International

Schlacht um Tikrit: Irakische Armee stoppt Offensive

17.03.15, 16:01 17.03.15, 16:12

Frontlinie vor der umkämpften Stadt Tikrit:  Bild: Khalid Mohammed/AP/KEYSTONE

Mit zahllosen Sprengfallen in Gebäuden, an Brücken und auf Strassen hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Offensive der irakischen Streitkräfte auf die Stadt Tikrit zum Halten gebracht. «Die Schlacht um die Rückeroberung wird schwierig», sagte ein Sprecher der Schiiten-Miliz Asaib Ahl al-Hak am Dienstag.

Die Miliz ist massgeblich an dem Angriff beteiligt. «Es gibt überall Sprengsätze, deswegen wurden unsere Truppen aufgehalten.»

Die Regierung in Bagdad hatte am 2. März die bislang grösste Offensive gegen den IS gestartet, um Tikrit nach neun Monaten von den Extremisten zurückzuerobern. Noch am Wochenende hatte es von beteiligten Kämpfern geheissen, bis Dienstag könnten die Dschihadisten aus dem Zentrum vertrieben sein. 

Doch am Montagabend stoppte Innenminister Mohammed al-Ghabban dann die Offensive auf die Stadt in der zentralen Provinz Salaheddin. Seine Begründung: Die Zahl der «Verluste» müsse begrenzt und Strassen und Gebäude geschützt werden. 

Er liess allerdings offen, wie diese Ziele erreicht werden sollen, indem die Belagerung des Zentrums verlängert wird. Die internationale Militärallianz unter Führung der USA hat es abgelehnt, die Offensive mit Luftangriffen zu unterstützen, da neben schiitischen Milizen auch iranische Militäreinheiten daran beteiligt seien.

Zivilisten geköpft

Der IS verbreitete am Dienstag im Internet Bilder, auf denen zu sehen war, wie Anhänger der Dschihadistenmiliz vier Zivilisten in Tikrit mit Messern die Kehlen durchschneiden. Den Männern wurde vorgeworfen, sie hätten Zellen zur Rekrutierung von IS-Gegnern gebildet.

Irakische Medien berichteten, unter den Toten seien ein lokaler Parlamentsabgeordneter, ein hochrangiger Polizist und ein Journalist gewesen. (wst/sda/afp/dpa)

ISIS Offensive im Irak in Bildern

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Tabubruch in Jerusalem – 6 Erkenntnisse nach Trumps historischer Rede

Donald Trump hat mit der jahrzehntelangen Nahostpolitik der USA radikal gebrochen und Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt.  Die Palästinenser rufen zum Generalstreik auf. 

Trump alleine gegen die ganze Welt. «Heute erkennen wir das Offensichtliche an – dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist.», erklärte US-Präsident Donald Trump seinen Entschluss. 

Offensichtlich ist aber auch, dass fast ausnahmslos alle Staaten der Welt für die Entscheidung Trumps nur Kopfschütteln übrig haben. 

Der US-Verbündete Saudi-Arabien rief die USA auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Die Nato-Partner Frankreich und Grossbritannien als Vetomächte sowie weitere Mitglieder des …

Artikel lesen