International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

14 Jahre danach: Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Italien wegen Folter bei G8-Gipfel

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg hat Italien verurteilt, dies wegen Folter im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel 2001 von Genua. Dabei geht es um Misshandlung eines Demonstranten durch die Polizei.

Dem damals 61-Jährigen wurden 45'000 Euro zugesprochen. Italien wurde vom Gerichtshof in Strassburg ausserdem verurteilt, weil es kein Gesetz zur Bestrafung von Folter erlassen habe, berichteten italienische Medien.

Der italienische Aktivist war bei Schlägereien in der als Herberge für Demonstranten dienenden Schule «Diaz» in Genua misshandelt worden. Demonstranten waren damals von Polizisten schwer verprügelt worden.

Wegen des brutalen Verhaltens der Ordnungshüter waren 2012 insgesamt 25 Polizisten rechtskräftig zu Strafen bis zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess war einer von mehreren wegen der Gewalt rund um den G8-Gipfel.

Während der von massiven Krawallen geprägten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei waren Ordnungskräfte in die Schule eingedrungen. Dabei wurden mehr als 60 Demonstranten verletzt, mehrere von ihnen schwer.

Bei den gewaltsamen Kundgebungen gegen den Gipfel und der harten Reaktion der italienischen Polizei kam auch ein Demonstrant ums Leben. Er wurde von einem jüngeren Polizisten durch einen Schuss in den Kopf getötet.

Über Misshandlungen nach ihrer Festnahme hatten auch 16 österreichische Mitglieder der Theatergruppe «VolxTheater-Karawane» geklagt. Sie waren nach dem G8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden. (wst/sda/apa)



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Genua, drei Monate danach: So verzweifelt sind die Bewohner nach dem Brückenkollaps

Seit dem Einsturz der Morandi-Brücke hat sich in Genua nicht viel bewegt. Noch immer liegen überall Trümmer herum, Hunderte können nicht in ihre Häuser zurück. Die watson-Reporterin sprach mit den Menschen vor Ort über ihre Sorgen.

Rivarolo, das Stadtviertel im Nordwesten von Genua, hat es am schwersten getroffen. Die Brücke, die am 14. August 2018 vom Himmel fiel, hat hier die Strassen blockiert und Menschen aus ihren Häusern getrieben. 43 Leben wurden bei dem Unglück ausgelöscht.

Längst haben sich die internationalen Medien vom Schauplatz abgewandt, das Leben geht schliesslich weiter. Auch hier, irgendwie. Nur ist für die Bewohner von Rivarolo heute alles anders und nie wird es wieder so sein, wie vor …

Artikel lesen
Link to Article