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Riesiges Leak beim «IS»: Schweizer Bundesanwaltschaft hat «nötige Schritte bereits eingeleitet»



FILE - This undated file image posted on a militant website on Tuesday, Jan. 14, 2014, which has been verified and is consistent with other AP reporting, shows fighters from the al-Qaida linked Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL), now called the Islamic State group, marching in Raqqa, Syria. More than a month after the slaying of Abdelqader and his friend Fares Hamadi, the media collective that Abdelqader belonged to _ which secretly documents life at the heart of the Islamic State’s self-proclaimed caliphate _ has been forced into deep hiding. IS claimed responsibility for the murders in a video message warning that “every apostate will be slaughtered silently.” It was a grim riff on the media collective’s name _ Raqqa is Being Slaughtered Silently, a reference to the Syrian city of Raqqa that has become synonymous with IS and its efforts to build a caliphate. (AP Photo/Militant Website, File)

Die Daten wurden dem britischen Sender Sky News zugespielt. Dieser hat die Behörden gemäss eigenen Angaben informiert.
Bild: AP/Militant Website

Der britische Fernsehsender Sky News hat nach eigenen Angaben die Daten von 22'000 mutmasslichen Mitgliedern der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») zugespielt bekommen. In den Akten sollen die Daten von Personen aus 51 Ländern gespeichert sein. Während einige Experten von einer Goldgrube sprechen, zweifeln andere an der Echtheit der Dokumente.

Ein enttäuschtes ehemaliges «IS»-Mitglied habe ein in Syrien gestohlenes elektronisches Speicher-Medium mit den Daten Sky News übermitteln lassen, teilte der Sender am Mittwoch mit.

In den Bögen, die Kämpfer vor einer Aufnahme in den «IS» ausfüllen müssen, sind unter anderem Namen, Adressen, Telefonnummern und Angaben zur Familie enthalten. Insgesamt müssen die Anwärter 23 Fragen beantworten, wie auf einigen der von dem Sender veröffentlichten Bögen zu sehen ist.

Bundesanwaltschaft «hat Kenntnis»

Sky News habe die Behörden informiert, teilte der Sender auf seiner Website mit. Unter den übermittelten Namen seien auch die von bislang unbekannten Dschihadisten unter anderem aus Nordeuropa, den USA und Kanada.

Auch in der Schweiz hat die «Bundesanwaltschaft Kenntnis von diesen Dokumenten, und die nötigen Schritte bereits eingeleitet», sagt Linda von Burg auf Anfrage von watson.

Goldgrube oder Fälschung?

Richard Barrett, ein ehemaliges ranghohes Mitglied des britischen Geheimdienstes MI6, sagte zu dem Datenleck, dieses wäre eine «absolute Goldmine an Informationen», sollte es echt sein. Auch ein Sicherheitsexperte des unabhängigen britischen Forschungsinstituts Rusi nannte den Datensatz eine «Goldgrube».

Doch an der Authentizität der Bögen haben Experten sowie auch die syrische Opposition erhebliche Zweifel. Sie verweisen vor allem auf sprachliche Unstimmigkeiten und Nachlässigkeit im Umgang mit Symbolen.

Bei ihm läuteten «grosse Alarmglocken», sagte etwa Charlie Winter von der Georgia State University. So wird etwa der arabische frühere Name des IS, Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS), in zwei verschiedenen Varianten geschrieben. Ausserdem benutzen die Verfasser das Wort «Todesdatum», obwohl die gängige Bezeichnung unter Dschihadisten «Märtyrertum» ist.

Das syrische oppositionelle Nachrichtenportal «Saman al-Wasl» berichtete zudem von tausenden Wiederholungen in den Dokumenten, sodass letztlich nur die Namen von 1700 statt 22'000 Menschen identifiziert werden könnten. (whr/sda/afp/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 10.03.2016 23:19
    Highlight Highlight Die Kämpfer des Daesh (IS) werden es sich jetzt bestimmt zwei Mal überlegen, ob sie desertieren.
    Die ganze Welt weiss nun, wo sie herkommen und wer die Familie ist. Kein entspannter Urlaub von der Front in Sicht. Kein zurück möglich.
    Das alles zerstäubt aber auch den letzten Gedanken ans Aufgeben.
  • Beobachter24 10.03.2016 23:14
    Highlight Highlight Ein interessantes Detail ist die Quelle: "... stolen from Isis internal security police by a former Free Syrian Army convert who later became disillusioned with Isis." (guardian)
    Wenn ich das lese, ist mir nicht klar, ob er zuerst in der FSA, dann in der IS war oder umgekehrt, oder ob es Überschneidungen gibt. Auf Deutsch: „… handelt es sich um einen IS-Deserteur, der zuvor der Freien Syrischen Armee angehört hat.“ (Tagi)

