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«Erdbeben auf Italienisch»: Charlie-Hebdo-Karikatur sorgt für Empörung

02.09.16, 15:59 02.09.16, 16:18

Eine Karikatur des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» über das Erdbeben in Mittelitalien sorgt für Empörung. Auf der Karikatur sind zwei blutbefleckte Erdbebenopfer zu sehen und andere, die als Lasagne-Schichten dargestellt werden. «Erdbeben auf Italienisch» ist unter der Zeichnung zu lesen.

Die umstrittene Karikatur des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo. bild: charliehebdo

Die Karikatur bezieht sich indirekt auf das vom Erdbeben zerstörte Bergdorf Amatrice, dank der Spezialität «Spaghetti all'Amatriciana» als Pasta-Hauptstadt Italiens bekannt.

«Noch weiss man nicht, ob das Erdbeben 'Allah akbar' gerufen hat», heisst es in dem Satire-Magazin, das im Januar 2015 Ziel eines Anschlags islamistischer Terroristen war.

Der Bürgermeister von Amatrice, Sandro Pirozzi, bezeichnete die Karikatur als «verwerflich und peinlich». «Wie kann man Witze über fast 300 Todesopfer machen?», protestierte Pirozzi. Die Karikatur löste auch im Internet heftige Proteste aus. (wst/sda/apa)

Charlie-Hebdo-Titelblätter

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Randy Orton 03.09.2016 12:35
    Highlight Charlie Hebdo weiss genau, was sie mit dieser Karikatur erreichen. Ich glaube nicht, dass es ihr Ziel ist, einen möglichst lustigen Witz über das Erdbeben zu bringen. Vielmehr wollen sie denjenigen auf die Füsse treten, die nach den Anschlägen "je suis charlie" und "Satire darf alles" geschrien haben. Vor allem vom rechten politischen Rand wurde Charlie Hebdo massiv vereinnahmt um gegen den Islam Hetze zu betreiben. Die selben Menschen sind nun plötzlich düpiert und das zeigt schön ihre Doppelmoral auf.
    5 5 Melden
  • Denk nach 03.09.2016 10:58
    Highlight Hier könnte man auch ein "Blick"-Video drehen für Charlie!

    Es ist Satire und erlaubt, muss nicht heissen das man es unterstützen muss. Man stelle sich vor man hat selber Bekannte verloren.
    6 3 Melden
  • Kopfgärtner 03.09.2016 10:05
    Highlight Ich finde die Karikatur gelungen. Sie zeigt für mich gut die Probleme der 'dolce vita' Kultur in Italien. Lässig und unbeschwert, schein statt sein. Hier wird am Geld gespart und dafür Menschenleben in Kauf genommen,während man sich vollbrüstig als Pastahauptstadt präsentiert. Und wenn dann was passiert ist man zu betroffen um zukünftig krotischer zu handeln. Unter diesen Umständen finde ich es passend, die tödliche Fahrlässigkeit in der 'Pastahauptstadt' mit einer Pasta-Anspielung zu illustrieren. Wenn die Bewohner nicht zur Lasagne werden wollen müssen sie stärker gegen Baupfusch vorgehen.
    9 28 Melden
  • Herr Hasler 03.09.2016 08:57
    Highlight Satire darf alles. Ja. Sie darf sich auch pubertär aufführen und äxtra das gegenteil machen. Man darf das dann auch bireweich finden.
    28 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 03.09.2016 10:03
      Highlight Ja, Satire darf alles, wenn man sie denn als solche erkennen kann. Gerade hier sollte Satire doch verständlich und klar adressiert sein, damit solche Aspekte von der Mehrheit zweifelsfrei erkannt werden können? Soll jetzt keiner sagen, dass das etwas wie ‚gehobene Satire‘ sei. Wenn man unsichtbare Botschaften aus einem Bild und aktuellen Geschehnissen zusammenreimen muss, heisst das für mich, dass die Arbeit nicht fertig gemacht wurde.
      11 1 Melden
  • Kaiserin 03.09.2016 07:24
    Highlight Ich fand schon die Mohammedkarikaturen etc. nicht witzig und finde diese auch nicht witzig. Einfach nur geschmacklos!
    48 18 Melden
    • Menel 03.09.2016 11:16
      Highlight Das ist ihr gutes Recht!
      7 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.09.2016 06:56
    Highlight Ich finde es einfach pietätlos, respektlos. Gegenüber den Opfern. Punkt. Die Hemmschwelle sinkt. Kinder schauen sich IS-Videos im Netz an. Aber vielleicht bin ich ja altmodisch.
    22 17 Melden
  • Spooky 02.09.2016 23:38
    Highlight Also, diese Karikatur verstehe ich auch nicht so recht.
    Ausser, Charlie Hebdo macht sich über Gott lustig.
    Aber das wäre irgendwie auch nicht so richtig gelungen, finde ich.
    22 17 Melden
    • Tilman Fliegel 03.09.2016 06:14
      Highlight Was hat das mit Gott zu tun?
      8 8 Melden
    • Spooky 03.09.2016 20:39
      Highlight @Tilman Fliegel. Na ja, so ein Erdbeben mit so vielen unschuldigen Opfern ist doch für den menschlichen Verstand total unbegreiflich und absurd.

