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Beim Brandanschlag radikaler Siedler auf ein palästinensisches Wohnhaus war ein 18 Monate alter Bub ums Leben gekommen. Bild: Majdi Mohammed/AP/KEYSTONE

Nach Brandanschlag gegen Palästinenser: Israelische Polizei verhaftet ersten Verdächtigen

03.08.15, 21:48

Drei Tage nach dem Tod eines anderthalbjährigen Palästinenserjungen bei einem Brandanschlag im israelisch besetzten Westjordanland hat es am Montag die erste Festnahme gegeben. Wie ein Sprecher des israelischen Inlandsgeheimdiensts Schin Beth mitteilte, wurde in Safed im Norden Israels der Chef einer ultranationalistischen Gruppe gefasst.

Friedensaktivisten besichtigen den Tatort. Bild: ALAA BADARNEH/EPA/KEYSTONE

Eine Polizeisprecherin sagte, der um die 20 Jahre alte Meir Ettinger werde «nationalistischer Verbrechen» verdächtigt. Er soll am Dienstag zu einer Haftanhörung vor Gericht erscheinen.

Ettingers Grossvater ist der rechtsextreme Rabbiner Meir Kahane, der 1968 die Jüdische Verteidigungsliga (JDL) gründete. Er rief auch die Kach-Bewegung ins Leben, die sich für die Vertreibung aller Araber aus Israel einsetzt. 1990 wurde er bei einem Attentat in New York getötet.

War der Festgenommene der Drahtzieher?

Israelische Medien beschrieben Ettinger als Drahtzieher eines Brandanschlags auf die römisch-katholische Brotvermehrungskirche am 18. Juni.

Die von deutschen Mönchen verwaltete Pilgerstätte im nordisraelischen Tabgha am See Genezareth war dabei schwer beschädigt worden. Sie gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus bei der Speisung der Fünftausend eines seiner grössten Wunder vollbrachte, indem er fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte, um tausende Gläubige zu versorgen.

Der Vorfall hat die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis im Westjordanland einmal mehr verschärft – sie entladen sich teilweise in Krawallen. Bild: Majdi Mohammed/AP/KEYSTONE

Seit Jahren verüben jüdische Fanatiker in Israel und den besetzten Palästinensergebieten Angriffe auf muslimische und christliche Einrichtungen sowie auf Häuser von israelischen Arabern und Palästinensern. Diese Attacken sind nach Darstellung der Rechtsextremisten Vergeltung für das Vorgehen israelischer Behörden gegen jüdische Siedler in den besetzten Gebieten. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • jayjay325 04.08.2015 09:54
    Highlight so traurig das ganze auch sein mag. aber ich verstehe nicht weshalb israel eine so hohe beachtung in den hiesigen medien geschenkt wird. im iran wurden alein in diesem jahr an die 700 personen wegen religiösen verletzungen gehängt. oder in mexico, brasilien etc sterben täglich menschen in bandenkriegen. es gibt leider überall schwarze schaffe. so auch hier in der schweiz!!! aber hauptsache die judenhasser können mal wieder auf israel zeigen!
    1 0 Melden

Blutiger «Marsch der Rückkehr»: Tote und 1400 Verletzte in Gaza

In Gaza kommt es zu den massivsten Protesten seit der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt. Die Palästinenser fordern die Rückkehr in die alte Heimat. Israels Armee schiesst scharf. Mindestens 15 Palästinenser werden getötet.

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Dem Palästinensischen Roten Halbmond zufolge erlitten über 200 Palästinenser Schussverletzungen. Die meisten wurden durch Tränengas verletzt.

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