    Über die FSA gibt es unterschiedlichste Berichte. Anfangs gegen Assad, von der CIA bewaffnet, mal fast verschwunden, dann wieder aufgetaucht, mal gegen, mal mit ISIS, …
  • Triumvir 10.03.2016 16:57
    Highlight Highlight Sehr gut so und jetzt erwarte ich von unserer Bundesanwaltschaft, dass sie ihren Job ausnahmsweise mal richtig und effizient macht und umgehend ALLE IS-Terroristen inkl. ihrer Unterstützer/innen in der Schweiz strafrechtlich verfolgt! Und zwar so, dass wir nicht wie im Fall Behring mehr als 10 Jahre (!!!) auf eine Anklage warten müssen!
  • karl_e 10.03.2016 12:53
    Highlight Highlight was ist ein "leak"? Hat das vielleicht etwas dem schönen deutschen Wörtchen "Leck" zu tun?
    • R&B 10.03.2016 13:00
      Highlight Highlight ja....
    • louis_toot 10.03.2016 17:07
      Highlight Highlight Vor allem würde ich wenn schon "riesiger Leak" schreiben. Oder wie verhält sich das bei Anglizismen?
  • lutaion 10.03.2016 12:16
    Highlight Highlight IS-Terroristen sind Menschen wie wir. Viele mögen schlechte Absichten haben mit Europäer, die Schuld tragen unsere Vorfahren und Politiker. Eine friedliche Lösung mit dem IS ist nur möglich wenn der Westen zur Einsicht kommt, dass die Zeit gekommen ist aufzuhören und als etwas Besseres zu benehmen.

    Wir haben mehr Resourcen weil unsere Vorfahren den Rest der Welt kolonisiert haben. Zusammen können wir zwischen Weltkrieg oder Weltfrieden entscheiden. Das muss ab sofort geschehen.
    • R&B 10.03.2016 13:00
      Highlight Highlight @lutaoin: Muslime geben gerne dem Westen die Schuld, dass es in ihren Ländern nicht gut geht. Die muslimische Kultur ist sehr stark auf das Patriarchat ausgerichtet, so dass in nicht wenigen Familien Buben ihre eigene Mutter terrorisieren dürfen. Sind diese Buben mal Männer, sind sie völlig verwöhnt und können keine Eigenverantwortung übernehmen, weswegen sie gerne mit den Fingern auf andere zeigen.
      Darum: Zuerst muss mal Demokratie in der arabischen Region etabliert werden. Dann schauen wir mal, ob der Westen wirklich Schuld ist.
    • m:k: 10.03.2016 16:25
      Highlight Highlight Ich weiss, dass in Europa nicht alles perfekt ist. Aber ich kann nicht anders als unsere Zivilisation besser zu finden. Bei uns werden keine Sklavinnen verkauft, wir werfen keine Homosexuellen von Hochhäusern und schlagen Andersgläubigen nicht den Kopf ab. Natürlich haben die jeweiligen Individuen wenig zum Status Quo beigetragen und wurden in die Kultur reingeboren. Aber gerade weil auch viele Europäer unter den IS-Trotteln sind, dürfen wir doch für unsere relativ freie Gesellschaft einstehen. Gerade weil auf dem Weg dahin Millionen wegen idiotischem religiösen und politischen Wahn starben.
    • E7#9 10.03.2016 16:32
      Highlight Highlight Eine friedliche Lösung mit dem IS wäre nur möglich, wenn sich die ganze Welt konvertieren würde. Das ist das erklärte Ziel der IS. Und vorher gibt es keine friedliche Lösung. Und dieses Wunschdenken, dass alle Menschen lieb und gut seien stimmt einfach nicht. Die Welt war noch nie so, und sie ist es auch heute nicht. Das jemand die Anhänger der ISIS in Schutz nehmen kann geht mir echt nicht in den Kopf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Olmabrotwurst 10.03.2016 10:19
    Highlight Highlight irgendwie hab ich das gefühl das wars noch nicht.. sobald der IS zerschlagen wird... kommt das grosse Ghetto..
  • Hierundjetzt 10.03.2016 07:34
    Highlight Highlight Das wärs dann. Ein Schrecken mit Ende. Gefällt mir
    • Karl Müller 10.03.2016 11:07
      Highlight Highlight Wie das denn? Diese Daten werden sicher hilfreich sein, um IS-Mitglieder zum Beispiel in Europa oder auch künftige Heimreisende zumindest überwachen zu können. Aber dem IS in Syrien und im Irak können diese Daten nichts anhaben. Und die logistischen und finanziellen Unterstützer im Hintergrund sind bestimmt nicht auf solchen Bögen verzeichnet. Ich glaube nicht, dass dieses Leak grosse Auswirkungen haben wird.

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