      Statt zu trauern, reagieren die Zeichner dann eben mit einem verzweifelten Lachen und mit Häme und machen sich über Gott lustig, weil der wieder mal grad weg war, als man ihn nötig gehabt hätte, um die Katastophe zu verhindern.

      Diese Karikatur ist ja irgendwie gottlos.

      Viele Menschen bringen ja grosse Katastrophen immer noch irgendwie mit einem Gott in Verbindung, in Italien sowieso.
      2 3 Melden
  • arthos 02.09.2016 23:09
    Highlight Wenn schon Satire, dann über den Wiederaufbau, der nicht oder oberflächlich stattfinden wird. Siehe l'Aquila.
    Armes Charlie, seit Philippe Val ist es reaktionär, islamophob und pipi kaka geworden. Er hat vieles verändert und gute Leute rausgeschmissen. Früher war nicht alles besser, Charlie Hebdo bestimmt. Satire darf alles aber muss es den unbedingt, im Fall von Charlie, meistens Scheisse sein?
    57 7 Melden
  • Jay_Jay 02.09.2016 22:42
    Highlight Na die dürfen ja wohl alles oder? Man hat sich ja solidarisch verhalten als sie Mohammed gezeichnet hatten und sich über ihn lustig gemacht hatten fanden es doch alle in Westeuropa normal und *Satire darf ja bekanntlich alles*....
    46 7 Melden
    • Spooky 03.09.2016 02:39
      Highlight @Jay_Jay
      Über Mohammed macht sich heute niemand mehr lustig. Auch du nicht. Kapiert, Jay_Jay?
      3 14 Melden
    • Masche 03.09.2016 06:09
      Highlight Völlig falsch. Man hat sich nicht solidarisch verhalten, weil sie Mohammed gezeichnet haben (auch ich fand das geschmacklos), sondern weil sie dafür mit ihrem Leben büssen mussten. Keine Geschmacklosigkeit rechtfertigt eine solche feige Tat!
      28 3 Melden
  • goschi 02.09.2016 19:37
    Highlight Satire darf alles, wenn die Gefühle anderer verletzt werden, aber dann ist hier plötzlich doch eine Grenze?

    Wo genau ist denn diese Grenze?
    Bei toten Attentätern offensichtlich noch nicht, Wie sieht es mit allgemeinen Kriegstoten aus? oder doch erst bei Unfallopfern? sind alte Menschen OK, aber Kinder ein Tabu?

