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Kräne ragen in den Himmel über Ost-Jerusalem. Bild: ATEF SAFADI/EPA/KEYSTONE

Grünes Licht für umstrittenen Siedlungsneubau in Ost-Jerusalem

Es geht um ein vierstöckiges Haus im palästinensischen Stadtteil Silwan in Jerusalem. Das Bauprojekt wurde von Mitgliedern der religiösen jüdisch-nationalistischen Organisation Ateret Cohanim vorangetrieben.

28.12.16, 17:51


Wenige Tage nach einer UNO-Resolution gegen Israels Siedlungsaktivitäten hat Jerusalems Stadtverwaltung laut Aktivisten grünes Licht für einen umstrittenen Siedlungsneubau im Ostteil gegeben. Es geht um ein vierstöckiges Haus im palästinensischen Stadtteil Silwan.

Die Nichtregierungsorganisation Ir Amim informierte am Mittwoch über das laut ihnen bewilligte Bauvorhaben. Die Baugenehmigung wurde damit nur wenige Stunden vor einer Grundsatzrede von US-Aussenminister John Kerry zur Nahost-Politik erteilt.

Silwan grenzt unmittelbar an die Jerusalemer Altstadt. Das Bauprojekt wurde von Mitgliedern der religiösen nationalistischen Organisation Ateret Cohanim vorangetrieben. Palästinensische Einwohner Silwans liefen dagegen Sturm, weil sie ihre Verdrängung aus dem Stadtteil befürchten.

Angespannte Beziehungen

Ein anderes Projekt hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zuvor erst einmal ausgesetzt. Er liess eine Abstimmung über hunderte neue Siedlerwohnungen im palästinensischen Ost-Jerusalem verschieben, um vor Kerrys Rede die Spannungen mit den USA nicht weiter anzuheizen, wie ein Vertreter des Planungsausschusses von Jerusalem am Mittwoch sagte.

Die beiderseitigen Beziehungen sind nach der am Freitag verabschiedeten Resolution des UNO-Sicherheitsrats gegen die israelische Siedlungspolitik angespannt. Die USA hatten erstmals seit 1979 nicht von ihrem Vetorecht Gebrauch gemacht, sondern sich der Stimme enthalten.

Alle 14 übrigen Sicherheitsratsmitglieder stimmten für die Resolution, die den sofortigen Stopp israelischer Siedlungsaktivitäten im Westjordanland und in Ost-Jerusalem fordert.

Kritik von Trump

Der künftige US-Präsident Donald Trump warf dem amtierenden Präsidenten Barack Obama eine verfehlte Nahost-Politik vor. Israel werde mit «totaler Verachtung und Geringschätzung» behandelt. Dies werde sich mit seiner Amtsübernahme ändern, versprach Trump. Eigentlich ist es in den USA üblich, dass sich der gewählte Präsident während der Übergangsphase aus dem politischen Tagesgeschäft raushält.

Trump hatte sich im Vorfeld der UNO-Abstimmung für ein Veto der USA stark gemacht. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkennen zu wollen.

Derzeit leben rund 430'000 jüdische Siedler im besetzten Westjordanland und mehr als 200'000 im von Israel annektierten Ost-Jerusalem. Der völkerrechtlich illegale israelische Siedlungsbau wird international als eines der grössten Hindernisse für eine dauerhafte Friedenslösung im Nahost-Konflikt angesehen. (sda/afp)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 29.12.2016 02:07
    Highlight Israel wie es leibt und lebt. Aggressive Unterdrückung gegenüber den Palästinensern.
    Und wer das kritisiert, wird als Antisemit bezeichnet. So einfach geht das.
    12 4 Melden
  • Röschtigraben 28.12.2016 23:49
    Highlight Tja, wie gesagt. Ändern wird sich nichts. Die hören erst auf wenn ganz Palästina besetzt ist. Leider.
    12 6 Melden
  • N. Y. P. 28.12.2016 19:34
    Highlight Das Bauprojekt wurde von Mitgliedern der religiösen jüdisch-nationalistischen Organisation Ateret Cohanim vorangetrieben.

    Ateret Cohanim ist also eine religiöse jüdisch-nationalistische Organisation.

    Klar, bleiben wir jetzt politisch korrekt. Wenn man "religiös jüdisch-nationalistische" liest, so fühlt man sich nicht provoziert. Und religiös sind sie auch. Eine schöne Sache. Wir haben euch lieb. Und sympathisch seid ihr auch. Ich kann mir auch nicht erklären, *warum man euch teilweise so hasst..
    *ab hier könnte ich evt. eine ant.. gemacht haben. Tschuldigung.
    17 7 Melden
    • N. Y. P. 28.12.2016 19:48
      Highlight Rodolofo,
      danke für den first like ! Stimme dir auch zu 100,1 % zu..
      4 7 Melden
  • rodolofo 28.12.2016 19:07
    Highlight Für die Entwicklung der Israelischen Gesellschaft wird es bestimmt nicht besser sein, wenn sie von "Pappi" Trump wie ein verwöhntes Kind verhätschelt und in Schutz genommen wird, während gleichzeitig das "Stiefkind" Palästina ständig geplagt und gedemütigt wird, als wäre es Aschenputtel...
    Barak Obama war nicht nur der bessere Vater, er war auch der bessere Präsident!
    Oh Barak, wie werden wir Dich nur vermissen!
    Lass dieses Scheusal mit den falschen Haaren, das uns in den folgenden vier bis acht Jahren mit Biblischen Plagen heimsuchen wird, möglichst bald über den Jordan ziehen!
    22 16 Melden
    • mister_michael 28.12.2016 21:52
      Highlight Schlussendlich würde es bei den Plagen vorallem Zivilisten treffen, viele Bewohner Israels sind dagegen. Ich mag ja Israel auch überhaupt nicht, dennoch wünsche ich keinem Mensch Leid. Schlussendlich sitzen in Israel einfach die "falschen"an der Macht. Für die Waffenindustrie kommt dies eben gerade richtig. Mir tun auf beiden Seiten die Zivilisten leid.
      10 4 Melden

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