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Jahre des Zorns – was der Palästinenser-Aufstand bedeutet

Als 1987 die Intifada begann, half eine mutige Israelin palästinensischen Kindern mit einem Theaterprojekt. Später wurden einige ihrer traumatisierten Schüler zu Attentätern. Ein Lehrstück über Gewalt.

08.12.17, 14:44 09.12.17, 08:18

Christoph Gunkel



Ein Artikel von

Der Sechsjährige musste ansehen, wie sein Vater hingerichtet wurde, auf offener Strasse, an einem heissen Montag im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin.

Juliano Mer-Khamis wollte an diesem 4. April 2011 mit seinem alten Citroën vom Theater wegfahren, das er einst selbst aufgebaut und pathetisch «Freiheitstheater» getauft hatte. Ein maskierter Mann stoppte den roten Wagen, erschoss den Theaterdirektor aus nächster Nähe mit fünf Kugeln und entkam. Er wurde nie gefasst.

epa02670889 Palestinian men weep on the death of actor and director Juliano Mer-Khamis (in posters), at the Jenin refugee camp in the West Bank on 05 April 2011. Arab-Jewish actor and director Juliano Mer-Khamis, 52-year-old director of The Freedom Theatre in Jenin, was shot dead on 04 April  by unknown gunmen in Jenin, Palestinian police and medics said.  EPA/ALAA BADARNEH

Juliano Mer-Khamis. Bild: EPA/EPA

Fünf Kugeln gegen die Freiheit, gegen einen der mutigsten Friedensaktivisten Israels. Fünf Kugeln auch gegen eine Familie, die seit Jahrzehnten und während zwei Intifadas versucht hatte, von Gewalt traumatisierte Kinder mit der Kraft der Schauspielerei zu heilen.

Nun musste sie selbst ein traumatisiertes Kind versorgen.

Erst Gerüchte, dann Gewalt

Dies ist die Geschichte eines zerrissenen Mannes in einem zerrissenen Land: Juliano Mer-Khamis war ein charismatischer israelischer Schauspieler mit palästinensischen Wurzeln. Er hätte in Israel Karriere machen können, zog es aber vor, mit palästinensischen Kindern und Jugendlichen in einem dürftig ausgestatteten Theater zu arbeiten. Dafür verlor er in seiner Heimat Freunde, wurde beschimpft und bespuckt.

Wenn man so will, war Mer-Khamis auch indirekt das letzte Opfer der ersten Intifada, die am 9. Dezember vor 30 Jahren ihren Anfang nahm. Es lohnt, an diesen Aufstand von 1987 zu erinnern, denn nach der provokanten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, droht eine neue Welle der Gewalt: Die Hamas hat bereits zur dritten Intifada aufgerufen.

Damals reichten schon Gerüchte, um die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu entfesseln und das besetzte Westjordanland und den Gaza-Streifen für Jahre in kriegsähnliche Zustände zu stürzen. Ein israelischer Militärlastwagen war am 8. Dezember 1987 im Gaza-Streifen in eine Schlange wartender Autos gefahren und hatte vier Palästinenser getötet.

An einen Zufall glaubte kaum jemand. War dies die Rache für den jüdischen Händler, den Extremisten zwei Tage zuvor im Gaza-Streifen erstochen hatten? Bald schon hiess es, der Lkw-Fahrer sei ein Verwandter des Ermordeten. Hinzu kam schon damals die hochsensible Jerusalem-Problematik. Gerade erst hatten militante Juden gefordert, sich den Tempelberg einzuverleiben, der von einer islamischen Stiftung verwaltet wird: Auf dem Berg stehen Felsendom und al-Aksa-Moschee - das drittwichtigste Heiligtum des Islams.

Der lang angestaute Zorn explodierte. Auf die israelische Besetzung. Auf das Fehlen jeglicher Autonomie, die täglichen Demütigungen durch Behörden und Armee, die illegalen jüdischen Siedlungen, die den Palästinensern das Land nahmen. Besonders die Flüchtlingslager wurden zu Hochburgen des Aufstands. Hier lebten Hunderttausende Palästinenser. Längst glaubten sie nicht mehr, je in ihre Dörfer zurückkehren zu können, die sie im Unabhängigkeitskrieg 1948 an Israel verlorenen hatten.

