetzungen zwischen der libyschen Küstenwache und NGO-Schiffen. Warum?
Vor der libyschen Küste herrschen chaotischen Zustände. Kürzlich wollte die libysche Küstenwache mit vorgehaltener Waffe die Flüchtlinge dazu zwingen, zu ihnen aufs Schiff zu steigen. Einige sprangen panisch aus ihren Booten und versuchten zum nahe gelegenen Rettungsschiff einer NGO zu schwimmen. Wenn den Leuten gedroht wird, dass man sie dorthin zurückbringt, wovor sie geflüchtet sind, werden sie alles tun, um dies zu verhindern. Das wird zu mehr Toten führen, da bin ich mir sicher.

Trotzdem setzt die EU auf Verhandlungen mit der libyschen Übergangsregierung. So auch kürzlich am Migrationsgipfel in Paris.
Ja, das will mir nicht in den Kopf. Libyen mit seiner Übergangsregierung, die selbst nur einen kleinen Teil des Landes im Griff hat. Und selbst innerhalb dieser Gruppe gibt es grosse Widersprüche. Zudem erschüttert mich, dass die EU zur Eindämmung der Migration nun Zahlungen an Diktaturen wie den Tschad tätigen will. 

Und trotz allem wollen Sie Ihre Suchflüge über dem Mittelmeer fortsetzen?
Ja, weil wir so lange fliegen wollen, wie wir Menschenleben retten können. Die Situation hat sich zwar verändert, aber die Menschen werden weiterhin fliehen. Und sie werden weiterhin über das Meer kommen. 

Wann ist der Punkt erreicht, wo Sie sagen: Jetzt reicht es?
Wenn wir rechtlich verpflichtet werden, mit der libyschen Küstenwache zusammenzuarbeiten, machen die Suchflüge für uns keinen Sinn mehr. Wir arbeiten nicht mit einem Land zusammen, wo Menschenrechte aufs Übelste verletzt werden. Es kann also noch drei Jahre dauern oder zwei Wochen, das weiss niemand. 

Schweizer schauen nicht länger zu, wie Flüchtlinge ertrinken

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Video: Angelina Graf

Und dann heisst es zurück nach Hause?
Nein, ich sehe die humanitäre Piloteninitiative (HPI) als ein längerfristiges Projekt. Der Flüchtlingsstrom wird nicht einfach so abreissen. Nur die Routen werden sich verschieben. Wird die Mittelmeer-Route geschlossen, geht ein anderer Weg auf. Derzeit kann man beobachten, wie vereinzelt Boote von Tunesien aus aufs Meer fahren. ​

Was erhoffen Sie sich von der Schweizer Politik bezüglich der Migration über das Mittelmeer?
Dass genau hingeschaut wird und Europas Werte nicht ausverkauft werden, um eine Grenze zu schützen. ​

Private Seenotretter im Mittelmeer

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95
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    Alle Leser-Kommentare
  • Ville_16 18.09.2017 11:25
    Highlight Highlight Die Schweiz bezahlt übrigens auch an den libyschen Grenzschutz nicht nur die EU.
  • Daniel Caduff 18.09.2017 09:54
    Highlight Highlight Die versammelten selbsternannten Schlechtmenschen (und Stolz darauf!) laufen hinter ihren Keyboards kollektiv Amok und ergeben sich in ihren Untergangsphantasien.

    Das bei einem Anteil Asylsuchenden von weniger als 1% der Europäischen Bevölkerung. Es reicht ein einzelner Mann der Tag, um ihnen den Spiegel vorzuhalten.

    Edit: Ich habe diesen Kommentar sinngemäss bereits als Antwort auf RenRenRen geschrieben, der von "Blutzoll" sprach, der "gewaltig" enden würde, dank uns Linken.

