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Zugunglück in Italien: Jetzt gerät das Bahnpersonal ins Visier der Ermittler

epa05423165 The trains wreckage are removed at the site of the head-on commuter train collision that occurred on 12 July  between the towns of Andria and Corato, in the southern Puglia region, Italy, 13 July 2016. The official death toll of the train crash is 23 fatalities and none missing, Governor Michele Emiliano said, based on a coroner's report. He said 52 wounded were treated and 24 remain hospitalized, eight of them in reserved prognosis.  EPA/GAETANO LO PORTO

Mangelhaftes Sicherheitssystem als mögliche Ursache für das Zugunglück in Süditalien. Bild: EPA/ANSA



Bei der Suche nach den Ursachen des Bahnunglücks im süditalienischen Apulien mit 23 Toten und 52 Verletzten haben die Justizbehörden erste konkrete Schritte unternommen. Ermittlungen wurden gegen Mitarbeiter der Betreibergesellschaft aufgenommen.

Ein Pool aus fünf Staatsanwälten ermittelt nun die Ursachen des Unglücks.

Die Tragödie hatte sich am Dienstag bei Bari auf einem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Corato und dem etwa zehn Kilometer entfernten Andria ereignet. Ermittelt wird jetzt unter anderem gegen die Bahnhofsvorsteher von Andria und Corato, von wo die beiden Züge abgefahren waren. Diese waren bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer zusammengeprallt.

A train wagon is lifted as recovery operations continued a day after two commuter trains slammed into one another just before noon Tuesday in Puglia, between the towns of Corato and Andria, Italy, Wednesday, July 13 2016. Delayed rail improvements and the antiquated telephone alert system will be considered as part of the investigation into the violent head-on train crash in southern Italy that killed nearly two dozen people, officials said Wednesday. (Matteo Guidelli/ANSA via AP)

23 Menschen kamen bei dem Unfall in Apulien ums Leben, 52 wurden verletzt. Bild: AP/ANSA

Das schwere Zugunglück wurde womöglich durch ein mangelhaftes Sicherheitssystem verursacht. Die Bahnhofsvorsteher der beiden Orte müssen sich stets telefonisch darüber verständigen, welcher Zug Vorfahrt hat.

Einer der beiden hatte diesmal einige Minuten Verspätung. Das Signalsystem auf der eingleisigen Strecke bei Bari sei eines der gefährlichsten, weil die Kontrolle bei Menschen liege, sagte Verkehrsminister Graziano Delrio am Mittwoch vor dem Parlament in Rom.

Genauere Informationen zur Unglücksursache dürfte die Auswertung der Unfalldatenschreiber der beiden Züge bringen, die mittlerweile geborgen wurden. Beide Lokführer sind bei dem Unglück ums Leben gekommen.

Das Begräbnis der Opfer ist für Samstagvormittag geplant. Die Toten sind alle Italiener. In der Stadt Andria, aus der die meisten Opfer stammten, wurde eine dreitägige Trauer ausgerufen. 24 Personen seien noch im Spital, acht davon in kritischem Zustand, berichteten die Behörden. (wst/sda/apa)

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