International

Grosser Andrang bei den Parlamentswahlen im Iran

27.02.16, 07:04 27.02.16, 07:33

An den Parlamentswahlen im Iran haben sich gut 58 Prozent der 55 Millionen Wahlberechtigten beteiligt. Dies teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag mit. Bei den Parlamentswahlen 2012 hatte die Beteiligung bei 64.2 Prozent gelegen.

Es gab erste Ergebnisse aus kleineren Wahlbezirken, die aber nicht aussagekräftig sind. Die Ergebnisse aus den Grossstädten, besonders der Hauptstadt Teheran, seien noch nicht bekannt, sagte Ministeriumssprecher Hussein-Ali Amiri am Samstag.

Präsident Ruhani gibt seine Stimme ab.
Bild: EPA/IRAN PRESIDENTIAL OFFICIAL WEB.

Ergebnisse des Urnengangs sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden. Wenn in einem Wahlkreis in der ersten Runde kein Kandidat eine absolute Mehrheit erringt, gibt es eine Stichwahl.

Einige Medien berichten von einer Führung der Reformer vor den Hardlinern. Sprecher Amiri wies diese Berichte jedoch zurück und warnte vor Spekulationen. Ohne die Ergebnisse aus den Grossstädten könne man noch keinen Trend erkennen. Beobachter glauben, dass die Reformer um Präsident Hassan Ruhani von der fast 60-prozentigen Wahlbeteiligung profitieren werden.

Um die 290 Sitze im Parlament hatten sich am Freitag 4844 Kandidaten beworben, darunter rund 500 Frauen. Zugleich fand die Wahl des Expertenrats statt, ein Gremium aus 88 Geistlichen, das nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei einen Nachfolger wählt.

Wichtiger Stimmungstest

Die Wahlen waren ein wichtiger Stimmungstest für Präsident Ruhani, der auf eine Mehrheit für die Moderaten hofft. Die meisten Kandidaten der Reformer duften nicht antreten.

Das Parlament, das seit 2004 von den Konservativen dominiert ist, hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Reformen blockiert oder, wie im Fall der Atomverhandlungen, Ruhanis Politik zu hintertreiben versucht. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Raphael Stein 27.02.2016 09:33
    Highlight Grundsätzlich tönt es ja gut, Reformer gegen Konservative. Allerdings, hier im Land selber, gibt es viele Stimmen die den Unterschied in der wirklichen politischen Ausrichtung beider Parteilager nicht wirklich erkennen. Auch diese Wahlen werden vermutlich in einer Sackgasse enden. Zu gross sind die Pfründe die es zu verlieren gibt. Nach Ende der Sanktionen erst recht.

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