    Danke Watson, dass Ihr diesen Gewalt androhenden Kommentar gelöscht habt.
  • BigE 17.09.2017 20:16
    Highlight Highlight Wenn es eine wirklich gute Lösung gäbe, hätten sie die involvierten Länder sicher schon gefunden und umgesetzt.
    Es ist weder mit "alle Grenzen auf" noch mit "alle Grenzen zu" möglich, das Problem des Massenexitus aus gewissen afrikanischen Ländern zu stoppen.
    Vielleicht muss Europa tatsächlich anfangen, mit den aktuellen Machthabern in den betroffenen Ländern zusammen zu arbeiten. Egal, wie die politische und soziale Lage dort tatsächlich ist? Und über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit versuchen, die Lebensbedingungen für die Menschen dort so zu verändern, dass "bleiben" eine Option ist!
    • ezclips 17.09.2017 21:42
      Highlight Highlight Der Anfang wäre Firmen und deren Produkt die seit Jahrzehnt den Kontinenten ausrauben zu boykottieren. Da gäbe es einige Firmen bei uns wo man z.B. anfangen könnte!
    • BigE 18.09.2017 02:20
      Highlight Highlight @ezclips: Boykotte bringen seltn langfristigen Erfolg. Man muss vor Ort etwas ändern. So lange die Situation in den betriffenen Ländern ein Ausnutzen ermöglichen, wird es auch gemacht.
      Ich habe ja auch keine Lösung. Nur das, was bisher passiert ist, ändert nichts.
    • You will not be able to use your remote control. 18.09.2017 08:50
      Highlight Highlight <<korrupten Regierungsclans>>

      Rate doch bitte einmal, wer dieses Regierungsclans korrumpiert.
  • Sebastian Wendelspiess 17.09.2017 19:05
    Highlight Highlight Jep, dankt der NATO die haben das Chaos durch den Sturz Ghadaffis erst verursacht.
    • BigE 17.09.2017 20:02
      Highlight Highlight Klar, unter Ghadaffi war alles Friede, Freude, Eierkuchen in Lybien.
    • Sebastian Wendelspiess 18.09.2017 07:10
      Highlight Highlight @BigE im Gegensatz zum heute oder zum Nato-Krieg mit über 100 Tausend Toten - ja!
    • Ville_16 18.09.2017 11:24
      Highlight Highlight @BigE informieren Sie sich mal was für Benefits die Libyer unter Ghadaffi hatten und zwar alle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oberon 17.09.2017 15:02
    Highlight Highlight Diese Situation zeigt uns doch das wir endlich über unsere Staatsausgaben diskutieren sollten. Ich finde das seit einigen Jahren die Unzufriedenheit in der Bevölkerung in Bezug auf den "sozialen Frieden" stetig steigt. Ob das die steigenden Kosten beim Lebensunterhalt oder der zunehmenden Ungerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt ist. Die Politik sollte sich bewusst sein das dies irgendwann zu einer Situation führt die man nicht mehr kontrollieren kann.