Nun riefen Zehntausende Desillusionierte zur Intifada, um die Besetzer «abzuschütteln», als seien sie nur lästige Fliegen und keine hochgerüstete Militärmacht. Es war ein anfangs spontaner, naiver Volksaufstand. Erst nach und nach steuerten ihn die PLO und Jassir Arafats Fatah aus dem Exil in Tunis.

«Knochenbrecher» Rabin

Die Waffen der Rebellion waren meist bescheiden: ziviler Ungehorsam, Streiks, Boykott israelischer Waren, kein Verkauf an Juden. Kinder und Jugendliche warfen Steine und Molotowcocktails auf Soldaten und jüdische Zivilisten. Es kam aber auch zu ersten Anschlägen der noch jungen Hamas.

Israel reagierte rabiat. Die «Jerusalem Post» zitierte Verteidigungsminister Jitzchak Rabin, den späteren Friedensnobelpreisträger, mit den Worten: «Wir brechen ihnen die Beine, so dass sie nicht mehr gehen können, und wir brechen ihnen die Hände, so dass sie keine Steine mehr werfen werden.» Ein US-Filmteam dokumentierte diese Praxis der Armee - und löste weltweit Empörung aus.

epa05117128 A Palestinian walks in front of a graffiti depicting a masked Palestinian throwing stones, in support of the third Palestinian 'intifada' or uprising, in the streets of Gaza City, 21 January 2016.  EPA/MOHAMMED SABER

Graffiti zeigt ein maskierter Palästinenser. Bild: EPA/EPA

So entwickelte sich ein asymmetrischer Kampf. Gewinnen konnte ihn keine der beiden Seiten. Die Palästinenser militärisch nicht. Und die Israelis moralisch nicht, weil sich die Bilder von Kindern einbrannten, die mit Steinen gegen Panzer kämpften. So starben der israelischen Menschenrechtsorganisation «Btselem» zufolge 1346 Palästinenser, davon 276 Kinder; Israel verlor demnach 127 Soldaten.

epa02672443 Mela , 9 year old daughter of  Arab-Jewish actor and director Juliano Mer-Khamis  stands next to the coffin of her father at  al Jalama Israeli checkpoint  between Hayfa City and the West Bank City of Jenin on 6 April 2011.  Mer-Khamis, 52-year-old director of The Freedom Theatre in Jenin, was shot dead on  4 April  by unknown gunmen in Jenin, Palestinian police and medics said.  EPA/ALAA BADARNEH

Trauer um Juliano Mer-Khamis. Bild: EPA/EPA

Juliano Mer-Khamis Geschichte begann in diesem «Krieg der Steine» mit der mutigen Aktion seiner Mutter Arna. Die einst überzeugte jüdische Untergrundkämpferin hatte einen Palästinenser geheiratet und eröffnete während der Intifada im Flüchtlingslager Jenin ein «Steintheater». Damit wollte sie die vielen traumatisierten Kinder von der Strasse holen. Bildung sollte die neuen Waffe der Kinder werden. Arna Mer-Khamis dozierte:

«Die Intifada ist ein Kampf für Freiheit. Wir nennen unser Projekt ‹Lernen und Freiheit›. Das sind nicht nur Wörter. Das ist die Basis des Kampfes. Es gibt keine Freiheit ohne Wissen. Es gibt keinen Frieden ohne Freiheit. Frieden und Freiheit sind untrennbar.»

Ihr Sohn Juliano gab Schauspielunterricht im Theater. Zu seinen besten Schülern gehörte Zakaria Zubeidi, 12. «Arna war die einzige, die uns verstand,» erinnerte er sich später. «Sie gab uns Selbstbewusstsein.»