    Mantramässig wurde wiederholt, dass Satire alles darf, um es diesen da drüben, den beleidigten Muslimen, zu zeigen, Jawoll nämlich!
    Aber scheinbar darf Satire dann doch nicht ganz alles...

    Manch einer hier ist sehr inkonsequent und unehrlich!
    103 14 Melden
    • ConcernedCitizen 02.09.2016 20:48
      Highlight Die Satire darf das. Und man darf dass auch geschmacklos finden. Man darf sogar denken, dass die Karikaturisten pietätlose Idioten sind. Was man hingegen nicht darf, ist deswegen französische Flaggen verbrennen, die Angestellten des Magazins bedrohen oder sogar umbringen.
      79 9 Melden
    • Masche 03.09.2016 06:23
      Highlight @ConcernedCitizen, genau so sehe ich es auch. Ich habe mich nie mit Charlie Hebdo solidarisiert ( "Je suis Charlie" war nie mein Motto) sondern mit den Redaktoren, die ihr Leben lassen mussten. Das ist für mich konsequent und ehrlich.
      6 2 Melden
  • Rukfash 02.09.2016 19:29
    Highlight Ich mag Satire nicht aber Charlie zeigt genau die Falschheit unserer Geselschaft, als es drum ging den Islam zu beleidigen hörte man von allen Seiten, Satire darf alles, doch jetzt plötzlich ist es nicht mehr lustig? Kommt jetzt nicht mit dem Beispiel aber das Christentum wurde auch beleidigt...
    54 20 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.09.2016 18:49
    Highlight Für mich zeigt dies, dass Satire eben doch nicht alles darf. Bei so einer Katastrophe gibt es keine zwei Sichtweisen, wie teilweise in den Kommentaren behauptet wird. Viele Menschen haben ihr Leben verloren, darunter etliche Kinder. An dieser Stelle sollte / muss die Grenze für Satire sein.
    30 47 Melden
    • goschi 02.09.2016 20:04
      Highlight Wieso?
      32 21 Melden
    • trio 03.09.2016 07:39
      Highlight Aber Witze über den Islam sollten natürlich erlaubt bleiben, oder wie?
      8 3 Melden
  • Ruefe 02.09.2016 18:14
    Highlight Im ersten Moment musste ich lachen, zugegeben. Aber dann begann ich darüber nachzudenken, dass doch normalerweise starke Satire darauf abziehlt die Absurdität von menschlichen Verhalten darzustellen und zu überzeichnen. Der Spruch "Traurig aber wahr" kommt einem oft in den Sinn bei solchen Beiträgen.
    Doch wo ist denn in diesem Fall das menschliche Verhalten? Ein Erdbeben ist eine Katastrophe an dem niemand Schuld trägt und es ist absolut logisch erklärbar.
    Wenn die Karikatur einen Mafiaboss zeigen würde der sich bereits auf das neue "Geschäftsfeld" freut, würde wenigstens ein Problem gezeigt.
    68 12 Melden
    • TheCloud 02.09.2016 19:31
      Highlight Pfusch am Bau. Es wurde viel Geld für erdbebebsicheren Bau kassiert aber normal gebaut und Zement zusätzlich mit Sand gesteckt oder mit Parmesan?
      39 7 Melden
    • DerTaran 02.09.2016 21:57
      Highlight An dem niemand Schuld trägt? Die Italienischen Regierungen hatten lang genug Zeit sich um sichere Wohnungen zu kümmern. Am Erdbeben hat niemand Schuld, an den vielen Toten sehr wohl. Jetzt wird mit viel Tamtam getrauert und dann weitergemacht als wäre nichts passiert. Und in ein paar Jahren sterben dann wieder Kinder. Wenn das kein Stoff für Satiere ist, was dann?
      28 5 Melden
    • Ruefe 03.09.2016 19:47
      Highlight Ich erkenne diese Zusammenhänge im Bild oben aber nicht. Und sich einfach darauf zu verlassen, dass die Zuschauer dann schon irgendwie auf die Idee kommen, empfinde ich als fahrlässig von Charlei Hebdo. Dies glaube ich anhand der Diskussion die hier stattfinder zu erkennen.