    Dies nun gegen die Humanitären Hilfe, die ich auch als ein wichtiges Attribut einer intakten Demokratie halte, aufzurechnen ist falsch.
  • Lowend 17.09.2017 15:00
    Highlight Highlight Rassisten und Unmenschen scheinen sich hier bei Watson inzwischen so richtig wohl zu fühlen? Jeder afrikanische Flüchtling ist mir da lieber, als alle diese dunkelbraunen Herrenmenschen, die hier ihr parteipolitisch motiviertes Gift verspritzen und wer sich nun von diesen Worten angegriffen oder getroffen fühlt, während er selber den Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt, ist in meinen Augen ein extrem verlogenes Weichei und charakterlich verwahrloster Lump!
    • StilleLaute 17.09.2017 16:29
      Highlight Highlight Du kannst auch nicht mehr als pausenlos die Nazi-Keule zu schwingen. Aber bei watson darf man das ja ungehemmt.
    • Bobo B. 17.09.2017 16:39
      Highlight Highlight Ausser deiner Empathie und dem Beleidigen von Personen, welche deine an Naivität kaum zu überbietenden Ansichten nicht teilt, hast du rein gar nichts zu bieten. Wenn du dich inmitten Millionen von Afrikanern tatsächlich so viel wohler fühlst, solltest du unter Umständen einen Wohnsitzwechsel ins Auge fassen...
    • atomschlaf 17.09.2017 16:40
      Highlight Highlight Ja, lowend, wie viele Afrikaner willst Du denn aufnehmen?
      Wie gedenkst Du Unterbringung, Verpflegung, medizinische Versorgung, etc. derselben zu finanzieren?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pisti 17.09.2017 14:55
    Highlight Highlight Herren wie dieser sind verantwortlich dafür dass tausende Ertrinken, der Sozialstaat langsam aber sicher, sich dem Ende zu neigt und dass die Terrorgefahr steigt. Er ist nocht stolz darauf, für mich ist er ein Schlepper und gehört vor Gericht.
    • SemperFi 17.09.2017 17:05
      Highlight Highlight @pisti: Für das Erzählen von solchen Ammenmärchen gehörten Sie auch vor Gericht.
      StGB, Art 248, Schreckung der Bevölkerung: Wer die Bevölkerung durch Androhen oder Vorspiegeln einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum in Schrecken versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
    • Platon 17.09.2017 23:52
      Highlight Highlight @Pisti
      Ein Schlepper verdient Geld mit dem was er tut. Herr Zgraggen spart Geld von Spendern zusammen und fliegt dann auf eigene Gefahr los, um Leute zu retten, wofür zu Hause auch noch angeschnauzt wird von Leuten wie Ihnen! Sie sollten sich mal schämen!
    • Platon 18.09.2017 10:32
      Highlight Highlight @RenRenRen
      Wer würde denn dafür spenden, damit Leute in einem der reichsten Länder der Welt Ründflüge machen können?! Wo ist denn da der Wirkungsgrad?
  • scientist 17.09.2017 14:49
    Highlight Highlight Flüchtlinge kurz vor der Küste aufzugabeln ist keine Rettung mehr sondern Beihilfe zu Schlepperei. Viel besser würde man die Fluchtursachen bekämpfen statt das Symptom. Es müssen Perspektiven aufgezeigt werden. Es ist leider eine Tatsache das ein Grossteil der Flüchtlinge keine Arbeit findet, und von Sozialhilfe abhängig bleibt.
    • aglio e olio 17.09.2017 23:38
      Highlight Highlight Clapton, welche Handlungen wären deiner Meinung nach notwendig?
    • Platon 17.09.2017 23:55
      Highlight Highlight @scientist
      Bitte werden sie Ihrem Namen gerecht. Schlepper verdienen Geld am Elend der Leute. Herr Zgraggen sammelt Geld, um danach auf eigene Gefahr zu helfen. Hören sie auf Helfer so zu diffamieren!
    • scientist 18.09.2017 11:20
      Highlight Highlight @platon der grosse Unterschied ist aber das sie nicht vor Lampedusa gerettet werden sondern vor der lybischen Küste. Somit macht er das Leben für die Schlepper viel leichter.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wald Gänger 17.09.2017 13:06
    Highlight Highlight Diese Heuchelei....davon reden, wie schrecklich es ist, dass sich Leute aufs Wasser wagen, aber selber die Anreize dazu setzen, dass die Menschen solche Risiken auf sich nehmen.
    • SemperFi 17.09.2017 17:10
      Highlight Highlight @Wald Gänger: Noch viel verlogener ist es, Interesse für das Überleben von Flüchtenden zu heucheln , obwohl es einem nur um den eigenen Wohlstand geht.
    • Wald Gänger 17.09.2017 18:19
      Highlight Highlight SemperFi: Damit kennen sich Leute besser aus, die in Flüchtlingen Humankapital sehen, das dereinst unsere demographischen Hürden abfedern soll. Du musst das also denen erzählen.
  • Flughund 17.09.2017 12:44
    Highlight Highlight Zu seinen Aussagen zur Schlepperhilfe der NGO`s sich mal
    dieses Gespräch zu Gemüte führen:

