International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06728961 Palestinians carry a wounded protester during clashes after Friday protests near the border with Israel in the east of Gaza City, 11 May 2018.  Reports state that one protester was killed and more than 200 others were injured during the clashes along the border between Israel and Gaza Strip,Protesters plan to call for the right of Palestinian refugees across the Middle East to return to homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Palästinenser kümmern sich um einen der Verletzten. Bild: EPA/EPA

Ein Toter und über 700 Verletzte bei neuen Unruhen an Gaza-Grenze

11.05.18, 21:42 12.05.18, 09:30


Bei erneuten Konfrontationen mit israelischen Soldaten ist an der Grenze zum Gazastreifen ein Palästinenser erschossen worden. 731 Palästinenser seien verletzt worden, davon 147 durch Schüsse, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza am Freitag.

Nach Angaben der israelischen Armee beteiligten sich etwa 15'000 Palästinenser an den Protesten. Bei den Krawallen seien Rohrbomben und Granaten auf israelische Soldaten geworfen, Reifen verbrannt und Sicherheitsinfrastruktur beschädigt worden.

Seit Ende März sind damit bei Auseinandersetzungen an der Gaza-Grenze 54 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Auslöser der Proteste sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels, die die Palästinenser als Katastrophe (Nakba) ansehen.

epa06728960 Palestinians protesters take part during clashes after Friday protests near the border with Israel in the east of Gaza City, 11 May 2018. Reports state that one protester was killed and more than 200 others were injured during the clashes along the border between Israel and Gaza Strip,Protesters plan to call for the right of Palestinian refugees across the Middle East to return to homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Ein palästinensischer Protestierender. Bild: EPA/EPA

Der Abschluss des «Marsches der Rückkehr» ist am 15. Mai geplant. Mit der Protestaktion fordern die Menschen ein Recht auf Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet. Israel lehnt das ab.

Der Gaza-Chef der Hamas, Jihia al-Sinwar, bezeichnete am Donnerstag die Grenzbefestigung zu Israel als rechtswidrig. «Der Zaun ist einseitig durch die Besatzungsmacht errichtet worden», sagte Sinwar.

An Israeli firefighter tries to extinguish the fire in near the Israel Gaza border, Israel, Friday, May 11, 2018. (AP Photo/Tsafrir Abayov)

Israelische Feuerwehrleute im Einsatz. Bild: AP/AP

Palästinensische Augenzeugen berichteten, Dutzende junger Männer hätten die massiv gesicherte Grenzanlage im südlichen Teil des Küstengebietes durchschnitten. Bilder zeigten am Freitag junge Männer zwischen brennenden Reifen und schwarzen Rauchschwaden.

Brennende Lenkdrachen von beiden Seiten

Erneut schickten Palästinenser mehrere Lenkdrachen mit brennenden Stofffetzen nach Israel. In den vergangenen Wochen hatten nach Medienberichten mehrfach Lenkdrachen dieser Art Feuer im Süden Israels ausgelöst, es entstand Sachschaden.

Drei Israelis versuchten ihrerseits laut Medienberichten, einen ähnlichen Lenkdrachen von Israel in den Gazastreifen zu schicken. Der Drache fiel allerdings noch auf israelischen Boden – und entzündete dabei ein kleines Feuer an einem Feld. Die israelische Armee nahm die Verdächtigen nach Angaben der Polizei am Freitag fest.

epa06728746 Palestinians protesters run for cover from Israeli tear-gas during clashes near the border with Israel in the east of Gaza City, 11 May 2018. Reports state that one protester was killed and more than 200 others were injured during the clashes along the border between Israel and Gaza Strip,Protesters plan to call for the right of Palestinian refugees across the Middle East to return to homes they fled in the war surrounding the 1948 creation of Israel.  EPA/MOHAMMED SABER

Palästinenser flüchten vor israelischem Tränengas. Bild: EPA/EPA

Am Montag würden die Palästinenser aus den Flüchtlingscamps im Norden Libanons an die Grenze zu Israel marschieren, ebenso die Palästinenser in Jordanien, sagte Hamas-Chef Ismail Hanija. Und er betonte: «Wir werden 'Israel' nicht anerkennen.»

Die Hamas wird von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben und strebt die gewaltsame Einrichtung eines islamischen Palästinas auf dem Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan-Fluss an.

Tausende zu Protest in Ramallah erwartet

In Ramallah im Westjordanland werden ebenfalls Tausende Palästinenser bei einem Protestmarsch erwartet. Die politischen Fraktionen haben dazu aufgerufen, auch zu Kontrollpunkten der israelischen Armee zu gehen. Dabei kommt es regelmässig zu Konfrontationen zwischen beiden Seiten.

