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Schüsse über den Bug: Das Rätsel der «Maersk Tigris» vor Irans Küste

Iranische Revolutionsgarden haben einen westlichen Frachter unter ihre Kontrolle gebracht. Laut Reederei geht es der Besatzung gut. Doch die Hintergründe bleiben mysteriös.

29.04.15, 14:06


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Irans Präsident Rouhani  Bild: AP/Office of the Iranian Presidency

Die Informationen über das beschlagnahmte Containerschiff «Maersk Tigris» fliessen nur spärlich. Die dänische Reederei Maersk versucht nach eigenen Angaben, die Hintergründe der Aktion zu erfahren. Man sei im Gespräch mit dem dänischen Aussenministerium, hiess es am Mittwochvormittag. Bisher gebe es keine Informationen über die Gründe für die Beschlagnahmung.

Iran hatte am Vortag das Feuer auf das Frachtschiff im Persischen Golf eröffnet und es anschliessend unter seine Hoheit genommen. Die iranischen Revolutionsgarden hätten über den Bug der «Maersk Tigris» gefeuert, als sie die Strasse von Hormus durchquert habe, hiess es aus dem US-Verteidigungsministerium. Anschliessend wurde das Schiff zur iranischen Insel Larak vor der Hafenstadt Bandar Abbas geleitet.

Der Mannschaft geht es offenbar gut. Laut einem Sprecher des Schiffsmanagements gab es am Mittwoch ein Telefongespräch mit der Crew. Demnach ist die Besatzung in relativ guter Verfassung und an Bord des Schiffes in Sicherheit.

Pentagon-Sprecher Steve Warren sagte, der Kapitän des Schiffes habe sich geweigert, einen Befehl Irans zu befolgen. Nach den Warnschüssen über die Schiffsbrücke habe der Frachter einen Notruf an die US-Marine gesendet, die in der Region stationiert ist, meldete die Nachrichtenagentur AP. Die USA hätten daraufhin einen Zerstörer, einen Seeaufklärer und ein Kampfflugzeug geschickt, um die Lage zu überwachen. Niemand sei verletzt worden.

Das Schiff fährt unter der Flagge der Marshallinseln und war im Auftrag der Reederei Rickmers Ship Management mit Sitz in Singapur unterwegs. Das Unternehmen gehört zur Rickmers Group mit Sitz in Hamburg. Der Website Marine Traffic zufolge ist der Frachter 250 Meter lang.

Laut dem Rickmers Ship Management ist das Schiff auf einer Handelsroute zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs gewesen.

Irans Revolutionswächter spielten den Vorfall herunter: Ein Gericht in Teheran habe angeordnet, das Schiff zu beschlagnahmen. Der Vorfall habe keine politische oder militärische Dimension, es gehe lediglich um einen Rechtsstreit, in dem ein iranisches Privatunternehmen Forderungen erhoben habe, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Irna in Teheran mit.

ler/dpa/Reuters

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