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An Kurdish security forces fighter is rushed to the hospital after being injured in clashes against Federal Iraqi security forces in Alton Kupri town, outskirts of Irbil, Iraq, Friday Oct. 20, 2017. Iraqi and Kurdish forces are exchanging fire at the border between federal and Kurdish lands, days after Kurds withdrew from disputed territories across northern Iraq. (AP Photo/Khalid Mohammed)

Ein Transporter bringt einen verletzten Kurden in der Nähe von Altin Köprü ins Spital. Bild: AP/AP

Schwere Gefechte und viele Tote: Was ist im Irak los? – 4 Fragen und Antworten

Nach dem Unabhängigkeits-referendum der Kurden verkündet die irakische Armee die Einnahme einer weiteren Stadt im Nordirak. Die Peschmerga-Kämpfer bestreiten das. Was ist alles passiert? Die 5 wichtigsten Fragen und Antworten.

20.10.17, 16:48 20.10.17, 19:31


1. Was ist passiert?

Irakische Regierungstruppen haben in der Provinz Kirkuk im Norden des Iraks das letzte von den kurdischen Peschmerga gehaltene Gebiet zurückerobert. Dabei lieferten sich irakische Truppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer schwere Gefechte. Wie das gemeinsame Einsatzkommando der irakischen Armee am Freitag mitteilte seien Armee, Polizei und Anti-Terror-Einheiten in die Stadt Altin Köprü im Norden der Provinz Kirkuk vorgedrungen.

epaselect epa06278640 Kurds from Kirkuk stage a protest in front of the US consulate in Erbil, the capital of Kurdistan Region, Iraq, 20 October 2017. The protesters hold banners reading 'Kurds are under attack by Shiite Hashd al-Shaabi militants using American weapons'. Iraqi forces and Shiite-led pro-government Hashd al-Shaabi militias moved to reclaim control over Kirkuk from the local Kurdish authority following the 25 September independence referendum in Kurdistan.  EPA/GAILAN HAJI

Kurden in Erbil. Bild: EPA/EPA

In Altin Köprü hätten die Peschmerga versucht, die Brücke über den Fluss Sab zu sprengen und sie dabei beschädigt. Die irakischen Truppen hätten aber die Landesflagge auf einem Verwaltungsgebäude gehisst und kontrollierten die Stadt.

A picture of Massoud Barzani, the President of Iraq's autonomous Kurdish region, and a Kurdish flag are displayed as Kurdish security forces stand guard in Altun Kupri, on the outskirts of Irbil, Iraq, Thursday, Oct. 19, 2017. Kurdish media said Thursday that Iraqi Kurdish officials have postponed elections for parliament and president of the autonomous region originally slated for November 1, in the wake of the withdrawal of Kurdish forces from disputed regions across northern and eastern Iraq. (AP Photo/Khalid Mohammed)

Ein Bild von Massoud Barzani, Präsident der autonomen kurdischen Region und eine kurdische Flagge in Altin Köprü, Irbil am 19. Oktober 2017. Bild: AP/AP

2. Was sagen die Kurden?

Der Sicherheitsrat der Kurden warf Armee und Milizen vor, sie hätten Altin Köprü am Morgen angegriffen. Auf Videos im Internet war Gefechtslärm zu hören. Bilder zeigten, wie Truppen und gepanzerte Fahrzeuge in den Ort fahren. Von Seiten der Peschmerga-Kämpfern hiess es jedoch, sie hätten die Angriffe abwehren können.

Ein Kommandant der Peschmerga sagte, es gebe in der Region Gefechte mit den schiitischen Hasched-al-Schaabi-Milizen (Volksmobilisierungseinheiten), die vom Iran unterstützt werden. Sie versuchten, auf die Ortschaft Sirawa vorzustossen.

Aus seinem Umfeld hiess es, der Peschmerga-General Ghasi Dolemri sei bei den Kämpfen getötet worden. Nach kurdischen Angaben kamen etwa 30 Peschmerga-Kämpfer ums Leben.

3. Warum ist das Gebiet wichtig?

Die ländliche Region Altin Köprü war das letzte Gebiet in der Provinz Kirkuk, das noch von den Peschmerga gehalten wurde. Die Region von 520 Quadratkilometern, die von Kurden und Turkmenen bewohnt ist, liegt nur 50 Kilometer von Erbil entfernt, der Hauptstadt der Kurden im Nordirak. Die irakische Regierung kündigte an, die Offensive gegen die Kurden fortzusetzen.

4. Was ging den Gefechten voraus?

Iraks Truppen hatten Anfang dieser Woche bereits grosse Gebiete eingenommen, die bisher unter Kontrolle der Peschmerga waren, darunter die ölreiche Provinz Kirkuk. Aus den meisten Orten zogen sich die Kurden ohne Widerstand zurück.

Die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalregierung in Erbil waren nach dem Referendum der Kurden vom 25. September eskaliert. Die Kurden hatten dabei fast geschlossen für die Unabhängigkeit gestimmt. Bagdad hatte das Ergebnis des Volksentscheids aber nicht akzeptiert.