Ausserdem werden bereits am Sonntag Tausende Israelis in der Jerusalemer Altstadt erwartet, die den Jerusalem-Tag begehen. Dabei feiern sie die Eroberung des Ost-Teils der Stadt während des Sechstagekrieges. Traditionell laufen sie dabei auch durch das muslimische Viertel der Altstadt. Aktivisten haben dies in der Vergangenheit als Provokation gegenüber den Palästinensern bezeichnet. (sda/dpa)

Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: www.explain-it.ch

Das könnte dich auch interessieren:

Migros und Coop sind im Fitnessfieber – und die kleinen Studios leiden

So will eine deutsche Architektin das Meer von Plastik-Müll befreien

1 Hanfsamen provoziert ein Gerichtsverfahren – eine Amtsschimmel-Komödie in 3 Akten

Wenn ich noch einen alten Kerl mit einer jungen Frau vögeln sehe ...

«Die Frage ist nur noch: Wann haben wir die Schmerzgrenze erreicht?»

So (böse) freuen sich Eltern, dass die Kinder wieder in die Schule müssen

In Liverpool muss Schnäppchen-Shaqiri beweisen, dass er der Königstransfer ist

Blutgräfin Báthory, die ungarische Serienmörderin

Aufgepasst, Männer! So vermeidet ihr «mansplaining»

Ronaldo verzückt die neuen Teamkollegen: «Es ist gar nicht möglich, mit ihm mitzuhalten»

Bauern wie zu Gotthelfs Zeiten? Per Initiative ins landwirtschaftliche Idyll

Nach Rausschmiss von «Guardians of the Galaxy»-Regisseur: Darsteller droht Disney

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

Hipster-Bärte bedrohen die Rasierklingen-Industrie

Wie die Migros das Label-Chaos beseitigen will – und dafür kritisiert wird

So viel Geld macht Ferrari pro Auto – und so viel legt Tesla drauf

Die Erde ist bei Google Maps keine flache Scheibe mehr – das ist wichtiger, als du denkst

18 lustige Fails, die dich alles um dich herum vergessen lassen

Scheidungen sind out – und das hat seine Gründe

«Ich habe keine devote Ausstrahlung»: Tonia Maria Zindel über MeToo, Tod und Rätoromanisch

Wie das Geschwür am Hintern des Sonnenkönigs zum Trend wurde

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Die 8 grössten Kraftwerke zeigen das riesige Potential von erneuerbaren Energien

7 Mehrtageswanderungen, die sich richtig lohnen 

präsentiert von

Endlich «Weltklasse»: Wie Schalkes Max Meyer bei Crystal Palace statt Barça landete

Bruthitze und Megadürre –  Die Katastrophe von 1540 war schlimmer als der Hitzesommer 2003

Die Frau, die weltbekannt wurde, ohne es zu wissen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • *klippklapp* 12.05.2018 12:32
    Highlight "Israel has turned the lives of three generation of Palestinians into an ongoing Nakba. The Israelis bet ob the Palestinians' forgetting and continued, with the stupidity of those who hold power, to inflict disasters upon the Palestinians daily... and the generation that was supposed to forget experiences it's own Nakba in the present." (Elias Khoury)
    4 12 Melden
  • Royeti 12.05.2018 09:37
    Highlight Das palästinensische Volk sollte sich mal lieber von seinen Terror-Organisationen emanzipieren und sich gegen diese Ausbeuter auflehnen.
    Das würde ihnen wesentlich helfen, ihren Lebensstandard aufzubessern. Da fliesst so viel Geld, und es kommt einfach nicht bei den einfachen Leuten an!
    Die palästinensischen Terrorfürsten leben dafür in Saus und Braus...
    16 12 Melden
    • valfajr 12.05.2018 21:11
      Highlight Terror-Organisationen? Aber dass die Staatsgründung Israels ebenfalls mit Terror einhergegangen ist, ist dir schon bewusst? Oder dass der israelische Staat bis heute Gebiete besetzt hält, was von der UNO
      (UNO! nicht von „Terroristen“ in Palästina) als illegal eingestuft wird?
      4 6 Melden
    • Smeyers 13.05.2018 23:10
      Highlight Mit dem Unterschied, dass dieses Land schon immer (siehe altes Testament) von Juden/ Volk Israels bewohnt war inklusive Westjordanland und Golan - man hat sich zurück geholt was einem schon immer gehört hat.
      1 2 Melden
    • valfajr 14.05.2018 13:04
      Highlight Ich verstehe nicht, wie du das Recht eines Volkes auf einen Staat definierst. Fakt ist, ein ganzes Jahrtausend (bis 1949) lebten dort deutlich mehr Palästinenser als Juden. Fakt ist auch, dass es Zeiten gab, wo diese Gebiete jüdisch bewohnt waren. Aber was soll ich jetzt daraus ableiten? Wer hat „mehr“ Recht?
      Daher sage ich, beide haben ein Recht auf einen souveränen Staat. Und sich auf uralte, von Menschen verfasste, teilweise gewalttätige, religiöse Schriften zu berufen, um sich Land „zurückzuholen“ und dabei Terror zu legitimieren, ist menschenverachtend und rückständig.
      2 0 Melden
  • MitchMossad 11.05.2018 23:12
    Highlight Wenn man sieht, wie diese "Demonstranten" mit Äxten, Mollys, Steinen und Hakenkreuz Fahnen "friedlich demonstrieren", können die froh sein, nicht noch mehr Opfer zu beklagen! Aber darüber liest man, wie üblich, nix! Am Yisrael chai!✡
    26 16 Melden
  • Typ 11.05.2018 22:39
    Highlight "Ein palästinensischer Protestierender."

