International

Palästinenser ersticht Mädchen in israelischer Siedlung im Bett

30.06.16, 15:18

Ein palästinensischer Attentäter hat am Donnerstag ein israelisches Mädchen in seinem Bett erstochen. Die Tat ereignete sich in einer jüdischen Siedlung im Süden des besetzten Westjordanlands. Der Angreifer wurde erschossen.

Der Mann drang nach Angaben der israelischen Armee am frühen Morgen in das Schlafzimmer der 13-jährigen Hallel Yaffa Ariel ein und stach mehrfach auf sie ein. Wächter der Siedlung erschossen den Mann noch im Haus. Bei ihrem Eingreifen erlitt auch einer der Sicherheitsleute schwere Stichwunden.

Hallel Yaffa Ariel.
Bild: timesofisrael.com

Das Mädchen erlag wenige Stunden später in einem Jerusalemer Spital seinen schweren Verletzungen. Im Tatzimmer lagen während der Bluttat auch die zehn und vier Jahre alten Schwestern des Opfers in ihren Betten.

Das Mädchen starb, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen.  Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

Der Angriff ereignete sich in der Siedlung Kirjat Arba im Süden des besetzten Westjordanlands am Rand der palästinensischen Grossstadt Hebron. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium handelte es sich bei dem getöteten Angreifer um einen 19-jährigen Palästinenser aus dem benachbarten Dorf Bani Naim. Diese Ortschaft wurde wenige Stunden nach dem Attentat von der israelischen Armee komplett abgeriegelt.

Die Grossmutter des Attentäters trauert um ihren Enkel.
Bild: ABED AL HASHLAMOUN/EPA/KEYSTONE

Dringlichkeitssitzung der Regierung

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Avigdor Lieberman ordneten bei einer Dringlichkeitssitzung an, sämtlichen Mitgliedern der Grossfamilie des Angreifers gegebenenfalls bestehende Arbeitsvisa für Israel zu entziehen. Die rechtlichen Prozeduren zur Vorbereitung eines Strafabrisses des Elternhauses des 19-Jährigen wurden eingeleitet, teilte ein Sprecher Netanjahus mit.

Der Ministerpräsident forderte demnach «von der Palästinenserführung eine klare und unmissverständliche Verurteilung dieses bösartigen Mordes und sofortige Massnahmen zur Beendigung der Aufwiegelung». Aufgeklärte Nationen sollten sich dieser Forderung an die palästinensischen Verantwortlichen anschliessen, drängte Netanjahu.

Gewaltwelle

Israel und die Palästinensergebiete werden seit Oktober von einer Gewaltwelle erschüttert, bei der bislang 211 Palästinenser, 33 Israelis und vier Ausländer getötet wurden. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmassliche Attentäter, die zumeist Messer, teils aber auch Schusswaffen oder Autos für ihre Angriffe nutzten.

Hebron und die 1970 von nationalreligiösen Juden gegründete Siedlung Kirjat Arba sind seit langem Brennpunkte im Nahostkonflikt und waren seit Herbst häufiger Schauplatz von Attentaten. Hier geht der Streit vor allem um die Vorherrschaft im Umfeld der Grabstätte Abrahams und seiner Nachfahren, die von Muslimen und Juden gleichermassen als Erzväter ihrer Religionen verehrt werden.

Das Westjordanland wurde im Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt und wird weitgehend von Israel kontrolliert. (sda/afp/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • wonderwhy 02.07.2016 19:47
    Highlight Ich bin schockiert von dieser Tat. Ich bin schockiert wie schnell diese Nachricht von der Front Page verschwunden ist. Ich bin schockiert darüber wie gross die Empörung ist, wenn ein israelischer Soldat einen palästinensischen Attentäter erschiesst und wie hier nun alle schweigen!
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