(dwi/sda/dpa)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sivi10 21.10.2017 01:19
    Highlight Zur info kirkuk gehört nicht zur autonomen region kurdistan. Trotzdem hat Barzani dort illegal seine truppen stationiert.
    Die KRG hat einfach städte und dörfer illegal eingenommen. Stehlen lämdereien und zerstören dörfer damit die anderen(andere volkgruppen) nicht mehr in ihre dörfer zurückkehren können. Es gibt zahlreiche beweise nur schauen alle weg!
    Ausserdem hat barzani die region in den ruin getrieben trotz Öl vorkommen.
    Die hälfte der Flüchtlinge in europa sind kurden komisch wenn er doch so gut ist🤔
    3 14 Melden
    • sivi10 21.10.2017 09:59
      1 1 Melden
    • Sa Tiin 21.10.2017 12:08
      Highlight Bitte nicht einfach blind dahin schreiben und vorher informieren. Als der IS im Kampf unbesiegbar schien hat man auuch bereitwillig den kurden vorgeschickt, um irak wieder sauber zu bekommen. War ja nicht schlimm, ist ja nur der kurde, wenn er dabei drauf geht was solls! Da hat irak, iran und die türkei einen feind weniger denn er dann selber abschlachten muss! Es ist schon traurig solche sachen zu posten, wenn man nur rin bisschen mitbekommen hat was in den letzten jahren da so passiert ist!
      Wir kurden haben unseren eigen staat verdient, INKL. unsere Stadt Kirkuk!
      Bji Kurd u Kurdistan
      3 2 Melden
  • Alnothur 20.10.2017 21:54
    Highlight Woher nimmt der Irak, dieser Reissbrett-Staat, eigentlich die Legitimation für diesen Scheiss?
    15 13 Melden
    • Hoppla! 21.10.2017 05:44
      Highlight Ist nicht jeder Staat ein Reissbrettstaat? Oder welche Legitimation hat jemand eine Staatsgrenze festzulegen? Und welche Relevanz hat die "Herkunft" überhaupt?

      Die Kurdenfrage ist geopolitisch höchst brisant, vor allem auch da es diverse Staaten betrifft. Dass da eine Abstimmung heikel ist, sollte jedem klar sein.
      1 4 Melden
  • The Origin Gra 20.10.2017 20:12
    Highlight Was los ist? Irakischer Bürgerkrieg
    34 4 Melden
  • mrmikech 20.10.2017 19:54
    Highlight 3. Warum ist das Gebiet wichtig?

    Öl! Falls Kurdistan einen Land wäre würde es sehr reich sein weil es dort sehr viel öl und mineralien gibt.
    40 3 Melden
    • Rumbel the Sumbel 20.10.2017 22:22
      Highlight Auch andere Länder wollen sich wegen Öls bekriegen! Offenbar auch innerhalb der eigenen Grenzen!
      3 0 Melden
  • He nu.. 20.10.2017 19:31
    Highlight Bin kein Kurde, kein Muslim, aber die Kurden wurden "versecklet", im Stich gelassen. Das haben die nicht verdient!! Bin einmal mehr von den Amerikanern und dem Westen enttöuscht!
    57 9 Melden
    • The Origin Gra 20.10.2017 21:26
      Highlight Sorry, das war absehbar ☹
      Der Erdi will keinen Kurdenstaat, die Türkei hält die NATO Ostgrenze gegen Russland und dem en Iran.
      Also macht man dem Erdi eib Geschenk.
      Ansonsten verbrüdert er sich mit dem Feind oder lässt die Flüchtlinge durch.

      So geht das. Die Kurden sind Geopolitisch entbehrlich, haben keine Lobby.
      Darum werden sie auch so Verarscht


      12 2 Melden
    • Reaganomics Lamborghini 20.10.2017 22:27
      Highlight Es war von Anfang an klar, dass die Kurden zum wiederholten male die nützlichen Idioten spielen werden.
      Sie sind selber schuld!
      Anstatt sich mit Amis, İsraelis oder Russen zu verbünden, hätten sie gemeinsam mit den Nachbarn am Verhandlungstisch eine realistische Lösung suchen sollen.
      Sie wollten mit dem Kopf durch die Wand und haben damit auch den letzten goodwill der Nachbarn verspielt.

      Und nein, ein Land namens Kurdistan hat es nie gegeben. Die Provinz Kurdistan jedoch schon. Vom eigenen Staat waren die Kurdenvölker selten so weit entfernt wie jetzt.
      10 3 Melden
    • sivi10 21.10.2017 01:22
      Highlight Bis jetzt hat die irakische armee keinen fuss in der autonomieregion kurdistan gesetzt. Sie ist nur in ihrem Landteil tätig. Nur weil barzani mehr will müssen wir kein mitleid haben.
      Schonmal daran gedacht dass die ureinwohner keine kurden sind?
      2 3 Melden
    • sslider 21.10.2017 01:52
      Highlight abwarten und(kurdischen)Tee trinken
      1 2 Melden
    • Tierra Y Libertad 21.10.2017 09:23
      Highlight @sivi10 In Kirkuk und in den umstrittenen Gebieten sind die Kurden in der Mehrheit - obwohl diese Gebiete unter Saddam stark "arabisiert" wurden. Somit sind die Kurden dort "uhreinwohner".
      3 3 Melden
    • sivi10 21.10.2017 09:58
      Highlight Hahah hast du dich auf einer pkk seite informiert?
      2 3 Melden
    • Sa Tiin 21.10.2017 12:15
      Highlight @sivi10 haha und du dich bei einem tee mit erdi, khamenei und haidar al abadi? Du hast keine ahnung was da abgeht, du bist kein kurde und kannst einfach nicht so sturr mitreden auch wenn du es gerne hättest!
      1 2 Melden
    • Tierra Y Libertad 21.10.2017 16:55
      Highlight @sivi10
      "Die Bevölkerung Kirkuks lag 2014 bei 1.000.000 Einwohnern. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Kurden."
      - Wikipedia
      1 1 Melden

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