Die Wut blieb

Zubeidi liebte das Theater und kam doch von der Gewalt nicht los. 1989, mit 13, warf er Steine auf ein Armeefahrzeug. Ein Soldat schoss ihm ins Bein. Die Narben nach der OP verheilten, die Wut blieb. Seine Mutter und sein Bruder seien von der Armee getötet worden, sagte er später. Zubeidi warf nun Molotowcocktails, wurde mehrmals verhaftet, verbrachte Jahre im Gefängnis.

Als er freikam, war die Gewalt abgeebbt. Die Welt bejubelte das Osloer Friedensabkommen von 1993 zwischen PLO und Israel, das langfristig aber scheitern sollte. Auch Arna Mer-Khamis wurde gefeiert. Sie erhielt, schwer krebskrank, 1993 den Alternativen Friedensnobelpreis. «Die Wunden der Kinder sind tief, obwohl sie nicht bluten, ihre Seelen sind verletzt», sagte sie bei der Verleihung. Und: «Diese Kinder sind die Hoffnung von morgen.»

Zwei Jahre später starb sie. Ihr Sohn Juliano erlebte danach, was aus den «Kindern der Hoffnung» wurde. Oder, wie er es sah: was Israels fortdauernde Besatzung aus ihnen machte.

Denn bald schon, im September 2000, brach die zweite Intifada aus. Israels Oppositionsführer Ariel Scharon war bei den Palästinensern verhasst, weil sie ihn für Verbrechen im Libanonkrieg verantwortlich machten. Provokativ hatte ausgerechnet er den Tempelberg betreten, begleitet von mehr als 1000 Polizisten. Eine Serie von Raketenangriffen und Selbstmordanschlägen erschütterte in den folgenden Jahren das Land. Das Flüchtlingslager Jenin galt als Hochburg der Bombenbauer und wurde zum Schlachtfeld; 2002 rückte die Armee ein.

ZUM TOD VON ARIEL SCHARON STELLEN WIR IHNEN AM SAMSTAG, 11. JANUAR 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Israeli Prime Minister Ariel Sharon, left, and Swiss Foreign Minister Joseph Deiss talk prior to their meeting in the Knesset, Israel's parliament, in Jerusalem Monday March 26, 2001. Tuesday will be Deiss's last day in Israel. He was there on a five day visit. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)  === ELECTRONIC IMAGE ===

Ariel Scharon. Bild: KEYSTONE

Viele der einstigen Theaterschüler wurden getötet oder verhaftet. Zakaria Zubeidi stieg zum Chef der al-Aksa-Märtyrer-Brigaden in Jenin auf. Und dann war da noch Jussef Switat. «Er war anders als die anderen Kinder», erinnerte sich Juliano Mer-Khamis. «Er war der Junge mit dem grossen Lächeln, überhaupt nicht aggressiv, spielte nicht mit Plastikwaffen, hatte einen sanften Umgangston.»

Dennoch machte sich Jussef 2001 mit einem Freund auf den Weg ins israelische Hadera, um als «Märtyrer» zu sterben. Wahllos schoss er auf Passanten und tötete vier Frauen, bevor er selbst erschossen wurde. Für Mer-Khamis war das der Auslöser, den später preisgekrönten Dokumentarfilm «Arnas Kinder» über die früheren Schüler seiner Mutter zu drehen: «Jussefs Fall war für mich der stärkste Beweis, dass Selbstmordattentate ein direktes Resultat der israelischen Besetzung sind.»

Trotziger Wiederaufbau

So entschloss er sich, während der zweiten Intifada das Erbe seiner Mutter aus der ersten Intifada fortzusetzen: Das «Steintheater» war 2002 bei Strassenkämpfen von der israelischen Armee zerschossen worden. Trotzig baute Mer-Kahmis es nun wieder auf - mit dem Geld aus seiner erfolgreichen Doku. 2006 war es soweit, Mer-Khamis eröffnete mit dem schwedischen Friedensaktivisten Jonatan Stanczak das «Freedom Theatre». Bald fand es auch prominente Unterstützer wie den US-Linguisten Noam Chomsky.

