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So bettelte Holocaust-Organisator Eichmann um Gnade

Er sei lediglich «Instrument der Führung» gewesen: Adolf Eichmann, der Organisator des Holocausts, wies bis zu seiner Hinrichtung jegliche Schuld von sich. Das geht aus einem Gnadengesuch hervor, das Israel nun veröffentlicht hat.

27.01.16, 11:34 27.01.16, 11:44


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Eichmann wurde in Israel zum Tode verurteilt.
Bild: AP dapd

An diesem Mittwoch, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, erinnert die Welt an die sechs Millionen Opfer des Völkermords an den Juden. Israels Präsident Reuven Rivlin hat zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bislang geheime Dokumente veröffentlicht. Darunter ein Gnadengesuch des NS-Verbrechers Adolf Eichmann. Er hatte die Vertreibung und Deportation der europäischen Juden organisiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete Eichmann nach Argentinien, dort wurde er 1960 von Agenten des israelischen Geheimdiensts Mossad entführt. In einem aufsehenerregenden Prozess wurde er Ende 1961 in Jerusalem zum Tode verurteilt und im Jahr darauf hingerichtet.

Wie aus dem nun veröffentlichten Gnadengesuch hervorgeht, versuchte Eichmann bis zuletzt, die Exekution abzuwenden. In dem auf Deutsch verfassten Schreiben an den damaligen israelischen Präsidenten Izchak Ben Zvi spielte der Deutsche seine Verantwortung herunter.

«Wäre ich, wie die Richter annehmen, der anerkannte eifrige Treiber in der Verfolgung der Juden gewesen, so würde dies auch durch Beförderung und andere Vergünstigungen zum Ausdruck gekommen sein. Mir ist aber keinerlei Vorteil gewährt worden», schrieb Eichmann.

Trotz der Verurteilung zeigte er sich bis zuletzt als uneinsichtig und unschuldig. «Ich erkläre nochmals wie bereits vor Gericht geschehen: ich verabscheue die an den Juden begangenen Gräuel als grösste Verbrechen und halte es für gerecht, dass die Urheber solcher Gräuel jetzt und in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden. Es ist dabei aber die Grenze zu ziehen zwischen den verantwortlichen Führern und den Personen, die, wie ich, lediglich Instrument der Führung sein mussten. Ich war kein verantwortlicher Führer und fühle mich daher nicht schuldig», argumentierte Eichmann.

Er schloss seinen Brief mit den Worten: «Ich bitte Sie, Herr Staatspräsident, von dem Gnadenrecht Gebrauch zu machen und anzuordnen, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wird.»

Das Schreiben ist auf den 29. Mai 1962 datiert. 48 Stunden später wurde Eichmann gehängt.

syd/kik/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • stookie 28.01.2016 14:42
    Highlight Liest mal dieses Transkript (oder hört es euch an).
    Aus einem Interview mit Eichmann:
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/gnadengesuch-von-nsverbrecher-eichmann-veroeffentlicht/story/13719581

    "wie ich, lediglich Instrument der Führung"
    Naja....:-(
    2 0 Melden
  • Echo der Zeit 27.01.2016 13:44
    Highlight So einem hätte ich gerne denn Strick um den Hals gelegt.
    27 13 Melden
  • Human 27.01.2016 12:00
    Highlight Dem möcht man direkt ins Gesicht kotzen..

    "dass die Urheber solcher Gräuel jetzt und in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden. Es ist dabei aber die Grenze zu ziehen zwischen den verantwortlichen Führern und den Personen, die, wie ich, lediglich Instrument der Führung sein mussten."
    Na klar alle anderen aber er kann nix dafür...nach diesem Brief war die Todesstrafe erst recht zu mild...
    40 9 Melden
    • lily.mcbean 27.01.2016 14:34
      Highlight Ich finde es sowieso falsch das sie die wenigen die sie erwischt haben grad gehängt oder exekutiert haben. In einem schäbigen Kellerloch hätten sie die verotten lassen sollen. Oder alle in ein stillgelegtes KZ sperren und dort verotten lassen. Lebenslänglich.
      18 4 Melden
    • Human 27.01.2016 17:48
      Highlight Kann ich die nur zustimmen - Manchmal wäre Auge um Auge, Zahn um Zahn nicht vekehrt....auch wenn das nichts wieder gut gemacht hätte, aber einfach sterben war zu einfach für diese Monster
      12 5 Melden

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