International

Wieder kentert ein Flüchtlingsboot – 700 Menschen an Bord 

03.06.16, 11:39 03.06.16, 12:05

Auf dem vor der griechischen Insel Kreta gekenterten Flüchtlingsboot waren offenbar mindestens 700 Menschen. Nach Angaben der griechischen Küstenwache konnten bisher 250 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet werden.

Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit. Das Unglück ereignete sich 75 Seemeilen südlich von Kreta. Das 25 Meter lange Boot sei gekentert und zur Hälfte untergegangen, sagte eine Sprecherin der griechischen Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP. Eine Fähre alarmierte die Küstenwache.

Die griechischen Behörden starteten einen grossen Rettungseinsatz. Die Küstenwache schickte den Angaben zufolge zwei Patrouillenboote, ein Flugzeug und einen Helikopter los. Mindestens vier Schiffe, die in der Region unterwegs waren, beteiligten sich ebenfalls an dem Einsatz. Sie warfen Rettungsbojen aus, an denen sich die Flüchtlinge festhalten konnten.

Zur Nationalität der Flüchtlinge konnte die Küstenwache zunächst keine Angaben machen. Sie äusserte sich auch nicht dazu, ob das Boot in der Türkei, in Libyen oder Ägypten in See gestochen war. Nach Angaben der IOM kam das Boot vermutlich aus Afrika.

Wegen des guten Wetters und der ruhigen See wagen derzeit besonders viele Menschen die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa. Bei der gefährlichen Überfahrt zu den griechischen Inseln in der Ägäis kamen im vergangenen Jahr hunderte Menschen ums Leben.

Seit der Schliessung der sogenannten Balkanroute versuchten zuletzt aber weniger Flüchtlinge, über die Türkei und Griechenland in die EU zu gelangen. Stattdessen waren wieder mehr Flüchtlinge über Libyen nach Italien gekommen.

Ende Mai hatte die griechische Küstenwache vor der Küste Kretas ein Flüchtlingsboot abgefangen, auf dem zwei mutmassliche Schlepper 65 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Pakistan transportierten. Nach Angaben der Passagiere war das Boot in der Türkei losgefahren.

Die Küstenwache äusserte sich nicht dazu, ob es auf dem Weg nach Italien oder Griechenland war. Möglicherweise hatte es die Route über Kreta gewählt, um den Nato-Patrouillen in der Nord-Ägäis auszuweichen. (sda/afp)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 06.06.2016 20:02
    Highlight Unvorstellbar, dass diese kriminellen Schlepper und ihre "Refugees welcome"- Unterstützer in Europa nachts überhaupt noch schlafen können.
    Auch würde interessieren: Wie berichten eigentlich die afrikanischen Medien über dieses Thema? Sieht man dort eine Verantwortung der afrikanischen Staaten für die Ertrunkenen? Und falls ja, was wird vorgeschlagen, um der Massenauswanderung der eigenen Bevölkerung entgegen zu wirken?
    1 0 Melden

Wie sich Migranten über verschneite Pässe von Italien nach Frankreich kämpfen

Afrikanische Migranten, die über das Mittelmeer nach Italien kommen und weiter nach Nordeuropa wollen, werden an der italienisch-französischen Grenze blockiert. Seit 2015 kontrolliert Frankreich seine Grenzen mit Italien. Seitdem verweigern französische Polizisten, afrikanischen Migranten ohne Visum an der italienisch-französischen Grenze kategorisch die Einreise. Auch dann, wenn sie erklären, einen Asylantrag stellen zu wollen. Wie ist das möglich?

Frankreichs damaliger Präsident François …

Artikel lesen