epa04232740 US linguist and philisopher Noam Chomsky speaks during a lecture at the Center for Art and Media Technology (ZKM) in Karlsruhe, Germany, 30 May 2014.  EPA/ULI DECK

US-Linguisten Noam Chomsky. Bild: EPA/DPA

Im Lager selbst warb Zakaria Zubeidi für das neue Theater. Der ehemalige Top-Terrorist, den Israel angeblich siebenmal zu ermorden versuchte, legte die Waffen nieder, erhielt von Israel dafür Amnestie - und sagte nun: «Es gibt andere Wege zu kämpfen, etwa mit den Mitteln der Kunst und Kultur, die Israel uns zerstört hat.» Viele misstrauten ihm. Nicht nur Israels Rechte feindete Mer-Khamis an wegen seines vermeintlichen «Terroristen-Theaters.»

Den Friedensaktivisten machte dieser Vorwurf wütend: «70 Prozent der Kinder, die hierhin kommen, sprechen am Anfang davon, dass sie Märtyrer werden wollen», sagte Mer-Khamis 2008. «Wir predigen Tag und Nacht gegen Gewalt, wir versuchen den Kindern Werte und Bildung zu vermitteln, die Attentate verhindern können, wir bieten ihnen Inseln der Ruhe. Doch die Armee rückt immer noch jede zweite Nacht in das Lager ein und lässt wahllos Häuser räumen».

Er überzeugte wohl nicht alle Feinde. Drei Jahre nach diesem Gespräch wurde Mer-Khamis erschossen. Wer sein Mörder war, liess sich nie klären. Ein rechter, nationalistischer Jude? Oder ein Islamist, dem die mitunter freizügigen Darstellungen im Theater zu weit gingen?

Das Freiheitstheater läuft bis heute weiter. In einem seltenen optimistischen Moment hatte Mer-Khamis 2008 gesagt: «Jenin wird von einem Ort des Todes langsam wieder ein Ort des Lebens.» Falls nun eine neue Intifada ausbricht, dürfte sich das bald wieder umkehren.

Wie entstand der Konflikt im Nahen Osten?

Video: explain it!

