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Bild: AP/Rased News Network

Ein Jahr nach Beginn der Anti-IS-Offensive: Die Dschihadisten sind so stark wie eh und je

Seit August 2014 bombardieren die USA den «Islamischen Staat». Die Bilanz der Geheimdienste ist ernüchternd: Zwar wurde der Vormarsch der Dschihadisten gestoppt, ihre militärische Stärke ist aber ungebrochen.

31.07.15, 10:56


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Die USA und ihre Verbündeten haben Milliarden Dollar für den Krieg gegen den «Islamischen Staat» (IS) ausgegeben und mehr als zehntausend Dschihadisten getötet. Trotzdem ist die Terrororganisation seit Beginn der Militäroffensive vor einem Jahr kaum geschwächt worden. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse mehrerer US-Geheimdienste.

«Wir sehen keine bedeutenden Verluste bei der Zahl ihrer Kämpfer.»

Zwar sei es gelungen, den Zusammenbruch des Irak zu verhindern und den IS in Nordsyrien unter Druck zu setzen. Unter dem Strich bilanzieren die Geheimdienste aber ein Patt: Der IS bleibe eine extremistische Armee, die gefallene Kämpfer durch den Zulauf ausländischer Dschihadisten ersetzen kann. Darüber hinaus sei es der Terrororganisation gelungen, unter anderem nach Libyen, Ägypten und Afghanistan zu expandieren.

Die Einschätzung der Geheimdienste widerspricht den optimistischen Äusserungen von General John Allen, Barack Obamas Sonderbeauftragten für die Internationale Allianz gegen den IS. «Der IS verliert», hatte Allen in der vergangenen Woche gesagt.

«Wir sehen keine bedeutenden Verluste bei der Zahl ihrer Kämpfer», sagte ein Verteidigungsbeamter dagegen nun der Nachrichtenagentur AP. Geheimdienstschätzungen sprechen von 20'000 bis 30'000-IS-Kämpfern – das sind genauso viele wie im August 2014 zu Beginn der Luftschläge.

Die Analysten kritisieren die zögerliche Haltung der US-Regierung. Weil es Präsident Obama den US-Truppen verboten hat, verbündete Milizen im Kampf zu begleiten und Luftschläge vom Boden aus zu koordinieren, könnte es ein Jahrzehnt dauern, den IS aus seinen Hochburgen zu vertreiben.

Grün: Territorialgewinn, Rot: Territorialverlust; Zeitraum: Januar bis Juni 2015 bild: IHS

Halt in Syrien, Vormarsch im Irak

Laut einer Untersuchung des Analyse- und Sicherheitsunternehmens IHS hat der IS im ersten Halbjahr 2015 etwa neun Prozent seines Territoriums verloren. Zudem hat die Terrormiliz den Schwung des Jahres 2014 verloren, als der Vormarsch der Dschihadisten nahezu zwangsläufig erschien. Besonders im Norden Syriens hat der IS Gebiete an kurdische Milizen verloren.

Im Irak ist es den radikalen Islamisten hingegen gelungen, die Grossstadt Ramadi einzunehmen und zu halten. Weil die Regierung in Bagdad keine Anstalten unternimmt, die irakischen Sunniten einzubinden, gehen die US-Geheimdienste davon aus, dass sich der IS dort weiter festsetzen kann.

Dschihadisten ändern Taktik

Als Reaktion auf die Luftangriffe der US-geführten Koalition haben die Dschihadisten laut Analysten ihre Taktik geändert. Sie bewegten sich nun nicht mehr in grossen Kolonnen sondern benutzten Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilder. Zudem kommuniziere der IS verstärkt mit Hilfe von Kurieren, um das Abhören und die Lokalisation durch US-Geheimdienste zu verhindern.

Auch die IS-Einnahmen sind offenbar kaum geringer geworden. Laut der jüngsten Schätzung des US-Finanzministeriums hat die Miliz in einem Jahr 500 Millionen Dollar durch Öl-Verkäufe eingenommen. Zudem hat die Organisation eine Milliarde Dollar aus den Banken in ihrem Territorium erbeutet. (syd/AP)

Ramadi: Flucht vor dem IS-Terror

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chili5000 07.08.2015 16:22
    Highlight Diese Offensive ist ein Witz, Sie haben ganze Länder wie Afghanistan und Irak in die Knie gezwungen und sie schaffen es plötzlich nicht diese Schergen zu schwächen? Jetzt wo sie einen Grund hätten einzuschreiten tun sie es nicht... genau das gleiche mit dem Assad Regime...
    0 0 Melden
  • zombie1969 31.07.2015 13:35
    Highlight Bald auch in europäischen Städten?
    Vor ein paar Jahren konnten die Syrer sich nicht vorstellen, dass ihre Heimat zum Ziel von Jihadisten aus aller Welt wird.
    2 2 Melden
  • Angelo C. 31.07.2015 13:05
    Highlight Die Amerikaner sind insofern selbst schuld an ihrer Erfolglosigkeit gegenüber dem IS, weil sie sich wie der Teufel vor dem Weihwasser scheuen, auch spezialisierte Bodentruppen einzusetzen. Ihnen sind amerikanische Köpfe zu wertvoll, die dabei verloren gehen könnten. Und die einzigen die das mutig und bis in den Tod wagen, sind die tapferen Kurden. Um es aber mit Erdogan nicht zu verderben, nehmen die US-Deppen nun auch dessen massive militärische Angriffe auf die türkischen Lieblingsfeinde (früher die dezimierten Armenier, heute die Kurden) und deren absehbare Schwächung in Kauf. Und so wird sich der IS immer ungehinderter ausbreiten. Wohlan 😣!
    6 3 Melden

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