    https://www.srf.ch/sendungen/schawinski/roger-schawinski-im-gespraech-mit-kurt-pelda-3
  • You will not be able to use your remote control. 17.09.2017 12:23
    Highlight Highlight Jedes Opfer ist ein Opfer zu viel.
    • oliversum 17.09.2017 14:56
      Highlight Highlight Ich frage mich, was das für Leute sind, die bei diesem Kommentar auf den Blitz klicken.
  • andrew1 17.09.2017 11:39
    Highlight Highlight 12 seemeilen vor libyen wurden sie aufgegabelt und hunderte km nach europa geschleppt?! Praktisch für die schlepper wenn andere die arbeit machen. Besser wieder zurückschleppen die 12 meilen. Zum glück macht das jetzt die regierung. Spart uns milliarden.
    • andrew1 17.09.2017 12:30
      Highlight Highlight Ob wohl herr zgraggen jeden einzelnen flüchtling, welchem er nach europa verhilft, auch die nächsten 10 jahre betreut und finanziell für ihn aufkommt? Ich wage es zu bezweifeln. Mit "retten" und nach europa bringen ist leider nicht mal die halbe arbeit getan. Danach schau anton. Mir egal. Finde ich nicht exorbitant sozial gegenüber den europäern.
    • Gelegentlicher Kommentar 17.09.2017 12:46
      Highlight Highlight Ups, du scheinst wohl den Teil mit "(in Libyen werden) Menschenrechte aufs Übelste verletzt" überlesen zu haben.

      Kann passieren.
    • Gelegentlicher Kommentar 17.09.2017 14:12
      Highlight Highlight Andrew1, vielleicht geht es auch einfach darum, dass im Jahr 2017 keine Männer, Frauen und Kinder im Meer versinken sollen. Scheint mir recht plausibel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • LeChef 17.09.2017 11:38
    Highlight Highlight Was er nicht sagt: Mit jedem Flüchtling, der aus dem Wasser gezogen und nach Italien gebracht wird, steigt der Anreiz für diejenigen, die noch in Nordafrika warten, es auch zu probieren. Weil es ja so gut funktioniert.

    Mit jedem der nach Libyen zurück gebracht wird, statt nach Italien, sinkt der Anreiz. So einfach ist das.

    Von der Türkei her kommt, jetzt nach der konsequenten Umsetzung des Abkommens, fast niemand mehr. Weil sie einfach keinen Anreiz mehr haben, es zu probieren. Übereifrige NGO unterminieren diese Politik.
    • Friction 17.09.2017 14:31
      Highlight Highlight In dieser Thematik verfehlen wirtachaftliche Erklärungsversuche. Wir sprechen hier über Menschen und nicht über irgendwwlche Güter.
      Wenn denn dem Pullfaktor so viel Gewicht beigemessen wird, muss es beim Pushfaktor genauso geschehen...
    • LeChef 17.09.2017 15:05
      Highlight Highlight Mag sein, dass die eigentliche Frage ist, warum die Menschen überhaupt nach Europa wollen.

      Nur ist diese Frage nicht wirklich relevant. Europa kann alleine nicht die Probleme der ganzen Welt lösen. Sei es indem es die Leute aufnimmt, oder indem es Fluchtursachen bekämpft.

      In der Konsequenz müsste Europa nämlich entweder dutzende (wenn nicht hunderte) Millionen Flüchtlinge aufnehmen, oder aber Afrika und den nahen/mittleren Osten richtigehend rekolonialisieren, um Menschenrechte und Versorgung zu gewährleisten.