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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60
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    Alle Leser-Kommentare
  • Elfranone 09.12.2017 13:32
    Highlight Friedensnobelpreis träger: "Wir werden ihnen die Beine brechen (..) Wir werden ihnen die Hände brechen (...)"
    super Sache dieser Preis
    3 1 Melden
  • AlainG 08.12.2017 22:44
    Highlight „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing sollte für alle in diesem Konflikt involvierten Parteien als Grundlage dienen. Die Ringparabel soll nicht nur gelesen sondern zugleich verinnerlicht werden. Solange sich jede Partei im Recht sieht bzw. die Opferrolle einnimmt, sehe ich keine Chance auf Frieden.
    15 1 Melden
  • durrrr 08.12.2017 20:51
    Highlight In China werden Millionen von Uiguren unterdrückt, Russland unterdrückt Tschetschenien, die vertiebenen Rohyngas, der Genozid an Muslimen in Darfur mit über 100'000 Toten in den letzten drei Jahren....
    Die muslimische Welt schweigt darüber! Aber wenn eine US Botschaft nach Jerusalem verlegt gibt es Gewaltausbrüche sondergleichen! Das zeigt einfach nur den puren Antisemitismus und Israelhass in der arabischen Kultur, der immer mehr nach Europa zu überschwappen scheint. Einfach nur traurig!
    32 41 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2017 00:14
      Highlight Oder den Fokus der Medien...
      19 4 Melden
    • karl_e 09.12.2017 11:50
      Highlight durrr: Den Juden ging es in der "arabischen" Kultur wesentlich besser als unter der christlichen. Erst mit der Schaffung von Israel durch die UNO vor ziemlich genau 70 Jahren änderte sich das Verhältnis zwischen Juden und Moslems von Grund auf.
      10 5 Melden
    • Zekrov 09.12.2017 18:20
      Highlight Naja wenn kleine Kinder erschossen werden weil sie nicht Juden sind oder einfach nicht nach Israelische Pfeife tanzen werden sie erschossen.
      Darum werden viele zu Israelhassern!!!
      Und meiner Meinung sehr verständlich.
      Weil das Verhältnis der Gewalt in diesem Krieg liegt etwa 1/100, auf eine Rakete folgen min 100 Israelische Raketen, auf einen Stein min 1 Magazin schüsse. Es ist ganz klar ein Genozid was da läuft!!! Vom Illegalem Siedlungsbau müssen wir gar nicht reden.
      Aber hey sie finden es traurig das wir israel nicht mehr mögen....
      4 7 Melden
  • Gavi 08.12.2017 20:27
    Highlight Ok, verstanden!
    Hier tummeln sich Kommentatoren, die von Israel und dem Pulverfass da unten keine Ahnung haben.
    Ich bin erschüttert über so viel Antisemitismus, Unwissenheit und Ignoranz.
    33 29 Melden
    • Shoes 08.12.2017 21:07
      Highlight So wie Israel sich momentan verhält, wird der Antisemitismus ganz bestimmt nicht verschwinden.
      34 26 Melden
    • Kubod 08.12.2017 23:28
      Highlight Ich hab Jahre in der Gegend gelebt und mir kräuseln sich die Zehnägel, wenn ich einigen Müll lese, der hier abgelassen wird. So was von keine Ahnung. Ich frag mich unterdessen allerdings auch, woher die Unwissenden ihre Meinung haben.
      https://www.steinhoefel.com/2010/04/so-wird-man-nahostkorrespondent-eine-anleitung.html
      Als ich, wieder zurück, die ersten Beiträge in meinen linksgedrehten Hausblättern las, konnte ich kaum fassen, was da an Unsinn unters Volk gebracht wird.
      Noch schlimmer, die Leute glauben den Scheiss.
      Ich seh die linke Szene auch deshalb unterdessen von aussen.
      18 11 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2017 00:15
      Highlight @gavi solange Kritik an Israel immer mit Antisemitismus gleichgesetzt wird, kann ich es nicht ernst nehmen.
      24 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Exilsummi 08.12.2017 19:44
    Highlight Man könnte meinen, viele der Kommentatoren hier hätten diese Anleitung gelesen und zutiefst verinnerlicht:

    https://www.steinhoefel.com/2010/04/so-wird-man-nahostkorrespondent-eine-anleitung.html
    14 5 Melden
    • Kubod 08.12.2017 23:22
      Highlight Genialer Steinhöfer. Schonungslos auf den Punkt gebracht. Danke für
      6 4 Melden
    • Fiona Odermatt 10.12.2017 00:33
      Highlight Na ja Steinhöfel überzeugt mich persönlich jetzt nicht.
      Natürlich habe ich nicht das Gefühl irgendwas handfestes über diesen Konflikt zu wissen, aber man sollte zu Steinhöfel wissen, dass er sehr umstritten ist. ( Googelt selbst)
      0 0 Melden
  • Kubod 08.12.2017 18:57
    Highlight 1920.Die Briten bekommen den Auftrag, in einem Gebiet genannt Palästina eine Heimstatt für die Juden zu schaffen. Das britische Mandat. Vier Fünftel davon gab man den Hashemiten. Nennt sich Jordanien.
    Im Unabhängigkeitskrieg 1948 verlor Israel Ostjerusalem an die Jordanier. Die Juden wurden vertrieben. Auch aus dem jüdischen Viertel. Ohne Zugang zum jüdischen Friedhof, der Klagemauer und anderen heiligen Stätten.
    1967 wurde Ostjerusalem zurückerobert. Das jüdische Viertel wurde befreit. Kishon: Sie werden uns Juden dafür hassen, dass wir gesiegt haben und keine Opfer mehr sind.
    34 26 Melden
    • Gavi 08.12.2017 20:20
      Highlight Endlich jemand, der die Geschichte kennt!
      Danke für den Kommentar.
      20 16 Melden
    • Tomjumper 09.12.2017 00:05
      Highlight 1948 war die palästinensische Bevölkerung im heute besetzten Gebiet in der Mehrheit. Der 6 Tage Krieg begann mit einem Präventivschoag der Israelischen Lufrwaffe. Kleine Details der Geschichte, die man ignorieren kann oder auch nicht. Der Auftrag der englischen Schutzmacht wurde ganz klar schlecht erfüllt und der Grundstein für den heutigen Konflikt gelegt. Ich halte Israel für die klügere Seite, die eine Lösung finden könnte aber aus politischen und religiösen Gründen einfach nicht will.
      10 4 Melden
  • Exilsummi 08.12.2017 17:48
    Highlight Eine gute Frage, die sich jeder stellen kann, um seine Position zu diesem Thema etwas zu justieren:

