International

Recherche zeigt: Deutsche IS-Kämpfer foltern in jenem Knast, in dem James Foley und Co. einsassen

15.04.15, 19:36 16.04.15, 09:05

Deutsche Dschihadisten sollen sich an der Folterung von Geiseln der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) beteiligt haben. Diesem Verdacht gehe der Generalbundesanwalt nach, berichteten «Süddeutsche Zeitung», NDR und WDR am Mittwoch.

Deutsche Staatsbürger sollen demnach als Wächter in Gefängnissen der IS-Miliz arbeiten, in denen die später enthaupteten amerikanischen, britischen und japanischen Geiseln einsassen. Die Informationen gehen dem Bericht zufolge auf Angaben eines 27-jährigen Deutschen zurück, der bis Juni 2014 selber in Gefängnissen des IS sass.

James Foley und andere später enthauptete Geiseln wurden auch von deutschen Dschihadisten in Folterknästen bewacht. Bild: Steven Senne/AP/KEYSTONE

Bekanntschaft mit später getöteten Geiseln gemacht

In seinen Vernehmungen habe der Deutsche berichtet, dass er in seiner fast einjährigen Haft viele der später hingerichteten Geiseln – unter ihnen die US-Bürger James Foley und Steven Sotloff – kennengelernt habe. Eine Exekution einer Geisel habe er selber beobachten müssen; sie sei erschossen worden.

Nach seinen Angaben sind deutsche Islamisten nicht nur als Wächter, sondern auch als Folterer in den IS-Gefängnissen aktiv. Bei einem von ihnen habe es sich nach den bisherigen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft um einen bekannten deutschen Islamisten gehandelt. 

Der zum Islam konvertierte frühere Pizzabote aus Dinslaken soll im Sommer 2013 nach Syrien gegangen und inzwischen bei einem Selbstmordanschlag im Irak gestorben sein. (tat/sda/afp)

James Foley

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Terror in Ägypten – der Plan des «IS» geht auf

305 Menschen sind tot, viele Kinder, viele Alte: Mit dem Anschlag auf die Rawda-Moschee erklärt der «IS» der ägyptischen Gesellschaft den Krieg. Staatschef Sisi reagiert hart – und hilft so den Extremisten.

Der Haufen Sandalen am Eingang zur Rawda-Moschee zeugt von dem Grauen, das sich am Freitag in dem Gebetshaus abgespielt hat. Die Gläubigen hatten die Schuhe vor dem Freitagsgebet ausgezogen. Der Imam begann gerade seine Predigt, als Geländewagen mit schwarzen «IS»-Flaggen und insgesamt rund zwei Dutzend bewaffneten Terroristen vorfuhren. Sie zündeten mehrere kleinere Sprengsätze und eröffneten das Feuer auf die Betenden.

Es ist der verheerendste Terroranschlag in der Geschichte Ägyptens. 305 …

Artikel lesen