      Das sind beides keine echten Optionen.
    • Friction 17.09.2017 18:50
      Highlight Highlight @rich enough: Das ist ein Verschliessen der Augen vor einer kapitalistischen Welt, die momentan noch im Westen (nördliche Hemisphäre?) beheimatet ist. Da sind ALLE Mittel recht. Ich spreche nicht von einer Marktwirtschaft, nicht dass man mir den "Sozialisten" anhängen möchte.

      Aber einverstanden, Ihre Sichtweise ist sehr viel einfacher. Und dann wird es wohl so sein.
  • AlteSchachtel 17.09.2017 11:31
    Highlight Highlight Die Methoden eines A.Glarners scheinen ja EU-weit voll im Trend zu liegen. Man zahlt um sich humanitäre Probleme vom Leib zu halten und sich nicht mit notleidenen Menschen auseinandersetzen zu müssen. Überall werden "Nach-mir-die-Sintflut-Kässeli" eröffnet. Widerlich!
    • andrew1 17.09.2017 12:26
      Highlight Highlight Der krug geht zum brunnen bis er bricht. Wenn die Flüchtlinge in europa integrationsschwirigkeiten haben und viel kosten verursachen schadet uns das massiv. Z.b gibt man dann milliarden für das asylwesen aus während die ahv nicht gedeckt ist und ev sogar steuern erhoht werden müssen um mitbürgern welche ein leben lang gearbeitet haben eine Menschenwürdige rente zu geben. Wiederlich! Würden nur 1/3 der asylkosten in die ahv fliessen wäre das problem gelöst.
    • Flughund 17.09.2017 12:36
      Highlight Highlight Wie sieht denn dein Lösungsansatz aus ?
    • AlteSchachtel 17.09.2017 13:51
      Highlight Highlight @andrew1
      einem normalen CHer Büetzer geht es niemals besser, wenn es keine Flüchtlinge mehr gibt. Dafür wird unsere Wirtschaftobrigkeit schon sorgen.
      Und genau diese Wirtschaft bereichert sich auch an den Ressourcen der Herkunftsländer der Flüchtlinge, weil sie mit den diktatorischen Regierungen fette Geschäfte machen.

      Die beste Flüchtlingshilfe wäre also die Unterstützung der Wirtschaft und gleichzeitige Bekämpfung der Korruption in den Herkunftsländern. Aber solange unsere liebe Schweiz sich in den Ländern hemmungslos bereichert, wird deren leidende Bevölkerung fliehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 17.09.2017 11:30
    Highlight Highlight "Einige sprangen panisch aus ihren Booten und versuchten zum nahe gelegenen Rettungsschiff einer NGO zu schwimmen."
    Da haben wir es wieder, man sucht sich aus, von wem man gerettet werden möchte und wo man hin möchte. Typisch für Wirtschaftsflüchtlinge.

    "Trotzdem setzt die EU auf Verhandlungen mit der libyschen Übergangsregierung. So auch kürzlich am Migrationsgipfel in Paris.
    Ja, das will mir nicht in den Kopf."
    Wir könnten Libyen auch militärisch besetzen und kolonialisieren. Dann erübrigt sich das Problem der Übergangsregierung.

    2/2

    Immer diese möchtegern Gutmenschen...
    • You will not be able to use your remote control. 17.09.2017 12:27
      Highlight Highlight <<man sucht sich aus, von wem man gerettet werden möchte>>

      Wenn man von den einen versklavt und gefoltert wird, dann kann man von denen nicht 'gerettet' werden.

      Hast du den Teil nicht gelesen?
    • Gelegentlicher Kommentar 17.09.2017 12:50
      Highlight Highlight Raffiniert, wie du gekonnt den Teil auslässt wo geschrieben wird, dass die Leute panisch ins Wasser springen weil sie nicht zu dem zurück wollen, wovor sie geflüchtet sind.

