International

Die USA hatten zuletzt im Dezember 2016 ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar auf Al-Baghdadi ausgelobt. Bild: AP/Militant video

«IS»-Terrorführer al-Baghdadi soll angeblich tot sein

16.06.17, 09:57 16.06.17, 12:45

Der Anführer der «IS»-Terrormiliz Abu Bakr al-Baghdadi könnte nach russischen Angaben getötet worden sein. Das russische Verteidigungsministerium prüft Berichte, wonach er bei einem russischen Luftangriff bei der syrischen Stadt Al-Rakka Ende Mai ums Leben gekommen sei.

Der unsichtbare Kalif: IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi

Abu Bakr al-Baghdadi macht seinem Ruf als «unsichtbarer Scheich» alle Ehre. Der Chef der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») regiert sein zunehmend schrumpfendes «Kalifat» auf syrischem und irakischem Boden aus dem Verborgenen heraus.

Al-Baghdadi sah sich als selbst ernannter «Kalif Ibrahim» in der Nachfolge des Propheten Mohammed. Mit dem Kalifentitel ist der Anspruch verbunden, Führer der gesamten islamischen Gemeinschaft zu sein. Das Kalifat bezeichnet das Herrschaftsgebiet des Kalifen.

Dies teilte das Ministerium am Freitag in Moskau mit. Allerdings gab es schon häufiger Berichte, nach denen der «IS»-Chef verletzt oder sogar getötet worden sein sollte.

Der Angriff soll in der Nacht auf den 28. Mai stattgefunden haben. Al-Baghdadi habe an dem Abend den Informationen zufolge an einem Treffen mit anderen Anführern der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») teilgenommen. Sie sollen Routen geplant haben, um die Stadt zu verlassen.

Auch andere ranghohe Mitglieder des «IS» sollen bei dem Angriff getötet worden sein. Das russische Verteidigungsministerium hatte nach eigenen Angaben die USA vorab über den geplanten Luftangriff informiert.

Gebiete verloren

Al-Baghdadi sah sich in der Nachfolge des Propheten Mohammed und beanspruchte als «Kalif», Führer der gesamten islamischen Gemeinschaft zu sein. Das Kalifat bezeichnet das Herrschaftsgebiet des Kalifen.

Al-Rakka im Osten Syriens gilt als die inoffizielle Hauptstadt des «Islamischen Staates». Die Terroristen hatten im Januar 2014 die Kontrolle über die Stadt gewonnen.

Dreieinhalb Jahre später, Anfang Juni, haben kurdisch geführte Truppen die Stadt mit Unterstützung einer von den USA geführten Militärkoalition eingekreist und damit begonnen, in das Stadtgebiet vorzurücken.

Der «IS» hat zuletzt grosse Teile seines einstigen Herrschaftsgebietes verloren. Auch in Mossul, seiner letzten verbliebenen Hochburg im Irak, stehen die Terroristen kurz vor einer Niederlage. Sie beherrschen nur noch wenige Stadtviertel. In ihrer erfolgreichsten Zeit stand die «IS»-Terrormiliz praktisch vor den Toren der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Nur selten aufgetreten

Der Aufenthaltsort von «IS»-Anführer Al-Baghdadi war immer wieder unklar. Nur selten trat der selbst ernannte «Kalif Ibrahim» in der Öffentlichkeit auf. Am bekanntesten ist sein Auftritt Ende Juni 2014, wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats.

Völlig überraschend tauchte er in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich nicht mehr und wandte sich auch nur selten in Botschaften an seine Anhänger – zumeist, wenn es Gerüchte über seinen Tod gab.

Im November 2014 veröffentlichte die «IS»-Miliz eine Audiobotschaft – wenige Tage nach Spekulationen über Al-Baghdadis Tod oder Verletzung. Im April 2015 wurde spekuliert, Al-Baghdadi sei bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition schwer verletzt worden. Im Oktober 2015 hat die irakische Luftwaffe nach eigenen Angaben einen Konvoi von Al-Baghdadi beschossen, sein Schicksal galt als unklar.

