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Gleichauf mit Herausforderer Herzog – oder allenfalls hauchdünn vorne: Premier Netanjahu wird seinen Posten wohl behalten können. Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Israels TV-Stationen mit ersten Hochrechnungen: Netanjahu ist am Rand einer Niederlage, aber er bleibt wohl Premierminister

17.03.15, 21:37 17.03.15, 23:54

Patt bei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Israel: Nachwahlbefragungen der TV-Sender Channel 1 und 10 zufolge errangen sowohl der konservative Likud-Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch das Mitte-Links-Bündnis unter Führung von Arbeitsparteichef Isaac Herzog jeweils 27 Sitze.

Laut dem Sender Channel 2 erzielte Netanjahus Partei mit 28 Sitzen einen hauchdünnen Sieg. Herzogs Zionistische Union verfügt demnach über 27 Sitze. Das arabische Parteienbündnis wurde den Prognosen zufolge mit 13 Sitzen erstmals drittstärkste Kraft im Parlament. In die Knesset werden insgesamt 120 Abgeordnete entsandt.

Erleichterung im Lager Netanjahus, nachdem TV-Stationen über die ersten Nachwahlbefragungen berichten. Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Netanjahus mobilisiert mit Warnung vor Arabern

Damit ist eine vierte Amtszeit des Likud-Vorsitzenden Benjamin Netanjahu wahrscheinlich. Für ihn dürfte es einfacher werden, eine Koalition mit rechten und religiösen Parteien zu bilden. Endgültige Ergebnisse werden nicht vor Mittwochmorgen erwartet.

Hat Netanjahu – vor einigen Wochen noch völlig undenkbar – an den Rand einer Niederlage gedrängt: Isaac Herzog. Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Netanjahu löste am Wahltag mit Warnungen vor «Massen arabischer Wähler» scharfe Kritik aus. Er hatte auf Facebook rechtsorientierte Wähler zur Rettung seiner Machtbasis aufgerufen.

Präsident pocht auf Bildung einer grossen Koalition

Nach der Veröffentlichung erster Wahlprognosen hat sich Israels Präsident Reuven Rivlin für die Bildung einer grossen Koalition zwischen der Likud-Partei von Benjamin Netanjahu und dem Zionistischen Lager von Oppositionsführer Izchak Herzog ausgesprochen.

«Ich bin überzeugt, dass nur eine Einheitsregierung den raschen Zerfall der israelischen Demokratie und baldige Neuwahlen verhindern kann», sagte Rivlin der Zeitung «Haaretz» zufolge am späten Dienstagabend.

Landesweit öffneten mehr als 10'000 Wahllokale. Knapp sechs Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 120 Abgeordneten im Parlament, der Knesset, neu zu bestimmen. Das neue Parlament soll am 31. März vereidigt werden. (tat/sda/dpa/afp/reu)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 18.03.2015 15:19
    Highlight Ein einziger Telefonanruf der Hamas in Tel Aviv würde reichen, den ganzen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu stoppen: "Hallo wir legen jetzt die Waffen für immer nieder und erkennen euer Recht an, hier in der Gegend zu leben. Unsere Charta liegt im Mülleimer. Über den Rest können wir uns dann in Genf unterhalten."
    Israel hat nach wie vor keinerlei Interesse, sich mit den Palästinensern zu beschäftigen.
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