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Netanjahus Medienberater: John Kerry hat «die mentale Reife eines Zwölfjährigen»



Der neue Medienberater des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu ist kurz nach seiner Ernennung von einer Reihe früherer Äusserungen eingeholt worden, in denen er über Spitzenpolitiker herzog. Wie Medien am Donnerstag berichteten, schmähte Ran Baratz etwa US-Präsident Barack Obama als «modernen Antisemiten».

«Die Art, wie Obama von Netanjahus Rede spricht, ist typisch für das moderne Gesicht des Antisemitismus in den westlichen und liberal gesinnten Ländern»

Netanjahus Büro hatte am Mittwochabend die Ernennung des 42-Jährigen bekannt gegeben. Seitdem enthüllten die israelischen Medien eine ganze Reihe rüder Entgleisungen von Baratz.

epa04988491 A handout photograph supplied by the Israeli Government Press Office (GPO), on 22 October 2015. show the Israel Prime Minister Benjamin Netanyahu (R) meeting with US Secretary of State John Kerry (L), in Berlin, Germany,  in an attempt to end the wave of violence between Israelis and Palestinians.  EPA/AMOS BEN GERSHOM / GPO / HANDOUT ISRAEL OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

US-Aussenminister John Kerry mit des israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Bild: EPA/GPO

Den Berichten zufolge bescheinigte er US-Aussenminister John Kerry «die mentale Reife eines Zwölfjährigen». Und nach dem umstrittenen Auftritt Netanjahus vor dem US-Kongress im März, der gegen den Willen der US-Regierung stattfand, schrieb Baratz im Online-Netzwerk Facebook: «Die Art, wie Obama von Netanjahus Rede spricht, ist typisch für das moderne Gesicht des Antisemitismus in den westlichen und liberal gesinnten Ländern».

Die Enthüllungen über seinen frisch ernannten Medienberater kommen zeitlich sehr unpassend für Netanjahu, der am Montag im Weissen Haus sein wird, um das belastete Verhältnis zu kitten.

Rechtsradikale Positionen

Auch in der sensiblen Frage des Tempelbergs, der einer der Auslöser für die aktuellen Unruhen in Israel und den Palästinensergebieten ist, vertrat der in einer Siedlung im besetzten Westjordanland lebende Baratz rechtsradikale Positionen.

Auf dem Onlineportal NRG ist ein Text von ihm zu lesen, in dem er für die Errichtung des Dritten Jüdischen Tempels auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee plädiert. Muslime dürften dann nach seiner Vorstellung dort nur noch beten, wenn sie den Ort als heilige jüdische Stätte anerkennen.

Besonders taktlos gegen den eigenen Staatschef

Besonders taktlos ging Baratz vergangene Woche mit dem israelischen Staatschef Reuven Rivlin um, der wie Netanjahu Mitglied der konservativen Likud-Partei ist, aber anders als dieser betont bescheiden auftritt.

«Wir könnten Rivlin mit einem Hängegleiter von den Golanhöhen in die vom islamischen Staat kontrollierte Zone Syriens schicken. Aber die werden uns anflehen, dass wir ihn wieder zurücknehmen.»

Unter Bezug auf Morddrohungen gegen den Präsidenten aus den Reihen der israelischen Rechtsextremisten schrieb Baratz auf Facebook, Rivlin sei «eine dermassen unbedeutende Person», dass er nichts zu fürchten habe. Die marginale Bedeutung des Staatschefs zeige sich darin, dass er im Flugzeug zweite Klasse reise und jedem Passagier freundlich die Hand schüttle.

Den Gipfel der Lästerei erreichte Netanjahus neuer Medienberater mit der Aussage: «Wir könnten Rivlin mit einem Hängegleiter von den Golanhöhen in die vom islamischen Staat kontrollierte Zone Syriens schicken. Aber die werden uns anflehen, dass wir ihn wieder zurücknehmen.» Diese Äusserungen liessen sich auch am Tag nach seiner Ernennung noch auf Facebook nachlesen. (whr/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Noach 05.11.2015 17:44
    Highlight Highlight Ein absoluter Widerling.Passt zu Netanyahu.Beides Extreme Hardliner und nicht für Frieden mit unseren Palästinensischen Mitbewohnern des Landes Israel geeignet!!!
  • Gantii 05.11.2015 17:38
    Highlight Highlight für die einen israelis ist doch alles antisemitisch, was nicht im sinne israels ist..
  • Tepesch 05.11.2015 17:35
    Highlight Highlight Mit solchen Leuten wird sich die Situation in Israel nie verbessern, zumindest nicht für beide Seiten...

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