International

Libyen bittet um arabische Luftangriffe gegen IS-Miliz

Die libysche Regierung wendet sich an verbündete arabische Staaten – und fordert sie dazu auf, Luftangriffe gegen die Dschihadistenmiliz «Islamischer Staat» in der umkämpften Stadt Sirte zu fliegen. 

16.08.15, 21:40 17.08.15, 17:02

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Bild: KHALED ELFIQI/EPA/KEYSTONE

Die international anerkannte Regierung in Libyen hat die arabischen Verbündeten aufgefordert, Luftangriffe gegen die Organisation «Islamischer Staat» (IS) in dem Land zu fliegen. Hintergrund ist die anhaltende Gewalt in Sirte, der Geburtsstadt des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die Arabische Liga kündigte für Dienstag ein Krisentreffen in Kairo an.

Die Regierung begründete ihre Bitte mit «entsetzlichen humanitären Verletzungen» durch den IS in den vergangenen Tagen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Dschihadisten haben die Hafenstadt Sirte im Mai unter ihre Kontrolle gebracht. Bei Gefechten zwischen bewaffneten örtlichen Kämpfern und Mitgliedern der Dschihadistenmiliz «Islamischer Staat» (IS) sind in Sirte in den vergangen Tagen Dutzende Menschen getötet und verletzt worden. Ein Behördenvertreter bezeichnete den Konflikt als einen «wahren Krieg».

Die Dschihadisten nutzen das Machtvakuum in dem ölreichen Land aus, wo sich zwei Regierungen und zahlreiche Milizen gegenseitig bekämpfen. In Libyen herrscht seit dem Sturz und dem gewaltsamen Tod Gaddafis im Herbst 2011 Chaos. Nach Angaben von Amnesty International sind seit 2014 mindestens 600 Zivilisten im libyschen Bürgerkrieg entführt worden.

Die fragile Lage in Libyen beschäftigt auch die Bundesregierung: Das Sicherheitsvakuum, so heisst es in einer vertraulichen Analyse, ermögliche dem «Islamischen Staat» (IS) die Konsolidierung und die weitere Destabilisierung des Landes sowie angrenzender Regionen.

bos/dpa

Islamistische Terroristen

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 16.08.2015 21:52
    Highlight Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Daesh (IS) mit Angriffen auf Ägypten und die Türkei beginnt. Beide Staaten sind empfindlich bei weichen Zielen, in Tourismusgebieten. Die Entführung von Touristen wird der Anfang machen.
    Zusätzlich sitzt Nordafrika auf einer Bevölkerungsbombe, die die dortige Wirtschaft nicht verkraften kann.
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