Eine letzte Audiobotschaft wurde im Dezember 2015 veröffentlicht. Das danach folgende Schweigen führte zu Spekulationen, dass er entweder schwer verletzt oder sogar getötet worden sei. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

«Ron isst Hermines Familie» – Das passiert, wenn ein Computer Harry Potter schreibt

Trump beerdigt Netzneutralität – wem das nutzt und wem das schadet

Gamer, aufgepasst: Super Mario erhöht die geistige Gesundheit und beugt Demenz vor 

Warum hunderte Fussball-Junioren gegen einen Millionär marschieren: Ein Herrliberger Drama

Mehr 2017 geht nicht: Die unfassbare Geschichte des weinenden Keatons – in 4 Schritten

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Amis lynchen Hai mit Speedboot und grinsen – jetzt tobt das Netz wegen dem Video

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maria B. 16.06.2017 12:46
    Highlight Bekanntlich leben Totgesagte leider oft länger :-)!
    8 1 Melden
  • Max Dick 16.06.2017 12:19
    Highlight Falls es diesmal stimmt, wäre es noch witzig zu erfahren, ob die USA die 25 Mio$ Kopfgeld auch den Russen auszahlen :-)
    26 0 Melden
    • giandalf the grey 16.06.2017 13:58
      Highlight Wäre allerding peanuts... Die Amis zahlen halbjährlich viiiiel mehr, damit die Russen ihre Astronauten zur ISS bringen.
      8 1 Melden
  • Bär73 16.06.2017 12:16
    Highlight Und wenn's so ist....der Terror hört deswegen nicht auf
    10 1 Melden
  • dmark 16.06.2017 11:54
    Highlight Abu Bakr al-Baghdadi ist wohl 'ne Katze mit 7 Leben? Sooft der schon gestorben ist...
    27 4 Melden
    • Guetzli 16.06.2017 12:21
      Highlight Das ist Katzenbeleidigung >^..^<
      16 2 Melden
    • Nameless Hero 16.06.2017 14:07
      Highlight Man kann auch sagen, dass er Schwein hatte...
      18 0 Melden
  • Guetzli 16.06.2017 11:05
    Highlight Schon wieder?
    34 1 Melden
  • Radiochopf 16.06.2017 10:46
    Highlight Die USA haben ihn schon mindestens 10mal als tot gemeldet in den letzten 5 Jahren.. man darf gespannt sein ob er nun wirklich tot ist.. wer die anderen 10 Toten waren interessiert ja eh niemanden mehr...
    20 23 Melden
    • Toerpe Zwerg 16.06.2017 11:17
      Highlight Hauptsache sie konnten die USA erwähnen in ihrem Beitrag ...
      40 20 Melden
    • Gummibär 16.06.2017 15:07
      Highlight @Toerpe Zwerg
      Bewundernswerte Beharrlichkeit, wie Cato : Ceterum censeo Carthaginem esse delendam
      4 0 Melden
  • htht 16.06.2017 10:36
    Highlight Schon zum dritten mal.
    16 1 Melden
  • Mnemonic 16.06.2017 10:26
    Highlight Wie ist es nur möglich dass so viele das Mittelalter immer noch nicht hinter sich gelassen haben...
    26 3 Melden
  • gianny1 16.06.2017 10:06
    Highlight Ich hoffe es stimmt..... möge er in der Hölle schmoren!
    88 5 Melden
    • "let's dance" 16.06.2017 13:26
      Highlight Ich vermisse ihn 😀😀😀
      2 6 Melden
    • dmax 16.06.2017 13:27
      Highlight er soll in den himmel kommen und als eunuch für homosexuelle christen und juden den arsch hin halten!!! ;)
      16 4 Melden

Terror in Ägypten – der Plan des «IS» geht auf

305 Menschen sind tot, viele Kinder, viele Alte: Mit dem Anschlag auf die Rawda-Moschee erklärt der «IS» der ägyptischen Gesellschaft den Krieg. Staatschef Sisi reagiert hart – und hilft so den Extremisten.

Der Haufen Sandalen am Eingang zur Rawda-Moschee zeugt von dem Grauen, das sich am Freitag in dem Gebetshaus abgespielt hat. Die Gläubigen hatten die Schuhe vor dem Freitagsgebet ausgezogen. Der Imam begann gerade seine Predigt, als Geländewagen mit schwarzen «IS»-Flaggen und insgesamt rund zwei Dutzend bewaffneten Terroristen vorfuhren. Sie zündeten mehrere kleinere Sprengsätze und eröffneten das Feuer auf die Betenden.

Es ist der verheerendste Terroranschlag in der Geschichte Ägyptens. 305 …

Artikel lesen