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epa04820231 Deck chairs with towels lie abandoned at the Imperial Marhaba Hotel in the resort town of al-Sousse, a popular tourist destination 140 km south of Tunis,Tunisia, June 26 June 2015. According to local reports unknown assailants detonated at least one bomb then opened fire on tourists at two hotels, killing at least 28, including Germans, Brits and Belgians and wounding several others, some while they were sunbathing, at least one of the attackers was killed by Tunisian security services, while a second has been arrested.  EPA/MOHAMED MESSARA

Verlassene Liegestühle nach dem Massaker in Sousse. Bild: MOHAMED MESSARA/EPA/KEYSTONE

Nach dem Tag des Terrors: Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlag in Tunesien – Zahl der Todesopfer auf 38 gestiegen



Nach dem schlimmsten Terroranschlag in der Geschichte Tunesiens hat sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu dem Angriff bekannt. Wie die auf die Beobachtung von Extremistenseiten spezialisierte Gruppe Site berichtete, zeigte sich die Terrormiliz am Freitag auf Twitter für die Attacke auf die Hotelanlage an der tunesischen Küste verantwortlich. Den Namen des jungen Attentäters gab der IS demnach mit Abu Yahya al-Qayrawani an.

Die Zahl der Todesopfer beim Anschlag auf ein Hotel in Sousse ist weiter gestiegen. Der mutmasslich islamistische Schütze hatte in einem Hotel in Tunesien mindestens 38 Menschen umgebracht, bevor er selbst getötet wurde. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt.

Es geschah zu einer Zeit, als die meisten Feriengäste in der Sonne entspannten. Sie lagen am Pool oder am Strand, als ein bewaffneter Mann gegen Mittag die Anlage des Imperial Marhaba Hotel betrat und begann, auf die Menschen zu schiessen.

Bund klärt ab

Der Täter – ein tunesischer Student mit schwarzem Haar und ohne Bart – sei ganz ruhig geblieben. «Er ist nicht gerannt und hat nicht geschrien.» Nach etwa einer halben Stunde sei alles vorbei gewesen.

Die Mehrzahl der 38 bestätigten Todesopfer sei britischer Staatsbürgerschaft, sagte der tunesische Regierungschef Habib Essid am Samstagmorgen. «Danach kommen Deutsche und Belgier und dann weitere Nationalitäten.» Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) klärt weiter ab, ob sich auch Schweizer unter den Opfern befinden.

Bilder vom Anschlag in Sousse, Tunesien

Schliessung von Moscheen angekündigt

Regierungschef Habib Essid kündigte als Reaktion auf die Anschläge die Schliessung von bis zu 80 Moscheen an. «Es gibt weiterhin Moscheen, die ihre Propaganda und ihr Gift zum Terrorismus verbreiten», sagte Essid. Diese Moscheen sollten schon innerhalb der nächsten Tage geschlossen werden.

Daneben sollten Vereine und Parteien, die «ausserhalb des Verfassungsrahmens stehen», genauer überprüft und dann entweder verwarnt oder aufgelöst werden. Hierbei solle vor allem die Finanzierung überprüft werden.

Um Touristen vor möglichen weiteren Anschlägen zu schützen, kündigte Essid einen verstärkten militärischen Schutz verschiedener Einrichtungen an. Um dies zu ermöglichen, sollten Reservisten einberufen werden.

IS-Bekenner-Tweet aufgetaucht

Im Internet ist eine Nachricht des IS aufgetaucht, in der die Terrororganisation die Verantwortung für den Anschlag für sich beansprucht.

Aufsehen erregte letzten Monat auch ein vom amerikanischen Geheimdienst DIA veröffentlichtes Dokument, wonach die USA seit 2012 bewusst die Entstehung des IS zugelassen haben, um das Assad-Regime in Syrien zu schwächen.

In einer Twitter-Mitteilung heisst es, ein «Soldat des Kalifats» habe den «abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens» angegriffen. Die Echtheit der Mitteilung konnte nicht überprüft werden. Sie ähnelt aber früheren IS-Mitteilungen. In Tunesien sind aber auch weitere islamistische Gruppierungen aktiv. 

Ein Alptraum für das Land 

Nach dem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in Tunis im März ist dies schon das zweite Attentat auf Touristen innerhalb von vier Monaten in dem nordafrikanischen Land. Bei der Attacke auf das Bardo-Museum waren mehr als 20 Menschen getötet worden. Diesmal sind es fast doppelt so viele. Ein Alptraum für das Land, das hochgradig vom Tourismus abhängig ist.

Dschihadisten drohen Tunesien schon seit Monaten mit weiteren Anschlägen. Aus dem kleinen Land sind nach Regierungsangaben auch gut 3000 Menschen in den Dschihad nach Syrien und in den Irak gezogen – sie haben sich dem IS oder Al Kaida angeschlossen. 

(sda/dpa/reu/afp)

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