    Als Bezeichnung des Bildes, das einen Mann mit einer Steinschleuder zeigt finde ich mässig angebracht. Das Geschoss einer solchen Schleuder kann tödlich sein und auch wenn der Mann "protestiert", so sollte man nicht einen solch verniedlichen Begriff wählen.

    Wer solche Geschosse schleudert hat nur eines im Sinn: das Töten anderer Menschen. Das sollte nicht vergessen werden, wenn man die israelische Gewaltanwendung gegen diese Mobs anschaut.
    21 10 Melden
    • Saraina 12.05.2018 13:04
      Highlight Du vergisst dass die Reichweite der Scharfschützen deutlich grösser ist als die der Steinschleuder, und dass man im Panzer sitzend dem Stein gelassen entgegensehen kann. Leider verlaufen die Proteste nicht mehr gewaltfrei. Aber Israel steht mit seiner hochgerüsteten Armee an der Grenze, und die Palästinenser haben Steine und brennende Lumpen. Damit erschreckt man keine Armee...
      10 7 Melden
  • Smeyers 11.05.2018 22:10
    Highlight Das ganze Thema ist völlig übertrieben und würde auch niemand interessieren könnte man nicht schlecht über Juden, Zionisten oder Israel sprechen. Über die Roginja regt sich ja auch niemand auf obwohl dort immer noch 800‘000 Menschen auf der Flucht sind im Namen der Nobelpreisträgerin.
    51 39 Melden
    • Ueli der Knecht 11.05.2018 23:50
      Highlight Man soll doch erst vor der eigenen Haustüre kehren. Israel liegt uns näher als Myanmar, und ist nicht nur deutsche Staatsräson sondern vorallem auch Resultat europäischer Politik.

      "da kamen die alten Männer und nahmen unseren Sieg. Die Jugend konnte siegen, aber nicht den Sieg bewahren; Wir dachten, wir hätten für einen neuen Himmel und für eine neue Welt gearbeitet, und sie dankten uns freundlich und machten ihren Frieden."
      https://de.wikipedia.org/wiki/T._E._Lawrence

      Es ist eine Unsitte, Böses mit böseren zu dulden oder gar zu rechtfertigen. Wir sollten uns nicht nach unten orientieren.
      12 14 Melden
    • Sauäschnörrli 12.05.2018 00:23
      Highlight Niemand regt sich auf?

      https://news.un.org/en/story/2018/03/1004232
      6 1 Melden
    • Jo Cienfuegos 12.05.2018 01:24
      Highlight Also mich regt beides auf. Mich regt es prinzipiell auf, wenn menschenverachtend mit Minderheiten umgegangen wird. Wobei es mich eher traurig macht als aufregt.

      Was mich allerdings aufregt ist Ihre antisemitische Gleichsetzung von "Juden, Zionisten oder Israel."
      10 8 Melden
    • Saraina 12.05.2018 08:06
      Highlight Warum denn in die Ferne schweifen? Über die grauenhafte Situation in Ägypten regt sich gar niemand auf, weil gar nie darüber berichtet wird. Wie auch, erlaubt die Regierung doch keine Journalisten im Nord Sinai, und verhaftet sie anderswo im Land weiterhin unbeschwert.
      https://www.middleeastmonitor.com/20180508-leaked-video-appears-to-show-extrajudicial-execution-in-sinai/

      Doch, über die Rohyinga regt man sich schon auf. Die sind aber noch nicht so lange vertrieben wie die Palästinenser.
      11 7 Melden

«Warum erschiesst die Armee Demonstranten?» – das antwortet die israelische Sprecherin

Am Montag wurden im Gazastreifen bei Protesten 60 Palästinenser erschossen. 2800 Personen wurden verletzt. Es war der blutigste Tag seit dem Krieg 2014.

Auslöser für die Demonstrationen, an denen zehntausende Personen teilnahmen, war der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung und die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. 

Während im Gazastreifen dutzende Personen ihr Leben verloren, wurde in Jerusalem feierlich die neue Botschaft der Vereinigten Staaten eröffnet. …

Artikel lesen