    Wohin würdest du dein Kind eher zum Studieren schicken, nach Tel Aviv oder nach Ramallah?
    32 21 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2017 00:18
      Highlight Hm in die ETH, sollen wir Schweizer nun auch ein Gebiet dort unten annektieren?
      13 2 Melden
  • Swarup 08.12.2017 17:46
    Highlight Die «Jerusalem Post» zitierte Verteidigungsminister Jitzchak Rabin, den späteren Friedensnobelpreisträger, mit den Worten: «Wir brechen ihnen die Beine, so dass sie nicht mehr gehen können, und wir brechen ihnen die Hände, so dass sie keine Steine mehr werfen werden.»

    Bekommt eigentlich jeder Mörder und Ar****** ein Friedensnobelpreis?
    33 19 Melden
    • Kubod 08.12.2017 23:35
      Highlight Nun. Die Alternative ist erschiessen.
      Oder - die Steinewerfer lassen es und die PLO und Hamas konzentrieren sich auf Verhandlungen und sehen zu, dass es ihren Leuten besser geht.
      Hmm. Geht nicht, sagst Du? Weil die PLO und die Hamas korrupt sind und sowieso die Israelis ins Meer treiben und Israel von der Landkarte radieren wollen?
      Nun ja. Gratuliere zu Deinen Freunden. Das sind doch immerhin klare Ziele.
      Rabin hat seine Politik später korrigiert und hat Dinge durchgesetzt, die ein anderer in Israel nie hätte duchsetzen können. Deshalb der Preis.
      Kannst Du natürlich nicht wissen.
      9 7 Melden
  • Gzuz187ers 08.12.2017 16:30
    Highlight Beide Seiten sind sicherlich nicht unschuldig an der sinnlosen Gewalt, allerdings macht mich das militärisch völlig überlegene Israel wütend, welches sich ständig auch noch als Opfer sieht, obwohl Israel Palästina besetzt hat und die Palästinenser unterdrückt.
    63 33 Melden
    • Gavi 08.12.2017 20:23
      Highlight In der Geschichtsstunde wohl gefehlt.
      Wenn die Palästinenser Krieg anfangen und diesen verlieren, was passiert dann? Eben!
      18 26 Melden
    • Gzuz187ers 08.12.2017 23:57
      Highlight Wohl eher du, Palästina wurde von den Briten erobert und nachher wurde im besetzten Gebiet Israel gegründet.
      10 3 Melden
    • Tomjumper 09.12.2017 00:12
      Highlight Wann haben die Palästinenser denn einen Krieg begonnen? Ägypten, Syrien, der Irak und Jordanien ist mir bekannt. Palästina war nie ein eigenes Land und hatte auch nie eine eigene Armee. Andere besetzte Gebiete, wie die Gohlanhöhen wurden zurückgegeben, weshalb dann Ostjerusalem nicht? Eben!
      7 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • NWO Schwanzus Longus 08.12.2017 16:07
    Highlight Israel sieht sich immer wieder als Opfer obwohl sie Täter sind die die Freiheit der Palästinenser so beschneidet das kaum ein friedliches Miteinander möglich ist. Dann wird auf die Araber gezeigt und alles sagen sie greifen Israel an! Israel baut Mauern um ihr Land und schikaniert sie, bringt Kinder um mit ihren Militäreinsätzen und sehen sich als Opfer. Es wird mal Zeit das Israel für das bestraft wird was sie tun!
    62 50 Melden
    • Asmodeus 08.12.2017 16:27
      Highlight Israel tötet jedesmal rund 10 Mal soviele Palästinenser wie umgekehrt. Wer hier mehr Blut an seinen Händen hat ist wohl offensichtlich.
      53 32 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 08.12.2017 16:40
      Highlight @Asmodeus, ich gebe dir selten recht aber hier bist du vollkommen richtig! Es ist eine Schande was Israel sich immer wieder herausnimmt zu tun!
      31 22 Melden
    • Luku luku 08.12.2017 23:50
      Highlight Die Hamas und die anderen Terrorgruppen unterdrücken ihre eigenen Leute und bauen Waffendepots in Schulen und unter UN-Krankenhäusern. Sie platzieren Kinder und Frauen um ihre Stellungen als menschliche Schutzschilder. All das tun sie, um möglichst viele zivile Opfer zu erzeugen. Ausserdem werden die getöteten Kämpfer auch als zivile Opfer verrechnet.
      Eine friedliche Lösung muss her, aber ob die Hamas oder die Fatah als Vertreter für die Palästinenser geeignet sind, ist die andere Frage
      11 3 Melden
  • remim 08.12.2017 15:58
    Highlight "Gerade erst hatten militante Juden gefordert, sich den Tempelberg einzuverleiben"

