International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ihr Stern sinkt: Raggis Stadtregierung in Rom bröckelt weiter

15.02.17, 10:05 15.02.17, 10:19


Rome's Mayor Virginia Raggi, left, listens to Five-Star Movement's Senator Nicola Morra as she arrives to attend an eucharistic liturgy, at the St. John in Latheran Basilica, in Rome, Thursday, Feb. 9, 2017. (AP Photo/Gregorio Borgia)

Schwierige Zeiten für Virginia Raggi.  Bild: Gregorio Borgia/AP/KEYSTONE

Roms umstrittene Bürgermeisterin Virginia Raggi muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der für Stadtplanung zuständige Spitzenbeamte Paolo Berdini, der Raggi in der vergangenen Woche «Inkompetenz» vorgeworfen hatte, ist am Dienstagabend zurückgetreten.

Seine Entscheidung sei unwiderruflich, betonte der parteiunabhängige Experte in einer Pressemitteilung. Berdini kritisierte Raggis Entscheidung, mit dem Fussballclub AS Rom für den Bau eines privaten Fussballstadions im Süden Roms zu verhandeln. Raggi wollte Transparenz und Legalität in Roms Stadtplanung einbringen, doch sie verteidige die Interessen privater Gruppen, die der Stadt viel Schaden zugefügt hätten, kritisierte Berdini.

Die Beziehungen zwischen Berdini und der populistischen Bürgermeisterin waren seit Tagen gespannt. Im Gespräch mit einem Journalisten hatte er gesagt, dass die 38-jährige Raggi «strukturell inkompetent» sei, was nicht mit ihrem jungen Alter zusammenhänge. Ausserdem sei sie von einer «Bande» aus Kollegen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung um den Starkomiker Beppe Grillo umringt, die sie schlecht berate.

«Raggi hat einen Fehler nach dem anderen gemacht», zitierte die Tageszeitung «La Stampa» Berdini, der als parteiunabhängiger Experte in die Stadtregierung gekommen war. Die Lage in Rom sei «explosiv», die Stadt warte auf konkrete Antworten auf ihre chronischen Probleme, die Raggi nicht geben könne.

Raggi reagiert gelassen

Mit Berdinis Rücktritt wurde bereits seit Tagen gerechnet. Raggi reagierte gelassen auf die Demission. «Berdini nährt Polemik statt für die Stadt zu arbeiten. Wir lassen uns nicht beeindrucken und machen weiter», kommentierte die Fünf-Sterne-Politikerin.

Seit ihrem Amtsantritt im Juni als erste Frau an der Spitze Roms, hat Raggi wegen Skandalen und parteiinternen Konflikten bereits mehrere enge Mitarbeiter verloren.

Raggi hat auch mit der Justiz Schwierigkeiten, die gegen sie wegen Amtsmissbrauchs und Falschaussage ermittelt. Es geht um die Ernennung des umstrittenen Renato Marra zum Direktor des Tourismussektors. Dieser ist der Bruder des im Dezember wegen Korruptionsvorwürfen verhafteten Raffaele Marra, Raggis ehemals «rechte Hand».

Die Bürgermeisterin war in ihrer Heimatstadt mit dem Versprechen angetreten, Polit- und Mafiaskandale zu beenden. Scheitert Raggi in Rom, wäre dies eine grosse Blamage für ihre Fünf-Sterne-Bewegung, die auf einen Sieg bei den Parlamentswahlen hofft. Diese werden spätestens im Frühjahr 2018 stattfinden. (sda/apa)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 16.02.2017 00:42
    Highlight Zum Beispiel Virginia Raggi

    Die Taktik der Mafia bei einer für sie lästig gewordenen öffentlichen Person:

    1. Diskreditieren
    2. Isolieren
    3. Eliminieren (oder abservieren)
    0 2 Melden
  • manhunt 15.02.2017 15:41
    Highlight das lokalpolitische pendant zu trump. mir tun jene römer/italiener leid, welche raggi/5 stelle mit der hoffnung gewählt haben, sie würden wirklichen wandel bringen. und es beweist einmal mehr, das schreihälse eben doch nicht die erhofften wunder vollbringen.
    3 0 Melden

Popularität von italienischer Regierung auf Rekordhoch, Lega legt am meisten zu

Zweienhalb Monate nach ihrem Amtsantritt ist die Popularität der Regierung aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung in Italien auf ein Rekordhoch von 62 Prozent gestiegen. Das zeigt eine Umfrage der römischen Tageszeitung «La Repubblica». Im Juni lag sie noch bei 57 Prozent.

Der parteiunabhängige Premier Giuseppe Conte geniesst gemäss der am Samstag veröffentlichten Umfrage die Zustimmung von 61 Prozent der Italiener. Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini ist bei 60 Prozent der Wähler beliebt, …

Artikel lesen