      Ich finde es braucht jetzt keine Höhenflüge der Empathie, um das nachvollziehen zu können.
    • ilir 17.09.2017 13:18
      Highlight Highlight Wirtschaftsflüchtlinge? Ist das dein ernst?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grundi72 17.09.2017 11:29
    Highlight Highlight Möchte ja nicht wissen wieviel Co2 der tagtäglich in die Luft rauslässt..!
    • Scott 17.09.2017 18:52
      Highlight Highlight Ich befürchte ein Vielfaches der heissen Luft, die er sonst raus lässt.
    • Platon 17.09.2017 23:58
      Highlight Highlight @Grundi72
      Immerhin versucht er Menschen zu retten und geht nicht in die Ferien!
  • atomschlaf 17.09.2017 11:25
    Highlight Highlight Fabio Zgraggen mag sich gut und heldenhaft fühlen dabei, aber auch er ist nur ein kleiner Gehilfe der Schlepper-Mafia.
    • Friction 17.09.2017 14:44
      Highlight Highlight Wer ist es denn nicht hier in Europa? Wer ist nicht Gehilfe? Wir alle sind es. Von Glencore lassen wir uns kaufen, damit diese Menschen erst zu dem verkommen, wie sie hier von vielen bezeichnet werden... dann gibt es die, die humanistisch denken und andere, die den eigenen Profit in den Vordergrund stellen. Letztere wachsen und wachsen.
    • Friction 17.09.2017 21:28
      Highlight Highlight Danke pondering. Ihre Empfehlung weiss ich sehr zu schätzen. Sie wirken ob Ihrer Aussage leicht überfordert und ich hoffe, Sie können sich mit meiner Meinung arrangieren. Ansonsten empfehle ich Ihnen ein Temesta - ein Versuch mich Ihrem Niveau anzupassen.
      Zur NATO: kann schon sein, was aber die Verantwortung unserer Unternehmungen nicht schmälert.
    • Platon 17.09.2017 23:59
      Highlight Highlight @atomschlaf
      Manchmal frage ich mich wirklich wie Sie noch ruhig schlafen können nach solchen Kommentaren...
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 17.09.2017 11:25
    Highlight Highlight "Aber wenn sie zurück in die libyschen Flüchtlingslager gebracht werden, wo schlimme humanitäre Zustände herrschen"
    Eine Aussage, die Fabio Zgraggen nicht aus eigener Erfahrung machen kann. Hörensagen.

    "Auch an Land wird dafür gesorgt, dass libysche Milizen Flüchtlinge davon abhalten, in die Boote zu steigen."
    Richtig so.

    "Es laufen Ermittlungen gegen diverse Organisationen wegen Verdachts auf Schlepperei. Sind die Vorwürfe berechtigt?"
    Doch!

    "Wer in Seenot ist, muss gerettet und in einen sicheren Hafen gebracht werden."
    Falsch, man muss in den NÄCHSTEN Hafen gebracht werden.

    1/2
  • Flint 17.09.2017 11:22
    Highlight Highlight Die Route übers Mittelmeer muss unbedingt geschlossen werden. Diese Schlepperei ist viel zu gefährlich für die Menschen.
    • Friction 17.09.2017 14:49
      Highlight Highlight Ich bitte um Alternativen. Alleine Repression gegen und die Schliessung dieser tödlichen Route ist einfach gesagt. Die Alternativvorschläge lassen erkennen, ob es Ihnen wirklich um die Zuflucht Suchenden Menschen geht oder ob sie andere Absichten haben. Im letzteren Falle bitte ich Sie nicht so zu argumentieren...
    • Friction 17.09.2017 18:44
      Highlight Highlight Dann antwortet halt ein anderer. Aber das war eigentlich genau, was ich etwartet hab. Es sind wohl andere Punkte, die im Vorsergrund stehen, denn die Menschen um die man sich angeblich Sorgen macht. Doppelmoral pur. Aber das ist leider nicht wirklich eine Überraschung. Danke der Klärung!

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