    Dies fordern nicht nur militante Juden, sondern auch radikale evangelikale Christen zu denen meiner Meinung nach auch Mike Pence gehört. Diese deuten die Bibel so dass auf dem Tempelberg der Felsendom zerstört werden muss damit an seiner Statt der dritte Tempel errichtet werden kann. Damit wird dann die Apokalypse ausgelöst, und Gott kann wiederkehren. Jerusalem und der Tempelberg ist also Zankapfel religiöser Fundamentalisten jeglicher Couleur, egal ob Christen, Juden oder Moslems.
    52 9 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2017 00:21
      Highlight Also erscheinen wird der jüdische Messias, der koranische Dajjal oder der biblische Antichrist, jenachdem welchem Buch man glaubt.
      5 1 Melden
  • TheMan 08.12.2017 15:36
    Highlight Komisch das Israel keine Land einnimmt,. Was nicht Ihnen gehört. Sie sind keine Besetzermacht. Sie Verteidigen Ihr Land. Das Ihnen schon vor den Moslemisch Besetzung Ihnen gehört hat. Jawohl die Besetzermacht bzw die Besatzung wie sie genannt wird,. Kommt vom Islam heraus. Man müsste halt mal die Geschichte des Islams lernen. Absolut keine Friedliche Geschichte. Ihre Landgewinnung war nur mit Krieg, Hass und Totschlag verbunden.
    48 136 Melden
    • Asmodeus 08.12.2017 15:50
      Highlight Israel ist eine Besatzungsmacht und ein Massenmörder.

      Man kann es drehen und wenden wie man will.
      73 55 Melden
    • phreko 08.12.2017 15:53
      Highlight Natürlich nimmt Israel kein Land ein, sie würden ja auch niemals offiziell eine Karte mit ihren Landesgrenzen herausgeben. Gibt es schlicht nicht, und die wissen ganz genau weshalb: Damit Leute wie du schreiben können "komisch das Israel keine Land einnimmt".
      41 19 Melden
    • LaPaillade #BringBackHansi 08.12.2017 15:58
      Highlight Bitte bitte bitte schau mal in einer Bibliothek vorbei und lies ein paar Geschichtsbücher.
      41 13 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 08.12.2017 15:30
    Highlight Realistisch und nachvollziehbar aufgelistet 🤔

    Wer die Geschichte des Staates Israel und seiner Nachbarn oder muslimischen Mitbewohner seit Langem verfolgt und verinnerlicht hat, kann sich dem Autor des SPIEGEL-Artikels mehrheitlich nur anschliessen....
    42 8 Melden
    • Rabbi Jussuf 08.12.2017 15:50
      Highlight Nein, denn hier wird nur eine Seite beschrieben, die das Gesamtbild total verfälscht.
      26 45 Melden
    • Hierundjetzt 08.12.2017 16:39
      Highlight Rabbi, läge der rechten Betonfraktion in der Regierung wirklich was am Frieden, hätten Sie das Ansinnen von Trump einfach ablehnen können.