      1 0 Melden
  • Darkside 02.09.2016 18:06
    Highlight Satire darf alles. Punkt.
    45 59 Melden
  • Tschaesu 02.09.2016 16:36
    Highlight Ganz viele sind nun nicht mehr so sehr Charlie (denke ich)
    103 18 Melden
    • R&B 02.09.2016 18:09
      Highlight @ Tschaesu: Ich hoffe, das war ein Ausrutscher eines scharfzüngigen Satire-Magazins.
      6 29 Melden
    • The Destiny 02.09.2016 23:34
      Highlight R&B, ausrutscher was ist das ?!
      6 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.09.2016 16:33
    Highlight Wieso begreift niemand, dass Charlie Hebdo sich damit nicht lustig machen will, sie wollen nicht "Witze über die Todesopfer machen". Sie versuchen nicht, die Katastrophe zu zu "verharmlosen", sondern sie auf eine andere Art darzustellen.
    49 54 Melden
    • Tschaesu 02.09.2016 16:58
      Highlight Manche Darstellungen fühlen sich für mich einfach falsch an.. Kann man nix machen.
      56 18 Melden
    • philosophund 02.09.2016 17:43
      Highlight Kinder sind gestorben... und CHebdo soll das auf eine "andere Art darzustellen" versuchen?
      44 22 Melden
    • xlt 02.09.2016 18:51
      Highlight Charlie Hebdo verdient auch mit solchen Dingen vor Allem Geld. Wirklich gute Satire war das nie, und wird es auch nie sein.
      33 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.09.2016 21:19
      Highlight Sie versuchen nicht zu vertuschen, dass Kinder gestorben sind, sie wollen nicht zeigen, dass alles nur halb so schlimm ist. Sie versuchen zu zeige, dass auch mit einer Katastrophe wie dieser auch anders als nur mit Trauer und "Mitleid" umgegangen werden kann.
      6 13 Melden
    • Tschaesu 03.09.2016 02:16
      Highlight @maettu also sie machen das, in dem man die Kinder als Hackfleisch in der Lasagne darstellt?
      4 2 Melden
    • Spooky 03.09.2016 02:58
      Highlight @xlt
      Du hast recht. Aber weil der Kapitalismus ein geschlossenes System ist, kann niemand den Kapitalismus kritisieren, ohne kriminell oder blöd oder antimoralisch zu werden oder sich in Widersprüche zu verwickeln. Der Kapitalismus ist ein gordischer Knoten. Den kann man nur mit dem Schwert lösen.
      0 3 Melden
  • Lucernefan 02.09.2016 16:28
    Highlight Ohje, Charlie Hebdo. Das ist selbst für ein Satiremagazin too much...
    49 35 Melden
    • _calvin 02.09.2016 16:45
      Highlight Ist es erst "too mich", wenn es einen selber betrifft oder einem nahe geht?
      47 27 Melden
    • R&B 02.09.2016 18:07
      Highlight @_calvin: Darum geht es gar nicht. Das Satire-Magazin macht sich über Erdbeeben-Opfer lustig und prangert nichts an. Was ist daran lustig oder überlegenswert? Wenn es gegen die Bauschlampereien und -Korruption zielen würde, wäre es etwas anderes (mit einem anderen Sujet).
      48 7 Melden
    • AmTuruk 02.09.2016 18:46
      Highlight Genau! Das wäre ein richtiger/vertretbarer Ansatz. Aber so?... Einfach nur peinlich
      35 2 Melden
    • trio 03.09.2016 07:44
      Highlight Natürlich geht es gegen den Baupfusch. Satire muss nicht unbedingt lustig sein, etwa überlegen gehört auch dazu. Hier zeigt sie doch schonungslos die Fehler der Behörden.
      5 4 Melden

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