International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Irakische Truppen rücken in ersten Stadtteil in West-Mossul ein

24.02.17, 14:21 24.02.17, 14:51


Rücken vor: Irakische Truppen in Mossul. Bild: Khalid Mohammed/AP/KEYSTONE

Die irakischen Truppen sind erstmals seit dem Beginn ihrer Offensive auf Mossul in den Westteil der Stadt eingerückt. Die Sicherheitskräfte drangen nach Militärangaben am Freitag in das Wohnviertel Al-Maamun im noch von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierten Westen vor.

Um die letzte Bastion der Dschihadisten im Irak vollständig zurückzuerobern, hatten die Regierungstruppen am Donnerstag den Flughafen von Mossul unter ihre Kontrolle gebracht. Das Gebiet um den Flughafen stehe nun vollständig unter der Kontrolle der Regierungseinheiten, sagte Brigadegeneral Abbas al-Dschuburi.

Auf dem Vormarsch nach West-Mossul seien ein Militärstützpunkt und ein Dorf im Südwesten der Stadt eingenommen worden, sagte Generalleutnant Sami al-Aridhi von der Anti-Terror-Einheit CTS. Dann seien die irakischen Einheiten ins Stadtviertel Al-Maamun vorgedrungen.

Der beschwerliche Kampf um Mossul

Die irakischen Regierungstruppen hatten im Oktober ihre Offensive auf Mossul begonnen. Im Januar wurde der IS vollständig aus dem Ostteil der Stadt verdrängt.

Am Sonntag starteten die irakischen Streitkräfte mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition dann auch eine Offensive auf den Westteil Mossuls, der durch den Fluss Tigris vom östlichen Stadtteil getrennt ist. Alle Brücken über den Tigris sind zerstört. Die Armee hatte ihre Offensive auf den Westteil der Stadt daher vom Flughafen aus gestartet, der strategisch günstig am südlichen Stadtrand liegt.

Bei ihrem Vormarsch nach West-Mossul wurden die Regierungstruppen nach Angaben von al-Aridhi von einem Selbstmordattentäter attackiert, der sich im Dorf Tal al-Rajjan in die Luft sprengte. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, flogen Kampfflugzeuge am südlichen Stadtrand mehrere Luftangriffe. Ausserdem war heftiger Artillerie- und Mörserbeschuss zu hören.

Schwieriger Einsatz

Experten erwarten in West-Mossul einen schwierigen und vermutlich langwierigen Einsatz: Der westliche Teil der Stadt ist kleiner, aber dichter besiedelt als der Osten. Die Strassen rund um das historische Zentrum sind eng und für grosse Militärfahrzeuge oft nicht passierbar. Zudem sind in West-Mossul schätzungsweise noch 750'000 Menschen eingeschlossen.

Die IS-Dschihadisten hatten 2014 weite Teile des Irak und Syriens erobert. Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung von Mossul, hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das «Kalifat» des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

Sollte der Armee die Rückeroberung von Mossul gelingen, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die IS-Miliz, die im Irak bereits erheblich an Boden verloren hat. Es wird aber erwartet, dass die Dschihadisten im Fall einer Niederlage wieder verstärkt auf Anschläge setzen.

Grenztruppen angegriffen

Am Freitag töteten IS-Kämpfer an der irakisch-jordanischen Grenze mindestens 15 irakische Grenzbeamte. Wie ein Offizier der Grenzpolizei sagte, sprengte sich unweit des Grenzübergangs Trebil ein Selbstmordattenäter in die Luft, dann wurden die Grenztruppen von bewaffneten Angreifern attackiert.

Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi gab unterdessen einen Angriff der irakischen Luftwaffe auf IS-Stellungen im Nachbarland Syrien bekannt. Der Einsatz in Husseibeh und Albu Kamal auf der syrischen Seite der Grenze sei bereits «erfolgreich abgeschlossen» worden, erklärte al-Abadi.

Auch in Syrien gerät der IS inzwischen immer stärker unter Druck: Am Donnerstag verkündeten syrische Rebellengruppen die Rückeroberung von Al-Bab im Norden des Landes. Am Freitag wurden bei einem Anschlag unweit der Stadt mehr als 40 Menschen getötet, die meisten von ihnen Rebellenkämpfer. (sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Das sind die Tops und Flops der WM

Doris Leuthard zufrieden über  «Agenda 2030»

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Iraks Chemiewaffen

Saddam Husseins tödliches Erbe 

Laut «New York Times» gibt es im Irak noch Tausende alte Senfgas-Geschosse aus Saddam Husseins Chemiewaffenprogramm. Die USA liessen die Öffentlichkeit über Jahre darüber im Unklaren. Nun sind Teile dieser Waffen in der Hand des «Islamischen Staats». 

Jarrod L. Taylor, ein ehemaliger Sergeant in der US-Armee, muss immer lachen, wenn er hört, dass es im Irak keine Chemiewaffen gab. «Oh, es gab einen ganzen Haufen», sagt er. Zwei Soldaten seiner Infanterie-Einheit erlitten Brandwunden durch alte, leckende Senfgas-Geschosse, berichtet die amerikanische Zeitung «New York Times». 

Als die USA 2003 im Irak einmarschierten, gab es zwar kein aktives Massenvernichtungswaffenprogramm mehr, wie von den US-Geheimdiensten behauptet. Doch die …

Artikel lesen