      Und alles wäre erledigt gewesen
      28 6 Melden
    • Angelo C. 08.12.2017 16:51
      Highlight Rabbi :

      Wenn du es eine Spur objektiver (und dennoch verheerend genug) lesen möchtest, bitte sehr :

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Staates_Israel

      Obwohl ich nichts gegen Theodor Herzls Zionismus und die Forderung nach einem sicheren Judenstaat habe, muss u.a. auch dem fragwürdigen UNO-Beschluss von 1948 und der Übergabe der Engländer Mitschuld an der heutigen Situation geben - das Schlamassel war schon damals absehbar 🤔.

      Die späteren Kriege Israels dienten oft seiner Verteidigung, NICHT ABER die dauerhaften Annexionen, im Verbund mit der ungerechten Siedlungspolitik.
      31 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 08.12.2017 15:25
    Highlight Der Artikel lässt einen ratlos und konsterniert zurück... denn wir alle wissen was nun in den nächsten Wochen und Monaten passieren wird: Eine Spirale der Gewalt mit Anschuldigungen und Gegenbeschuldigungen. Jede Aktion des anderen wird ohne nachzudenken mit Gewalt beantwortet. Ein militärischer oder politischer Nutzen ist dabei völlig irrelevant.

    Umso mehr gibt es einen Mut zu sehen, dass es selbst unter diesen Umständen Menschen auf beiden Seiten gibt, die sich für Frieden und gegen Hass stark machen.

    Solche Menschen sind für mich wahre Kriegshelden!
    98 11 Melden
    • opwulf 08.12.2017 17:09
      Highlight Respekt für diesen Kommentar und ich stimme dir absolut zu!
      6 2 Melden
  • pamayer 08.12.2017 15:23
    Highlight Und Trumpi trampelt höchst provokativ hinein und wird die Ursache vieler Toten sein.


    Warum kommt so ein Hetzer nicht vor Gericht??
    86 42 Melden
    • Echo der Zeit 09.12.2017 00:58
      Highlight @Wisegot: Kein Vernünftiger Nahost Experte hätte Trump zu diesem Schritt geraten.
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  • N. Y. P. D. 08.12.2017 15:05
    Highlight Lizzle Doron
    Israelische Schriftstellerin
    «Ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass die israelische Regierung alles unternimmt, um die Mobilität der Palästinenser und die Freiheit ihrer SEELEN zu beschneiden. Der israelische Staat raubt ihnen ihre Identität. In Jerusalem leiden Menschen, weil sie keine Juden sind.»

    Israel soll sich nicht immer als Opfer sehen. Es reicht langsam. Ihr seid einen Scheissdreck besser, als
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    • Gavi 08.12.2017 20:19
      Highlight Als ich in Jerusalem war und mit Arabern gesprochen habe, haben sie sich auch aufgeregt über diese Krawallmacher.
      NYP, immer vor Ort informieren, dann lästern.
      Wenn Trump etwas will, können die Israelis nichts dafür.
      Araber in Israel wollen einfach nur in Ruhe arbeiten und leben.
      Intifada? Israel hat die beste Armee und Geheimdienst der Welt. Intifada? Keine gute Idee.
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«Warum erschiesst die Armee Demonstranten?» – das antwortet die israelische Sprecherin

Am Montag wurden im Gazastreifen bei Protesten 60 Palästinenser erschossen. 2800 Personen wurden verletzt. Es war der blutigste Tag seit dem Krieg 2014.

Auslöser für die Demonstrationen, an denen zehntausende Personen teilnahmen, war der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung und die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. 

Während im Gazastreifen dutzende Personen ihr Leben verloren, wurde in Jerusalem feierlich die neue Botschaft der Vereinigten Staaten eröffnet. …

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